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Bürgschaft auf erstes Anfordern Hilfeeeee

13. Dezember 2005 um 9:04

Hallo an Alle!

Ich hoffe es kennt sich jemand aus oder hat selbst zu diesem Thema Erfahrungen gesammelt. Ich habe einen Riesenärger mit meiner Bank. Ich hatte eine Mietbürgschaft abgeschlossen und diese war eine Bürgschaft auf erstes Anfordern, was ich allerdings nicht wusste sondern erst im Nachhinein erfahren habe... Das heisst die Bank hat mich null über mein Risiko aufgeklärt und es wurde mir auch gar keine andere Art einer Bürgschaft angeboten. Naja wie es so kommen musste, hatten wir heftigen Ärger mit unserem Vermieter. Ich erkundigte mich deshalb bereits vor Ablauf des Mietverhältnisses bei meiner Bank, ob er irgendwie Ärger machen kann mit der Bürgschaft. Erst an dieser Stelle erfuhr ich dann überhaupt, wie die Art der Bürgschaft läuft. Wie befürchtet, erhielt ich ein paar Tage nach Auszug einen Anruf meines Kundenberaters von der Bank, der mir mitteilte, der Vermieter hätte den gesamten Betrag angefordert und hätte irgendwelchen fadenscheinigen Forderungen angegeben. Ich wies sofort darauf hin, dass dies unrechtens ist, dass keine Forderungen bestehen. Mein Banker erklärte dann nur:" Da können wir nichts machen, wir müssen den Betrag auszahlen" Obwohl wir uns schriftlich nochmal mitteilten und auch unser Anwalt sich einschaltete, hat die Bank einfach alles ausbezahlt. So und nun kommt der Clou: Anschliessend haben sie den Betrag meinem Girokonto belastet, einfach eigenmächtig meinen Dispositionsrahmen erhöht, mein Konto gesperrt. Die ganze Sache läuft nun seit fast 2 Jahren hin und her. Wir hatten im Prinzip damals die Wahl entweder wir gehen in Rechtsstreit mit Vermieter oder mit der Bank. Wir haben uns für den Vermieter entschieden, da wir Mietrechtsschutz haben. Der Rechtsstreit zieht sich aber leider wie sooft in Deutschland, seitdem hin und nun hat meine Bank mir eine Kündigung des Girokontos angedroht!!! Was meint Ihr, weiss jemand was dazu??? Wäre sehr sehr dankbar!!!

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13. Dezember 2005 um 9:11

Erstmal..
hätte ich schon längst die Bank gewechselt!
Warum seid Ihr da noch Kunde?
Und dann ist das so eine Sache mit Mietbürgschaften.

Les mal hier http://www.erwin-ruff.de/mietkaution.html

unter Punkt 4.2

Bürgschaften sind immer eine riskante Sache!
Warum kann Euch Euer Rechtsanwalt nicht weiterhelfen?
Gruß

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13. Dezember 2005 um 10:49
In Antwort auf jennywren

Erstmal..
hätte ich schon längst die Bank gewechselt!
Warum seid Ihr da noch Kunde?
Und dann ist das so eine Sache mit Mietbürgschaften.

Les mal hier http://www.erwin-ruff.de/mietkaution.html

unter Punkt 4.2

Bürgschaften sind immer eine riskante Sache!
Warum kann Euch Euer Rechtsanwalt nicht weiterhelfen?
Gruß

... rechtsstreit...
Möglich war es ja nicht, die Bank zu wechseln, da sich die Angelegenheit mit dem Vermieter ja seitdem vor Gericht befindet. Hätte ich der Bank gekündigt, hätte ich mich auch rechtlich klar im Nachteil befunden. Unser Anwalt vertritt uns in der Sache Mietrecht, da wir Mietrechtsschutz haben. Leider aber haben wir keine generelle Rechtsschutzversicherung, sonst hätten wir wohl gleich gegen die Bank geklagt. Danke für Deine Antwort und den Link, lese mich da gleich mal ein!
Grüsse

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14. Dezember 2005 um 9:40

Ihr habt ja einen Anwalt
insofern sollte der Euch eigentlich beraten.

Was die Bürgschaft angeht: Ich habe damit eigentlich kein Problem. Denn wenn Ihr keine Bürgschaft geliefert hättet, dann hättet Ihr ja die Kaution bar auf den Tisch legen bzw. überweisen müssen. Macht also wirtschaftlich keine Unterschied. Eigentlich war es sogar positiv für Euch, denn offenbar hättet Ihr die Kaution nicht aufbringen können.

Und dass es eine Bürgschaft auf erstes Anfordern war, ist klar - sonst macht eine solche Bürgschaft auch keinen Sinn.

Die Bank musste auch auszahlen, wenn der Bürgschaftsnehmer Forderungen erhebt. Würde die Bank erst prüfen müssen, ob die Forderung berechtigt ist oder nicht, hätte der Vermieter ja gerade keine wirkliche Sicherheit, wenn die Forderung streitig ist.

Da nun die Bürgschaft ausbezahlt werden musste, durfte die Bank entsprechend diese Summe wieder von Dir einfordern. Das geschieht sinnvollerweise durch Belastung Deines Kontos. Oder hätte die Bank Dich verklagen sollen?

Und da Du offenbar Dein Konto nicht ausgleichen kannst, ist die Bank auch berechtigt, es zu kündigen.

Um es noch mal zusammenzufassen: Hätte die Bank keine Bürgschaft gegeben, hättet Ihr das Geld auf andere Weise aufbringen müssen - Ihr würdet also genauso dastehen wie jetzt.

Ich würde Euch raten, mit der Bank zu verhandeln, ob aus dem überzogenen Girokonto ein richtiger Kredit wird, den Ihr dann abbezahlt. So umgeht Ihr die Kündigung des Kontos und bekommt eine gewisse Perspektive, wie es weitergeht.

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15. Dezember 2005 um 10:39

Das ist so...
seine fadenscheinigen Anforderungen, die er auch erst ein halbes Jahr später gestellt hat, waren Dinge die angeblich verändert wurden in der Wohnung (die wir aber mit ihm vereinbart hatten). Dass es rechtlich nicht ok war, dass er das Geld angefordert hat, hat ja niemanden interessiert, da es eben eine Bürgschaft auf erstes Anfordern war. Die Bank zahlt dann einfach aus. Hätte ich dies allerdings im Vorfeld gewusst, hätte ich niemals so eine Bürgschaft gemacht. Die ganze Sache liegt ja seitdem vor Gericht... sowas zieht sich, das ist ja das übel! Danke für Deine Antwort, liebe Grüße

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15. Dezember 2005 um 21:04
In Antwort auf daydream311

Das ist so...
seine fadenscheinigen Anforderungen, die er auch erst ein halbes Jahr später gestellt hat, waren Dinge die angeblich verändert wurden in der Wohnung (die wir aber mit ihm vereinbart hatten). Dass es rechtlich nicht ok war, dass er das Geld angefordert hat, hat ja niemanden interessiert, da es eben eine Bürgschaft auf erstes Anfordern war. Die Bank zahlt dann einfach aus. Hätte ich dies allerdings im Vorfeld gewusst, hätte ich niemals so eine Bürgschaft gemacht. Die ganze Sache liegt ja seitdem vor Gericht... sowas zieht sich, das ist ja das übel! Danke für Deine Antwort, liebe Grüße

Hallo Daydream,
eine Mietbürgschaft wird von fachkundigen Vermietern meißt nur angenommen, wenn sie einige Sonderklauseln enthält. Eine davon ist die, um die es hier geht, nämlich dass der volle Betrag nach dem ersten Anfordern und ohne Rückhalt ausgezahlt wird.
Hättest Du eine Barkaution oder ein Sparkonto hinterlegt, dann hätte Dein Vermieter es genauso machen können.
Ich denke, dass Dein Bank bei der Auszahlung der Mietkaution nicht falsch gehandelt hat, denn die Bank interessiert es nicht, ob es einen einwandfreien rechtlichen Grund dazu gibt. Ich denke auch, dass die Bank das mit der Dispoerhöhung und der Auszahlung vom Girokonto machen darf und das es hierzu (seitens der Mietbürgschaft) eine vertragliche Regelung gibt.

Weiterhin schreibst Du, dass ihr Dinge an der Wohnung verändert habt, weswegen Euer Vermieter dann auf das Geld der Mietkaution zurück gegriffen hat, obwohl die Änderungen/Umbauten mit dem Vermieter "abgesprochen" waren.
Habt ihr eine schriftliche Vereinbarung? Falls nicht, denke ich, dass es in bestimmten Fällen schlecht für Euch aussieht, vor Gericht Recht zu bekommen. Für die Zukunft würde ich Euch empfehlen,sofern ihr einen Rückbau vermeiden wollt - bei Auszug, soetwas immer schriftlich festzuhalten und beiderseits zu unterschreiben. Dann dürfte es beim Auszug keine Probleme geben und ein Rechtsstreit kann vermieden werden.

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