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Beschäftigungsverbot nach Krankschreibung?

3. Dezember 2006 um 22:11

Hallo!
Bin in der 16. Woche schwanger und habe seit der 7. Woche Blutungen.
War wegen vorzeitigen Wehen im Krankenhaus und bin jetzt bis auf weiteres Krankgeschrieben und zu Hause.

Wenn ich die ganzen nächsten Wochen bis zum Beginn der Mutterschutzfristen auch noch krankgeschrieben bin, hätte das für mich fatale finanzielle Nachteile.

Vorgestern habe ich von der Möglichkeit eines Beschäftigungsverbotes gehört.

Ist es auch nach Krankschreibung möglich?
Macht das derselbe Gyn.?

Was mache ich, wenn mein Gyn. es mir nicht ausstellen will?

Anderen Gyn. aufsuchen, Psychologen, Hausarzt?

Wer hat Erfahrung?




Lg



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4. Dezember 2006 um 12:55

Arbeitsverbot
hallo,

ich kann nur von mir persönlich berichten, ich war schon seit 6 Wochen krankgeschrieben als sich meine Krankenversicherung bei meinem Frauenarzt meldet um zu erfahren wie es wieter gehen soll.Daraufhin füllte mein Arzt ein Formular über ein Arbeitsverbot aus.Meinen Lohn bekomme ich weiterhin.
Normalerweise stellt jeder Arzt ein Arbeitsverbot aus.
Gruß manu

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11. April 2015 um 20:58

Krankschreibung oder BV
Es liegt allein im Ermessen des Arztes ob er eine Krankschreibung oder ein BV ausstellt. Wenn schon Blutungen eingetreten sind, ist das ein pathologischer Befund und die Krankschreibung ist die normale Konsequenz. Aber auch da sind die finanziellen Einbußen nur 20%, die 80% werden ja auf jeden Fall weitergezahlt ohne dass auch nur einen Tag gearbeitet wurde!

Ich würde in dem Fall lieber hoffen dass das Kind letztlich gesund zur Welt kommt.

Wenn der Gynäkologe das nicht machen will, muss man das respektieren. Man könnte auch einen zweiten Gynäkologen aufsuchen, der wird wahrscheinlich auch wieder die Krankschreibung ausstellen.

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11. April 2015 um 22:37

Hallo
Also ich hatte auch so eine Situation. Ich hatte ein Tumor im Kopf und wurde im Januar operiert, ich wurde dann im selben Monat schwanger. Ich war auf Grund dem Tumor bis zum 31.3 krankgeschrien. Habe in der Zwischenzeit theater mit meinem AG. Tja ich bin dann zu meinem Gyn hin und habe gesagt, das ich gerne ein BV möchte, da es mir zu viel wird und ich Altenpflegerin bin. Mein Gyn war dann so nett und hat das BV ausgestellt. Also geh zu deinem Gyn rede mit ihm und sag ihm, dass du ein BV möchtest. Sollte er es nicht machen kannst du es auch deinem AG sagen der dich dann zu dem Betriebsarzt schickt der dir das dann ausstellen kann. Somit kann dann auch dein AG ein Ersatz für die Zeit die du nicht da bist holen.

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12. April 2015 um 9:06

PERTRABAUR
Darf ich fragen, warum hier nicht eindeutig ein BV angebracht wäre? Es geht ja um "Leib und Leben" des Kindes (drohende Fehlgeburt).
Und wie kommst Du auf 20% finanzielle Einbußen? Die Krankengeldhöhe beträgt 60% des Einkommens...

Liebe TE, ich würde definitiv versuchen, ein BV zu erhalten. Der Hausarzt wäre eine weitere Option

Gute Besserung!

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12. April 2015 um 9:21
In Antwort auf florina911

PERTRABAUR
Darf ich fragen, warum hier nicht eindeutig ein BV angebracht wäre? Es geht ja um "Leib und Leben" des Kindes (drohende Fehlgeburt).
Und wie kommst Du auf 20% finanzielle Einbußen? Die Krankengeldhöhe beträgt 60% des Einkommens...

Liebe TE, ich würde definitiv versuchen, ein BV zu erhalten. Der Hausarzt wäre eine weitere Option

Gute Besserung!

Blutungen
Die Begründung habe ich eigentlich schon genannt: bei pathologischen Befunden ist es eher eine Arbeitsunfähigkeit. Die Abwägung zwischen A.U. und B.V. liegt ausschließlich im Ermessen des Arztes.

Es gibt zu dem Thema Gerichtsurteile, weil schön öfters Schwangere versuchten, einen finanziellen Vorteil durch Wechsel von A.U ins B.V. zu ziehen. Wenn gleichzeitig Gefahr für Leib und Leben von Mutter und Kind bestehen als auch eine Arbeitsunfähigkeit, dann hat letztere Vorrang und es wird nach 6 Wochen Krankengeld gezahlt.

Wenn der Arbeitgeber ein BV ausgestellt hat, und gleichzeitig eine AU eintritt - z.B. durch ein gebrochenes Bein - dann hat auch die AU Vorrang.

Das Krankengeld beträgt zwischen 70% des Brutto-, und nicht mehr als 90% des Nettoeinkommens.

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12. April 2015 um 10:06
In Antwort auf petrabaur

Blutungen
Die Begründung habe ich eigentlich schon genannt: bei pathologischen Befunden ist es eher eine Arbeitsunfähigkeit. Die Abwägung zwischen A.U. und B.V. liegt ausschließlich im Ermessen des Arztes.

Es gibt zu dem Thema Gerichtsurteile, weil schön öfters Schwangere versuchten, einen finanziellen Vorteil durch Wechsel von A.U ins B.V. zu ziehen. Wenn gleichzeitig Gefahr für Leib und Leben von Mutter und Kind bestehen als auch eine Arbeitsunfähigkeit, dann hat letztere Vorrang und es wird nach 6 Wochen Krankengeld gezahlt.

Wenn der Arbeitgeber ein BV ausgestellt hat, und gleichzeitig eine AU eintritt - z.B. durch ein gebrochenes Bein - dann hat auch die AU Vorrang.

Das Krankengeld beträgt zwischen 70% des Brutto-, und nicht mehr als 90% des Nettoeinkommens.

Evtl. stehe ich auf dem Schlauch, dann bitte um
Entschuldigung - aber WANN wäre dann ein Befund für ein BV vorliegend, wenn nicht bei drohender Fehlgeburt?
Zumal die schwangere in diesem Fall ja nicht wegen der Blutung selbst arbeitsunfähig ist, sondern um die Schwangerschaft zu erhalten.
Mit Blutung könnte man ja in der Regel arbeiten - hier gehts ja um den Schutz der Schwangerschaft.

Was die finanziellen Einbußen betrifft, muß man noch eventuelle Auswirkungen auf das Elterngeld beachten.

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12. April 2015 um 11:06
In Antwort auf florina911

Evtl. stehe ich auf dem Schlauch, dann bitte um
Entschuldigung - aber WANN wäre dann ein Befund für ein BV vorliegend, wenn nicht bei drohender Fehlgeburt?
Zumal die schwangere in diesem Fall ja nicht wegen der Blutung selbst arbeitsunfähig ist, sondern um die Schwangerschaft zu erhalten.
Mit Blutung könnte man ja in der Regel arbeiten - hier gehts ja um den Schutz der Schwangerschaft.

Was die finanziellen Einbußen betrifft, muß man noch eventuelle Auswirkungen auf das Elterngeld beachten.

Blutungen und Wehen
Sie hatte ja nicht nur Blutungen sondern auch vorzeitige Wehen und war deswegen im KKH. Das ist dann eine AU.
Wie gesagt, welches von beiden Attesten gewählt wird, liegt in der Entscheidung des Arztes, der das auch gegenüber der Krankenkasse verantworten muss. Der Übergang ist natürlich fließend.

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12. April 2015 um 12:04
In Antwort auf petrabaur

Blutungen und Wehen
Sie hatte ja nicht nur Blutungen sondern auch vorzeitige Wehen und war deswegen im KKH. Das ist dann eine AU.
Wie gesagt, welches von beiden Attesten gewählt wird, liegt in der Entscheidung des Arztes, der das auch gegenüber der Krankenkasse verantworten muss. Der Übergang ist natürlich fließend.

Verstehe ich immer noch nicht.
Wehen stellen ja kein Krankheitsbild dar. Vorzeitige Wehen sind meist kaum spürbar und auch hier ist Schwangere nicht wegen der Wehen als solche im KH (z.B. weil sie es IHR so schlecht geht) - sondern einzig und allein um die Schwangerschaft zu erhalten.

Das Beispiel mit dem gebrochenen Bein ist hingegen klar und logisch und nachvollziehbar dass hier die AU greift.

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12. April 2015 um 13:29
In Antwort auf florina911

Verstehe ich immer noch nicht.
Wehen stellen ja kein Krankheitsbild dar. Vorzeitige Wehen sind meist kaum spürbar und auch hier ist Schwangere nicht wegen der Wehen als solche im KH (z.B. weil sie es IHR so schlecht geht) - sondern einzig und allein um die Schwangerschaft zu erhalten.

Das Beispiel mit dem gebrochenen Bein ist hingegen klar und logisch und nachvollziehbar dass hier die AU greift.

Blutungen und Wehen
Wenn sie im KKH ist, kann sie aber nicht gleichzeitig arbeiten, und genauso wenn sie zu Hause liegen muss. Folglich wäre das eine A.U. Wenn sie zu Hause aber normal ihre Hausarbeit erledigen und alles machen kann, dann kann sie auch im Beruf arbeiten und es gibt kein (individuelles) BV vom Arzt. Das alles muss der Arzt im Einzelfall beurteilen.

Wenn eine Schwangere ein BV gegenüber einer AU durchsetzen wollte, muss sie letztlich vors Arbeitsgericht ziehen. Zwingen kann man den Arzt nicht.

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12. April 2015 um 14:53
In Antwort auf petrabaur

Blutungen und Wehen
Wenn sie im KKH ist, kann sie aber nicht gleichzeitig arbeiten, und genauso wenn sie zu Hause liegen muss. Folglich wäre das eine A.U. Wenn sie zu Hause aber normal ihre Hausarbeit erledigen und alles machen kann, dann kann sie auch im Beruf arbeiten und es gibt kein (individuelles) BV vom Arzt. Das alles muss der Arzt im Einzelfall beurteilen.

Wenn eine Schwangere ein BV gegenüber einer AU durchsetzen wollte, muss sie letztlich vors Arbeitsgericht ziehen. Zwingen kann man den Arzt nicht.

Ich kann Deiner Theorie nicht folgen....
Das würde ja bedeuten, dass nur die mittelschweren Fälle für ein BV vorgesehen sind (die die ihren Alltag noch normal bestreiten können) - während die ganz schweren Fälle, wo wirklich das Leben des Kindes durch eine Fehlgeburt bedroht ist, nicht für ein BV vorgesehen sind und somit benachteiligt sind.
Das KANN nicht hinter der Idee des BV stecken! Das wäre enorm unverständlich!

Auch habe ich nichts in diese Richtung gelesen (also dass man seinen Alltag nahezu uneingeschränkt nachgehen können sollte und NICHT unter Bettruhe stehen sollte).
Es steht überall dass das BV vorgesehen ist, wenn Leib und Leben des Kindes und/oder der Mutter gefährdet wäre durch ein Weiterarbeiten - und das ist hier definitiv gegeben. Unabhängig davon ob mit oder ohne Bettruhe.


ich finde diese Frage sehr interessant und will nicht klugscheissen, bitte nicht falsch verstehen.


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12. April 2015 um 15:23
In Antwort auf florina911

Ich kann Deiner Theorie nicht folgen....
Das würde ja bedeuten, dass nur die mittelschweren Fälle für ein BV vorgesehen sind (die die ihren Alltag noch normal bestreiten können) - während die ganz schweren Fälle, wo wirklich das Leben des Kindes durch eine Fehlgeburt bedroht ist, nicht für ein BV vorgesehen sind und somit benachteiligt sind.
Das KANN nicht hinter der Idee des BV stecken! Das wäre enorm unverständlich!

Auch habe ich nichts in diese Richtung gelesen (also dass man seinen Alltag nahezu uneingeschränkt nachgehen können sollte und NICHT unter Bettruhe stehen sollte).
Es steht überall dass das BV vorgesehen ist, wenn Leib und Leben des Kindes und/oder der Mutter gefährdet wäre durch ein Weiterarbeiten - und das ist hier definitiv gegeben. Unabhängig davon ob mit oder ohne Bettruhe.


ich finde diese Frage sehr interessant und will nicht klugscheissen, bitte nicht falsch verstehen.


AU
Das Mutterschutzgesetz schreibt nichts über die Arbeitsunfähigkeit und ist vom Umfang her begrenzt. Das heißt aber nicht, dass nicht auch andere Regelungen und Gesetze da hineinspielen.

"Es steht überall dass das BV vorgesehen ist, wenn Leib und Leben des Kindes und/oder der Mutter gefährdet wäre durch ein Weiterarbeiten"

Wenn Weiterarbeiten durch ein ärztliches Attest über eine A.U. gar nicht in Frage kommt, ist das BV nicht nötig. Ich möchte aber an dieser Stelle nicht weiter diskutieren, weil ich schon alles dazu geschrieben habe. Mußt dich eben anderswo noch näher informieren.

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13. April 2015 um 7:38
In Antwort auf petrabaur

AU
Das Mutterschutzgesetz schreibt nichts über die Arbeitsunfähigkeit und ist vom Umfang her begrenzt. Das heißt aber nicht, dass nicht auch andere Regelungen und Gesetze da hineinspielen.

"Es steht überall dass das BV vorgesehen ist, wenn Leib und Leben des Kindes und/oder der Mutter gefährdet wäre durch ein Weiterarbeiten"

Wenn Weiterarbeiten durch ein ärztliches Attest über eine A.U. gar nicht in Frage kommt, ist das BV nicht nötig. Ich möchte aber an dieser Stelle nicht weiter diskutieren, weil ich schon alles dazu geschrieben habe. Mußt dich eben anderswo noch näher informieren.

Natürlich ist ein BV nötig,
dadurch sollen ja finanzielle Nachteile vermieden werden, wenn schwangerschaftsbedingt nicht gearbeitet werden kann.

Theoretische könnte sie mit Blutungen und auch Wehen (sind ja keine Geburtswehen) arbeiten, riskiert aber eine Fehlgeburt.
Genau DAS soll durch ein BV -und damit keinen finanziellen Einbußen- vermieden werden.

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13. April 2015 um 10:42

Danke Dir!
Das ist so richtig wenn man zuvor entsprechende Monate vorweisen kann.
Man muß nur auch bedenken, dass manche Frauen vielleicht in diesen vorherigen Monaten nicht gearbeitet haben, evtl. wegen Arbeitslosigkeit oder Elternzeit eines Kindes. Da stellt sich die Frage, wie sich das dann verhält??

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13. April 2015 um 11:12

Das Problem ist,
dass Krankengeld sowieso als Nullmonat zählt, im Falle von schwangerschaftsbedingter Erkrankung jedoch die vorherigen Monate zur Berechnung herangezogen werden.

Heißt, wenn keine vorherigen Monate herangezogen werden können, hat man eben doch diesen finanziellen Nachteil bzgl. Elterngeld.

Das Thema könnte immer wieder interessant werden, von daher kann es nicht schaden, auch wenn dieser Thread alt ist.

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13. April 2015 um 11:12

Das Problem ist,
dass Krankengeld sowieso als Nullmonat zählt, im Falle von schwangerschaftsbedingter Erkrankung jedoch die vorherigen Monate zur Berechnung herangezogen werden.

Heißt, wenn keine vorherigen Monate herangezogen werden können, hat man eben doch diesen finanziellen Nachteil bzgl. Elterngeld.

Das Thema könnte immer wieder interessant werden, von daher kann es nicht schaden, auch wenn dieser Thread alt ist.

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