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Elterngeldgesetz birgt totale Ungerechtigkeiten..

17. März 2007 um 9:32

Wer arbeitslos ist und ALGII in den letzten Monaten, genau aus diesem Grund bezogen hat, bekommt den Mindestsatz, was ich auch gerecht finde, da dieser fast dem Erziehungsgeld gleicht.

Nun ist es aber so, das nicht alle arbeitslos sind, die ALGII beziehen. Das ALGII ist eine Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und sozialer Unterstützung des Staates, welches vorher einmal getrennt war.

Ich habe nach dem Abitur an der Wirtschaftsakademie studiert und parallel eine Ausbildung gemacht. Habe in dieser Zeit (also schon ab 19 Jahren) in die staatlichen Kassen eingezahlt. Nahtlos habe ich dann in einem grossen deutschen Unternehmen meine "Karriere" auf die Beine gestellt, immer top verdient und fleissig noch mehr Geld in die Kassen der Arbeitslosenversicherung etc. eingezahlt. Ich war nie arbeitslos!!!

Vor 2 Jahren bekam ich dann meinen ersten Sohn und habe meine berufliche Laufbahn auf Eis gelegt um ihn selber gross zu ziehen. Lt Gesetz hat man den Anspruch 3 Jahre lang. Da ich allein von dem Erziehungs- und Kindergeld nicht leben konnte, musste ich staatliche Leistungen in Anspruch nehmen. Denn mein so tolles Einkommen fiel gänzlich weg. Diese Leistungen nennen sich auch bei mir ALGII.

Da ich in diesem Jahr mein 2. Kind im Spätsommer erwarte, beschäftigt mich die Frage des Elterngeldes sehr.

Und ich finde es nicht nur verdammt ungerecht, sondern - ja, ich finde es verfassungswidrig - das ich den Mindestsatz von 300,- Euro bekommen soll und weiter von Sozialleistungen abhängig bin!

Ich finde es schlimm mich vorm Staat nackig zu machen, denn dieser ALGII Antrag bedeutet, deine Ersparnisse, Konten, Lebensumstände, Versicherunen ... einfach alles wird kontrolliert und transparent gemacht. Das ist für mich sehr erniedrigend.

Jetzt frage ich Euch mit welchem Recht, bekommt eine Mutter eines 2007 geborenen Kindes 67% Elterngeld und eine andere Mutter, die bereits ein Kind hat und vorher genauso berufstätig war wie jene - ALGII?????

Ich finde da es ein Muss wäre, die 12 Monate vor der genommenen Elternzeit für das Elterngeld anzurechnen und ich überlege ernsthaft gegen diese Gesetzeslücke zu klagen!

Das war mal meine ganz persönliche Meinung!

LG Rotkehlchen

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17. März 2007 um 19:00

Ausnahmen bestättigen die regel...
das ist bei dir echt blöd gelaufen, muß ich schon sagen. an deiner setlle würde es mich auch nerven.

aber im großen und ganzen finde ich, das das elterngeld eine gute regelung ist. sorry.

trotzdem alles gute, libelle

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17. März 2007 um 19:51

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Ich muss auch sagen, da hast du echt ne dumme Situation. Frage mich nur, war dein zweites Kind ein "Unfall"? Was ist mit dem Vater?
Falls du alleinerziehend bist - warum hast du denn nicht erst 12 Monate wieder gearbeitet, bevor du schwanger geworden bist? Das hätte deine Situation sehr erleichtert. Will dich nicht verurteilen...dieser Gedanke wäre mir an deiner Stelle allerdings durch den kopf gegangen.

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17. März 2007 um 20:18
In Antwort auf fantab

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Ich muss auch sagen, da hast du echt ne dumme Situation. Frage mich nur, war dein zweites Kind ein "Unfall"? Was ist mit dem Vater?
Falls du alleinerziehend bist - warum hast du denn nicht erst 12 Monate wieder gearbeitet, bevor du schwanger geworden bist? Das hätte deine Situation sehr erleichtert. Will dich nicht verurteilen...dieser Gedanke wäre mir an deiner Stelle allerdings durch den kopf gegangen.

Es war ein Wunschkind...
Nein, ich bin nicht alleinerziehend. Wir sind zwar nicht verheiratet, leben aber zusammen. Das Problem (ich wollte vorhin nicht noch weiter ausholen): er hat sich Anfang 2005 selbstständig gemacht und seine Einnahmen decken sich fast mit den Betriebsausgaben. Das was übrig bleibt, reicht gerade mal für seinen Teil des Unterhalts.
Das finde ich ja auch noch so schlimm. Er muss alles, was seine Firma betrifft auch offenlegen. Wird quasi mit reingezogen.

Das es bis jetzt so war und nicht anders ging, ist schon okay. Aber wir beide dachten, es würde sich mit dem Elterngeld ändern. Wir waren wie viele andere genauso begeistert, weil wir glaubten, es werden die 12 Monate vor der Elternzeit anerkannt.
Bin im Dezember schwanger geworden und als ich das wusste hab ich mich gleich
informiert. Einige Behördenmitarbeiter wussten das selbst nicht genau, wie sich das in diesem Fall verhält. Doch nun scheint es relativ sicher.
Wenn wir vorher gewusst hätten wie das wird, hätten wir vielleicht auch noch gewartet. Aber ich finde es traurig es davon abhängig zu machen.
Ausserdem muss ich auch noch andere Dinge abwägen. Arbeite als Automobilverkäuferin bei nem Bayerischen Automobilkonzern und habe mit Beginn der Elternzeit meinen Kundenstamm abgegeben. Müsste mir alles nochmal neu aufbauen.
Für mich war von Anfang an klar, das unser Sohn zeitnah ein Geschwisterchen bekommen soll. Und wenn ich erst wieder arbeiten gegangen wäre und mir alles in 3-5 Jahren aufgebaut hätte, hätte ich irgendwann ein 3. Mal angefangen.
So kann ich mich erstmal auf meine Familie konzentrieren und dann wieder einsteigen.

Aber erstens kommt es anders und zweitens wie man denkt.

LG Rotkehlchen

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18. März 2007 um 18:07

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Mh, ich habe letztens einen anderen Beitrag hier im Forum verfolgt und da sind die Diskussionbspartner ganz einfach auf den Schluss gekommen, dass man eben vor einer Schwangerschaft dafür sorgen muss, dass man genug Geld für sich und die Familie zur Verfügung hat. Man kann nicht vom Staat verlangen, dass er den Lebensstandard aufrecht erhalten soll. Ein Kind in die Welt zu setzen und es groß zu ziehen bedeutet immer finanzielle Einschränkung. Die Leistungen vom Staat verhindern lediglich das Verhungern. Jeder ist immer noch für sich selbst verantwortlich. Ich kann Rotkehlchen zwar in dem Punkt verstehen, dass sie sagt, die Kinder sollen nicht so einen großen Altersunterschied haben, aber wenn ich jetzt von mir persönlich ausgehe -> mein erstes Kind kommt nächstes Jahr und mein zweites erst 6 bis 8 Jahre später! Weil ich nämlcih wieder arbeiten gehen MUSS und Geld brauche, damit wir gut leben können. Man muss eben sein leben so planen, dass man schön leben kann. Wenn einem Kinder im gleichen Alter wichtig sind, dann muss man sich eben finanziell stark einschränken - wenn man einen großen Altersunterschied in Kauf nimmt, hat man es evt ein bisschen leichter. Das kann sich jeder aussuchen. Aber der Staat ist eben nur eine Notabsicherung - auch beim Kinderkriegen.

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19. März 2007 um 11:51

Du hast recht!
Ich denke da genauso, wie Du! Die Unterstützung für Arbeitslose (Was ich aber nicht bin!) ist in der Hinsicht enorm. Ich habe dadurch, das ich die 12 Monate vor der Elternzeit nicht angerechnet bekomme, ca. 300,- Euro mntl. Einbuße, wenn ich alles zusammenrechne.
Ich finde es auch gerecht, das es gehaltsabhängig ausgezahlt wird.
Nur wie gesagt gibt es einfach zu grosse Unterschiede, die nicht berücksichtigt werden.

Zu ner anderen Meinung hier: man müsse vorher alles zusammensparen, damit man sich ein Kind leisten kann und entsprechend danach planen...

Ich finde es traurig, in einem Staat, der genug Engpässe hat, weil zu wenig Kinder geboren werden, noch zu verlangen privat für die "Wunschgeburt" vorzusorgen. Ich habe auch einiges gespart und für das Kind ausgegeben. Denn es bedarf auch einiger Anschaffungen und nicht nur mntl. Unterhaltskosten.
Ich denke, genug Abgaben an den Staat zu zahlen, die andere wieder für sich in Anspruch nehmen. Ich wäre sehr dafür, die Arbeitslosenversicherung zu privatisieren. Denn das wäre sehr gerecht und Mütter könnten während der Elterzeit darauf zurückgreifen. Somit zahle ich für mich selber und bin auch für mich verantwortlich und von niemandem abhängig.
Auch wenn ich arbeitslos werden würde, könnte ich dann von meinem eingezahlten Geld leben, würde wahrscheinlich konsequenter hinter einem neuen Job her sein und niemand anderes kann sich darüber aufregen, weil ich von seinem Geld lebe.

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