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7,10 Euro Mutterschaftsgeld...

13. Juni 2014 um 16:49 Letzte Antwort: 5. September 2014 um 22:17

Vorweg: ich weiß es ist vielleicht jammern auf hohem Niveau, aber es frisst mich trotzdem grad auf.
Es geht um mein Mutterschaftsgeld

Ich bin seit Oktober 2012 selbstständig und habe mich freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse zum Normaltarif über 15,5 % (also inkl. Anspruch auf Krankengeld und Mutterschaftsgeld) versichert lassen. Wohl wissend das ich mal Kinder haben möchte.
Vor meiner Selbstständigkeit war ich 2 Jahr lang Festangestellt, zuvor hatte ich 3 Jahre studiert.

Letztes Jahr bin ich dann schwanger geworden JUHU! Es war geplant, ich hatte mich davor reichlich informiert und nochmals bei meiner Krankenkasse abgesichert das ich auch wirklich Anspruch auf Mutterschaftsgeld habe.

Ich bin jetzt in der 37. SSW Heute nach 3 Wochen warten ( ich hatte bereits geahnt das Mutterschaftsberechnungen bei Selbstständigen eh immer etwas länger dauern) flatterte dann der Bescheid rein, ich bekomme für die ersten 6 Wochen 7,10 Euro!
(ja das Komma ist richtig gesetzt )
Mit der Begründung das mein Steuerbescheid 2013 noch nicht vorliegt (der steckt seit 3 Monaten beim Finanzamt) und meine eingereichte EÜR sowie meine ausgefüllte Kopie meines eingereichten Steuerbescheides 2013 nicht anerkannt wurde. Daher wurde mein Steuerbescheid aus 2012 herangezogen. Ich war allerdings ab Oktober 2012 Existenzgründer und habe in den 3 Monaten meiner Selbstständigkeit nur 88,00 Euro verdient.
Meine Festanstellungszeit 2012 wird nicht anerkannt, weil mein Versicherungsverhältnis innerhalb der Krankenkasse ja eine anders war (Arbeitnehmerin)

Hat jemand von euch so etwas schon mal gehört? Erlebt?

Ich habe natürlich schon nachgefragt ob ich den Steuerbescheid nicht einfach nachreichen kann.
Antwort: nein, das verbietet der Gesetzgeber

Habe vorhin einmal beim der Unabhängige Patientenberatung Deutschland angerufen, die fanden das auch recht skurril, ich bekomme nächste Woche einen Rückruf von denen.

Gibt es weitere Stellen an die ich mich wenden kann?
Ich dachte bis Dato auch die Berechnung des Mutterschaftsgeldes wären bei allen gesetzlichen Kassen gleich, aber scheinbar machen das alle anders???
Gibt es da keinen Gesetzestext?

...ich meine okay, die meisten freischaffenden haben gar keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld, aber ich finde es trotzdem recht unfair, ich bezahlte die höheren Beiträge ja nicht aus Lust und Laune und was wäre eigentlich passiert wenn ich krank geworden wäre? Wäre das dann genauso gelaufen?

Vielen Dank fürs lesen, vielleicht hat ja jemand eine Idee wie ich den Berechnungszeitraum doch noch korrigieren kann?

Gruß

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17. Juni 2014 um 12:07

Wie
würde es sich verhalten, wenn Du die Steuererklärung nun bekommen könntest?
Rufe dort an und mache Druck.
Mit "Nachreichen" haben die evtl. das Einreichen nach dem Mutterschutz verstanden?!

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17. Juni 2014 um 14:39

Danke für deine Antwort
leider ist es wohl tatsächlich so das man bei Krankengeld und eben bei Mutterschaftsgeld als Selbstständige den Steuerbescheid nicht nachreichen kann. Es gibt da einen Gesetztestext:

"Die Höhe des Krankengelds bei Selbstständigen ist anhand des Arbeitseinkommens zu bestimmen, das in dem Einkommenssteuerbescheid, der der Beitragserhebung zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit zugrunde lag, dokumentiert ist. Eine konkrete Ermittlung des tatsächlichen Arbeitseinkommens ist nicht nötig. 47 Abs 4 Satz 2 SGB 5 ist nicht als widerlegliche Vermutung auszulegen."

Es gibt sogar ein Urteil in einem ähnlichen Fall : SG Reutlingen Urteil vom 24. Juni 2010 Az. S 14 KR 3892/09
Bis jetzt haben scheinbar alle Kläger, ob es nun um die Höhe von Krankengeld bzw. Mutterschutz geht verlohren.

Das ist ganz schön bitter
Ich habe mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Bundesminesterium für Famile...etc., dem Minesterium für Soziales und mit der unabhängigen Patientenberatung telefoniert. Niemand konnte helfen. Das tragisch komische daran ist wenn ich mich von Anfang an für den günstigen Tarif ohne Krankengeld entschieden hätte, hätte ich zumindest einen Antrag bei der Mutterschaftsstell für den Einmalbetrag stellen können.

Es sei also allen Selbstständigen schwangeren Mädelz da draußen gesagt, nur weil ihr freiwilliges Mitglied in einer gestzlichen Krankenkasse seid und die 15,5% bezahlt, heißt es noch lange nicht das ihr auch angemessen Mutterschutzbekommt (geschweige denn Krankengeld), das hängt dann vom Finanzamt ab

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19. Juni 2014 um 9:06

Das ist tatsächlich eine starke Nummer!
Aber sag mal, wie verhält es sich denn mit der Berechnung des Elterngeldes seitens der Elterngeldstelle?
Nicht dass es hier ähnlich läuft!

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5. September 2014 um 22:17
In Antwort auf florina911

Das ist tatsächlich eine starke Nummer!
Aber sag mal, wie verhält es sich denn mit der Berechnung des Elterngeldes seitens der Elterngeldstelle?
Nicht dass es hier ähnlich läuft!

Elterngeld ist "ungefährlich"
Beim Elterngeld wird zwar auch auf den Gewinn des Steuerbescheides aus dem Kalenderjahr vor der Geburt zurückgegriffen. Liegt der aber noch nicht vor bei Antragstellung, gibt es Ausweichmöglichkeiten und die Nachreichmöglichkeit , siehe 8 BEEG. Man bekommt einen Abschlag auf sein Elterngeld, der nach Ermessen durch die Elterngeldstelle berechnet wird.

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