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Ehevertrag? Gutsituierte Frau heiratet Mann mit Haus

17. Juni 2008 um 15:55

Hallo, ich hab vor kurzem geheiratet. Mein Mann besitzt Haus u. Grundstück, was bereits abgezahlt ist. Vor ca.
einem Jahr hat er die Arbeitsstelle gewechselt (Montage aufgegeben und vor Ort Neueinstellung), mit wesentlich
weniger Gehalt als vorher.
Ich verdiene etliches mehr, als mein Mann (seit 21 Jahren im öffentlichen Dienst!) zzgl. Urlaubs,- Weihnachtsgeld u. Bonus...
Zusammen geht es uns also sehr gut. Beide Verdienst und keine Miete bzw. Rate fürs Haus.
Nun meine eigentliche Frage: Für alles, was wir jetzt in unserer Ehe neu anschaffen (z.B. Wintergarten, Terasse, Vorgarten, Carport, Pool usw., evtl. neues Auto, wird hauptsächlich von mir aufgrund meines höheren Verdienstes bezahlt. Kann mir jemand raten, wie ich mich diesbezüglich absichere? Es steht gerade ein Miteintrag ins Grundbuch zur Debatte (50%), wovon mein Mann allerdings nicht ganz so begeistert ist. Er will sein Haus keinesfalls im Fall einer Trennung verlieren. Hab vorgeschlagen, dass im notariellen Vertrag verankert werden könnte, dass er das Vorrecht hat, im Fall einer Trennung im Haus zu bleiben. War für ihn sowieso Voraussetzung. Er müsste mir dann die Hälfte des z.B. getaxten Wertes des Hauses auszahlen - wenn wir das so vereinbaren. Er bleibt also so oder so im Haus u. ich fange von Null an. (Hatte vor ihm eine tolle Wohnung und für ihn alles incl. Möbeln aufgegeben)Ist dann ein Ehevertrag sinnvoller? Oder wie kann ich mein Geld, was ich in das Haus meines Mannes investiere bzw. mein mehrverdientes Geld für den Fall einer Trennung sichern? Haben bereits nach der Hochzeit überstürzt ein gemeinsames Konto - bzw. hab ihn in mein Konto mit eintragen lassen, wo sein Gehalt mit einfliesst und alle Lebenshaltungskosten abgehen.
Trotz mehrfacher Beratung bin ich kein Stück schlauer - eher ziemlich durcheinander. Ich hoffe sehr, dass mir jemand helfen kann. Vielen lieben Dank schon mal im Voraus.

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17. Juni 2008 um 18:50

Zugewinngemeinschaft
Wenn keine anderen Vereinbarungen getroffen wurden, ist die Ehe eine Zugewinngemeinschaft. Alles, was die Partner in die Ehe mitgebracht haben, bekommen sie nach der Trennung wieder. Der Zugewinn, also das, was einem der beiden Partner während der Ehe zugeflossen ist (Einkommen, Ansprüche auf Rente/Pension etc.) wird zwischen den Partnern ausgeglichen.
Daneben gibt es als Standardformen noch die Gütergemeinschaft (auch die in die Ehe mitgebrachten Sachen werden geteilt) und die Gütertrennung (man wird behandelt wie zwei unverheiratete Personen).

Du kannst Deinem Mann ja ein zinsloses Darlehen gewähren. Im schriftlichen Darlehensvertrag steht dann, dass er von Dir x EUR für die Renovierung des Hauses erhält, und wann/wie er diese Summe zurückzahlen muss. Dann muss er Dir nicht einen Teil des Hauses überschreiben, und Du bekommst nach einer eventuellen Trennung das Geld zurück (sofern er nicht überschuldet ist). Man kann ja auch vereinbaren, dass sich die zurückzuzahlende Summe in dem Maße verringert, wie die Ehe andauert, so dass beispielsweise nach x Jahren das Darlehen "abgewohnt" ist (Du lebst ja mietfrei im Haus Deines Mannes).

Gleiches kannst Du mit dem Auto machen - Du kaufst es, Dein Mann zahlt Dir im Monat x EUR für die Mitnutzung.

Das sind aber alles nur Ideen eines Laien, eine wirklich verlässliche und tragfähige Lösung erstellt Dir Dein Anwalt für Familienrecht vor Ort. Der haftet dann auch, wenn er Mist baut.

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18. Juni 2008 um 9:55
In Antwort auf fuzzy77

Zugewinngemeinschaft
Wenn keine anderen Vereinbarungen getroffen wurden, ist die Ehe eine Zugewinngemeinschaft. Alles, was die Partner in die Ehe mitgebracht haben, bekommen sie nach der Trennung wieder. Der Zugewinn, also das, was einem der beiden Partner während der Ehe zugeflossen ist (Einkommen, Ansprüche auf Rente/Pension etc.) wird zwischen den Partnern ausgeglichen.
Daneben gibt es als Standardformen noch die Gütergemeinschaft (auch die in die Ehe mitgebrachten Sachen werden geteilt) und die Gütertrennung (man wird behandelt wie zwei unverheiratete Personen).

Du kannst Deinem Mann ja ein zinsloses Darlehen gewähren. Im schriftlichen Darlehensvertrag steht dann, dass er von Dir x EUR für die Renovierung des Hauses erhält, und wann/wie er diese Summe zurückzahlen muss. Dann muss er Dir nicht einen Teil des Hauses überschreiben, und Du bekommst nach einer eventuellen Trennung das Geld zurück (sofern er nicht überschuldet ist). Man kann ja auch vereinbaren, dass sich die zurückzuzahlende Summe in dem Maße verringert, wie die Ehe andauert, so dass beispielsweise nach x Jahren das Darlehen "abgewohnt" ist (Du lebst ja mietfrei im Haus Deines Mannes).

Gleiches kannst Du mit dem Auto machen - Du kaufst es, Dein Mann zahlt Dir im Monat x EUR für die Mitnutzung.

Das sind aber alles nur Ideen eines Laien, eine wirklich verlässliche und tragfähige Lösung erstellt Dir Dein Anwalt für Familienrecht vor Ort. Der haftet dann auch, wenn er Mist baut.

Zugewinngemeinschaft
Hallo, vielen Dank für Deine Antwort.
Wenn wir also nichts vereinbaren, ist es automatisch eine Zugewinngemeinschaft. Im Fall einer Trennung hat er sein Haus u. Grundstück, wo ich etliches an Geld u. Arbeit u. Liebe reingesteckt habe. Übrigens in ca 5 Jahren genauso viel wie er!! Und durch meinen Mehrverdienst muss ich ihn ganz sicher dann auch noch auszahlen. Ich ziehe in eine Mietwohnung und hab ne ganze Menge Geld verloren!! So ist der Fakt.
Und damit kann ich natürlich nicht leben. Deine Ratschläge sind alle ganz gut und verständlich, aber das
ist mir ehrlich gesagt alles zu umständlich. Verträge, Verträge, Verträge... in einer Ehe find ich das ziemlich blöd. Ausserdem find ich das Argument, dass ich ja mietfrei im Haus meines Mannes wohne, absolut irrsinnig. Wieso soll ich in sein Haus u. Grundstück investieren, und dafür ja mietfrei wohnen. Wenn ich dann z.B. Darlehen "abgewohnt" habe, darf ich dann vielleicht ausziehen und fange bei NULL an. Und er hat Dank meiner Hilfe das tollste Haus der Umgebung. Wenn ich sozusagen eine "Miete" zahlen soll, dann könnte ich auch in eine EIGENE Immobilie investieren, oder nicht??
Ich suche nach einer Lösung, die so einfach und unumständlich wie möglich ist - wo ich das Gefühl habe, zu Hause zu sein, und mit absolut ruhigem Gewissen mein ganzes Geld mit ganz viel Liebe reinstecke.
Viele Grüße.

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18. Juni 2008 um 14:35
In Antwort auf faro121

Zugewinngemeinschaft
Hallo, vielen Dank für Deine Antwort.
Wenn wir also nichts vereinbaren, ist es automatisch eine Zugewinngemeinschaft. Im Fall einer Trennung hat er sein Haus u. Grundstück, wo ich etliches an Geld u. Arbeit u. Liebe reingesteckt habe. Übrigens in ca 5 Jahren genauso viel wie er!! Und durch meinen Mehrverdienst muss ich ihn ganz sicher dann auch noch auszahlen. Ich ziehe in eine Mietwohnung und hab ne ganze Menge Geld verloren!! So ist der Fakt.
Und damit kann ich natürlich nicht leben. Deine Ratschläge sind alle ganz gut und verständlich, aber das
ist mir ehrlich gesagt alles zu umständlich. Verträge, Verträge, Verträge... in einer Ehe find ich das ziemlich blöd. Ausserdem find ich das Argument, dass ich ja mietfrei im Haus meines Mannes wohne, absolut irrsinnig. Wieso soll ich in sein Haus u. Grundstück investieren, und dafür ja mietfrei wohnen. Wenn ich dann z.B. Darlehen "abgewohnt" habe, darf ich dann vielleicht ausziehen und fange bei NULL an. Und er hat Dank meiner Hilfe das tollste Haus der Umgebung. Wenn ich sozusagen eine "Miete" zahlen soll, dann könnte ich auch in eine EIGENE Immobilie investieren, oder nicht??
Ich suche nach einer Lösung, die so einfach und unumständlich wie möglich ist - wo ich das Gefühl habe, zu Hause zu sein, und mit absolut ruhigem Gewissen mein ganzes Geld mit ganz viel Liebe reinstecke.
Viele Grüße.

Tja...
Du kannst Deinem Mann vertrauen und nichts tun, oder Du vertraust ihm nicht, dann musst Du Gütertrennung vereinbaren oder Dich vertraglich absichern.

Auf der einen Seite ist es die große Liebe, der Verträge nur unromantisch im Weg stehen, auf der anderen Seite willst Du jeden investierten Cent nach einer Trennung (die ja offenbar nicht völlig unwahrscheinlich ist) zurückbekommen.

Es steht mir nicht zu, mich da einzumischen, aber wäre die Gütertrennung nicht vielleicht doch die bessere Idee gewesen? Bei so vielen Zweifeln? Das kann man auch nachträglich noch durch Ehevertrag vereinbaren, dann beschränkt sich der Zugewinnausgleich nach der Trennung auf die kurze Zeit, in der die Ehe als Zugewinngemeinschaft bestand.

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18. Juni 2008 um 16:09
In Antwort auf fuzzy77

Tja...
Du kannst Deinem Mann vertrauen und nichts tun, oder Du vertraust ihm nicht, dann musst Du Gütertrennung vereinbaren oder Dich vertraglich absichern.

Auf der einen Seite ist es die große Liebe, der Verträge nur unromantisch im Weg stehen, auf der anderen Seite willst Du jeden investierten Cent nach einer Trennung (die ja offenbar nicht völlig unwahrscheinlich ist) zurückbekommen.

Es steht mir nicht zu, mich da einzumischen, aber wäre die Gütertrennung nicht vielleicht doch die bessere Idee gewesen? Bei so vielen Zweifeln? Das kann man auch nachträglich noch durch Ehevertrag vereinbaren, dann beschränkt sich der Zugewinnausgleich nach der Trennung auf die kurze Zeit, in der die Ehe als Zugewinngemeinschaft bestand.

Ehegarantie
Es ist die große Liebe. Im Jahr 2008 und mit der beschriebenen finanzellen bzw. materiellen Situation.
Die Zweifel kamen übrigens von ihm. Er hat Angst, sein Haus zu verlieren, aber ein gemeinsames Konto gleich nach der Hochzeit war für ihn selbstverständlich..
Außerdem ist eine Heirat keine Garantie. Auch nicht dafür,
dass sich die meissten Männer irgendwann gegen den
Angriff von jüngeren Frauen wehren können.
Und für diesen Fall möchte ich mich ganz einfach absichern! Wer heute einfach nur vertraut, fällt am Ende hinten runter - versteht jeder - Du sicherlich auch.
Wäre die Situation andersrum, denke ich, hättest Du als Mann anders geantwortet. Typisch!
Trotzdem Danke für Deinen Beitrag.

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1. November 2014 um 10:52
In Antwort auf faro121

Ehegarantie
Es ist die große Liebe. Im Jahr 2008 und mit der beschriebenen finanzellen bzw. materiellen Situation.
Die Zweifel kamen übrigens von ihm. Er hat Angst, sein Haus zu verlieren, aber ein gemeinsames Konto gleich nach der Hochzeit war für ihn selbstverständlich..
Außerdem ist eine Heirat keine Garantie. Auch nicht dafür,
dass sich die meissten Männer irgendwann gegen den
Angriff von jüngeren Frauen wehren können.
Und für diesen Fall möchte ich mich ganz einfach absichern! Wer heute einfach nur vertraut, fällt am Ende hinten runter - versteht jeder - Du sicherlich auch.
Wäre die Situation andersrum, denke ich, hättest Du als Mann anders geantwortet. Typisch!
Trotzdem Danke für Deinen Beitrag.

Ehevertrag
ist heute in meinen Augen das vernünftigste. Übrigens sind die Frauen heute auch nicht den Avancen der Herren gegenüber abgeneigt, auch wenn noch kleine Kinder in der Ehe bestehen.
Und der Staat hat es mittlerweile so gemacht, das er nicht in Regress genommen wird, der geht das über Leichen.
Am besten wäre es jeder Mensch hätte Charakter, ist aber heute nicht mehr so. Leider

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