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Ausziehen mit 18: Unterhaltsanspruch?

24. Januar 2005 um 11:08

Hallo!
Ich bin 18 geworden, und da ich mich absolut nicht mit meiner Familie verstehe (meine Halbgeschwister akzeptiern mich nicht als Familienmitglied und meine Mutter schwärmt regelmäßig, wie schön alles wäre, wenn sie mich abgetrieben hätte). Ich wurde als Kind regelmäßig verprügelt (von ihnen) und meine Eltern sind seit ich 1 bin, nicht mehr zusammen. An meinem 13. Geb. ließen sie sich dann scheiden.
Mein Vater ist Fernfahrer und war deshalb nie da. Meine Mutter verweigerte ihm, mich zu sehen und er wehrte sich nicht dagegen.

Seit ich mit 16 zu meinem Freund gezogen bin, sehe ich ihn etwa alle 2 wochen am wochenende, doch die beziehung ist nicht wirklich gut, wir streiten uns sehr häufig.

Nun möchte ich ausziehen in eine eigene Wohnung, da mein Freund und ich uns einig sind, dass ich vor dem Studium (ich mache gerade Abitur) mal alleine einen Haushalt schmeißen sollte. Er arbeitet momentan und "wartet" auf mich, nach meinem abi wollen wir zusammen wegziehen, um zu studieren.

Meine eigentliche Frage: Wieviel Unterhalt steht mir insgesamt von beiden zu? Meine Mutter verdient etwa 1500-2000 Euro mtl. und mein vater 3000-4000 Euro mtl. (ich weiß keine genauen Zahlen). Außerdem erhält meine Mutter einen Zuschlag von 100 Euro mtl. für mich, da sie bei der Caritas arbeitet.
Ich habe gehört, es wren 600 Euro... Stimmt das?
LG

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24. Januar 2005 um 17:29

Hmmm
warum jetzt unbedingt nen eigenen haushalt schmeißen? du stehst kurz vorm abi und hast mit sicherheit besseres zu tun als ne wohnung einzurichten.
naja, aber is ja euer ding.

guck mal düsseldorfer tabelle. oder wenn ihr in den neuen ländern wohnt die berliner. da steht wieviel unterhalt zu zahlen ist.

mfg

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24. Januar 2005 um 18:39

Also
Generell hast du einen Unterhaltsanspruch. Auch dein Kindergeld, welches du vom Staat bekommst steht dir zu. Also es gitb eine Tabelle, in welcher aufgeführt ist, wieviel dir zusteht. Ich empfehle dir, mal beim Jugendamt vorbeizuschauene. DIe helfen dir. Ist es für dich unmöglich zuhause zu wohnen, dann zieh aus. Wenn aber nicht, dann warte doch noch das Jahr, bis du das Abi hinter dir hast.

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24. Januar 2005 um 21:49

Unterhalt
Hallo Anasha, da mein Sohn vor kurzer Zeit auch 18 geworden ist, hatten wir ein ähnliches Problem wegen des Unterhalts des Vaters. Mein Sohn war beim zuständigen Jugendamt, die beraten trotz Volljährigkeit bis zum 21 Lebensjahr. Dort hat er die Auskunft bekommen, dass einem volljährigen Jugendlichen, der noch in der Ausbildung/Schule ist, 555 EUR (neue Bundesländer) zustehen. Etwaige eigene Einkünfte, z.B Ausbildungsvergütung o. Minijob werden einberechnet, jedoch abzüglich 30% für Fahrkosten/Arbeitskleidung usw. Die restliche Summe wird zwischen Vater und Mutter aufgesplittet, entsprechend ihres Einkommens ( hier greifen dann die schon erwähnten Tabellen). Wenn ihr euch nicht einigen könnt, bleibt dir nur der Weg zum Rechtsanwalt, der dann eine sogenannte Offenlegungsklage einreicht. Dann sind Vater und Mutter verpflichtet, ihre Einkünfte offen zu legen und der jeweilige Unterhaltssatz wird gerichtlich festgelegt. Ich weiß nicht, ob du mit solch harten Bandagen kämpfen willst/musst? Der dann entstehende Bruch könnte unabänderlich sein, aber das kannst nur du entscheiden!Das Kindergeld steht dir aber in jedem Fall zu, falls du ausziehst.
Ich wünsche dir viel Glück, vielleicht lässt du dich erst einmal gründlich beraten!
LG.

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24. Januar 2005 um 23:00

Grundsätzlich
besteht erstmal KEIN Anspruch auf Unterhalt!
Das sollte man sich zuerst mal vor Augen halten...

Eltern sind eigentlich nur verpflichtet, ihrem Kind ein Bett, Nahrung und Kleinung zu stellen und können darauf bestehen, daß dieses im gemeinsamen Heim in Anspruch genommen wird.

Ausnahmen gibts natürlich immer...

Von was finanzierst Du Dich, wo Du doch jetzt schon zwei Jahre bei Deinem Freund wohnst?

Das Argument, Du "müßtest mal alleine gewohnt haben" interessiert bei Deinem Alter und beim Unterhaltsanspruch grundsätzlich niemanden.

Zahlen Deine Eltern derzeit irgendwas für Dich?
Wenn sie das grundsätzlich ablehnen, bleibt Dir nur der Weg übers Gericht.

Das kann, wie jemand anders schon erwähnt hatte, zu einem endgültigen Bruch führen, da sollte man sich gut überlegen, ob das wirklich sein muß oder ob man auch mit der derzeitigen Situation gut zurecht kommen kann.

Eine Lösung, bei der Deine Eltern freiwillig einen gewissen Betrag und Dein Kindergeld zahlen, wäre sicher wesentlich besser.
Jobben gehen kannst Du ja auch immer noch...

Ich kann nur empfehlen, zuerst mit den Eltern zu sprechen. Den Kontakt zum Vater kann ja mittlerweile niemand mehr untersagen und vielleicht zahlen Vater und Mutter freiwillig einen gewissen Betrag.
Ansonsten - wenn es wirklich nicht mehr so weiterlaufen kann, wie bisher (die Begründung finde ich aber, gelinde gesagt, ziemlich daneben) - ab zum Anwalt, Prozesskostenbeihilfe beantragen und sich dort informieren lassen, bzw. im allergrößten Notfall Klage einreichen.

Ob die Aussicht auf Erfolg hat, kann Dir aber niemand vorhersagen. Da müßtest Du schon wirklich beweisen können, daß ein Leben bei einem der Eltern für Dich unzumutbar wäre.

Gruß, harter Kern

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