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Exchefin behielt Gehalt ein

9. Juni 2013 um 6:04

Hallo,

ich brauche einen Rat.. Und war geht es um meine Exchefin.

Ich arbeitete von Oktober 2012 bis Ende April (hab genau am 1. Mai gekündigt) bei ihr im Unternehmen, und zwar im Verkauf von Jausen an Schulen.

Im allgemeinen war ich nicht besonders zufrieden, es war immer irgendwo der wurm drin. Mir wurde z.b nie erklärt wie ich die Datenblätter für die Wöchentlichen Abrechnungen richtig auszufüllen habe, auch auf Nachfrage nicht. Eine Kollegin half mir dann dabei (anscheinend aber falsch..)

Mein Gehalt kam NIEMALS pünktlich an, ausgemacht war am ersten des folgemonats, bekommen habe ich es NIEMALS vor dem 15ten. Lediglich die Summe stimmte..

Gearbeitet habe ich 3 Monate lang 3Std/Tag, danach 4Stunden/tag an 5 Tagen pro woche. Angemeldet war ich- wie ich im Nachhinein erfahren habe, allerdings nur für 10std/woche, alles darüber wurde mir als "Überstunden" ausgezahlt.

Es wurde auch ständig etwas geändert, nie hat das gepasst was gemacht wurde,.. Alles in allem also nicht besonders toll und ich habe am 1.Mai mit sofortiger wirksamkeit gekündigt. Dazu sei anzumerken dass ich die woche davor aufgrund einer starken, ansteckenden Lungenerkrankung krankgeschrieben war und noch 2 freie Tage gehabt hätte.

Ich habe 2 Wochen auf das letzte gehalt gewartet bis ich nachfragte und bekam als Antwort eine Sms mit Folgendem Inhalt: "ich musste Waren im wert von 36 wegwerfen und sie haben ein Minus von 480 in der Kassa. Wenn sie ihr Gehalt wollen kommen sie persönlich vorbei und sagen sie mir was sie wollen".



Nun meine Frage- darf sie mein Gehalt überhaupt einfach so einbehalten? ich bin stark verunsichert da diese 480 mehr sind als mein Gehalt, zuzüglich dieser 36 oder was das waren mehr geld als uns momentan zur verfügung steht- blöderweise verlor mein Freund eine Woche darauf auch seinen Job

Hätte mich meine Chefin nicht SOFORT bei einem Minus in der Kassa benachrichtigen müssen? (ich habe die abrechnungen nur ausgefüllt- für das zusammenrechnen war ich nicht zuständig zumal ich nicht ALLE daten hatte und es nicht hätte machen können, z.b warenbestellungen)

Ich möchte die Pferde nicht unnötig scheu machen, wenn sie im recht ist soll se die 350 Gehalt behalten und daran ersticken- aber hat sie wirklich ein Recht dazu?

Anwalt ist momentan eben aus finanziellen gründen nicht drin, und bevor ich ihr die 520 zurückzahlen muss....


Was kann ich nun tun? Danke im Vorab für die Antworten

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11. Juni 2013 um 7:11

Hey
darf ich erst mal fragen, wo Du herkommst?
Bestimmte Formulierungen klingen nicht nach Deutschland, sondern lassen her auf Österreich schließen?

Leider kann ich jetzt nur auf die deutsche Rechtlage hinweisen.
Hier wäre Deine Ex-Chefin in der Beweispflicht, was das angebliche Kassenminus angeht, sowie auch hinsichtlich der angeblich schlechten, weggeworfenen Waren.

Das mit dem Kassenminus sehe ich ebenso wie Du.
Hier wäre interessant zu wissen, wodurch und vor allem, WANN dieses Minus entstanden ist - das müßte sich bei einer sorgfältigen, ordentlichen Abrechnung und Buchführung ja auch ermitteln lassen.

Und normalerweise macht man ja in regelmäßigen Abständen die Buchhaltung, schon allein wegen der Steuer.
Wie gesagt, ich hab keine Ahnung vom österreichischen Recht - aber in Deutschland sind Unternehmen monatlich, wenigsten viertelmonatlich, zur Zahlung von Umsatzsteuer (bzw. Vorsteuer) verpflichtet - so dass in diesen Abständen eben auch zwangsläufig die Buchhaltung (Kassenabrechnungen) erfolgen muß.

Wie war das überhaupt mit "Deiner" Kasse?
Ist da die ganzen Zeit Deiner Arbeit in dem Unternehmen kein anderer rangegangen? Oder hatte darauf Zugriff? Denn, wenn Zugriff bestand - woher kann sie sagen, dass das angebliche Minus von Dir verursacht wurde?

Ich würde an Deiner Stelle nicht vorbeigehen, zumindest nicht ohne Zeugen.
Ich fände es sinnvoller, schriftlich das ausstehende Gehalt unter Fristsetzung zu fordern. Und gleichzeitig deutlich zu machen, dass sie ihr Vorbringen bitte mit Beweisen belegen soll.
Dazu würde ich tatsächlich die Vorlage der angeblich fehlerhaften Waren verlangen - das man was wegwerfen musste, kann man ja immer behaupten.
Das Kassenminus würde ich mir auch ganz detailiert nachweisen lassen.

Ich denke jedenfalls nicht, dass Du hier so einfach verzichten solltest.

Außerdem - es gibt doch auch bei Euch sowas wie ein "Armenrecht", wie "Prozesskostenhilfe" - auch für außergerichtliche Situationen, wenn ich mich nicht irre.
Geh doch einfach mal zum Amtsgericht Deiner Stadt und erkundige Dich dort nach einer vom Staat finanzierten Beratungsmöglichkeit bei einem Anwalt.

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11. Juni 2013 um 12:34

Lass Dich von Deiner Ex-Chefin nicht veräppeln!
Die Ex-Chefin darf von Deinem Verdienst NICHTS einbehalten. Mit dem Verdienst liegst Du unter der Pfändungsfreigrenze und da ist selbst eine Verrechnung wechselseitiger Forderungen ausgeschlossen. Außerdem ist die Chefin beweispflichtig, dass Du die Kasse falsch geführt hast. So ein Beweis ist nach über 2 Wochen kaum zu führen. Selbst wenn Du die Kasse falsch gehührt haben solltest, kann die Chefin nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit Schadenersatz in vollem Umfang von Dir fordern!

Vorschlag: Fordere die EX-Chefin SCHRIFTLICH auf, Dir eine Abrechnung zu übermitteln und das Geld vollständig auszuzahlen. Setze ihr eine angemessene Frist von z.B. 10 Tagen. Drohe ihr an, anderenfalls die Sache Deinem Rechtsanwalt zu übergeben.

Notfalls geh wirklich zum Rechtsanwalt. Du bekommst Beratungshilfe, wenn Du nicht genug Geld für den RA hast oder Prozesskostenhilfe, wenn Du zum Arbeitsgericht musst!

Lg Leeni

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11. Juni 2013 um 16:59

Ja, ich bin aus Österreich..
Also im großen und ganzen war das immer so-

ich hatte eine einfache Kassa, so ne schließkasette welche immer von Mo-Fr "aufgefüllt" wurde. Freitag habe ich dann den gesamten Betrag zuerst auf ihr Firmenkonto eingezahlt, danach wurde es abgeholt (wobei ich da die genaue Summe aufschrieb und es auch unterschreiben lies). Über Nacht wurde diese versperrt+ in einen Kasten eingesperrt+ der raum abgesperrt. Selbst wenn ich den Raum nur auf ne Rauchpause verlassen habe wurde alles ordnungsgemäß abgesperrt.

Wo ein solches Minus entstanden sein kann? keine Ahnung. der teuerste Artikel bei uns war um 2,50. Das einzige was ich mir vorstellen könnte wäre dass sie abgelaufene Lebensmittel die ich weggeworfen habe (welche ich allerdings NICHT selber bestellt habe sondern sie oder meine vorgängerin) dazugerechnet hat.

Oder den differenzbetrag zum Eigenverbrauch (wovon ich nur 50% zahlen musste und nicht 100%) eingerechnet. Dies würde rein von der Summe her passen. Allerdings wurde mir auch von ihr bestätigt dass ich selber dinge konsumieren darf und diese eben nur zu 50% bezahlen muss.

Wisst ihr, diese 36 für die weggeworfenen sachen hätt ich ihr ja überwiesen (möge sie daran ersticken), aber das Geld hätt ich doch brauchen können..

Nun habe ich erfahren das sie GENAU die selbe Masche bei einer Kollegin abgezogen hat. Wir sind nun also schon 2 Leute die kein geld bekommen haben.

Zu ihr gehe ich sicher nicht- ich bin nah am wasser gebaut und könnte ihr nicht gegenhalten. Danke Erziehung -.- WENN dann wäre mein Freund hingegangen und hätte sie gefragt ob sie denn irgendwo gegengerannt ist.

Im enfeffekt bleibt mir also nur der Gang zum Anwalt *seufz* na toll, als ob ich nicht genug stress hätte

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