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Fragen zum Arbeitslosengeld/Sozialhilfe/Hartz IV

17. Juni 2006 um 19:14

Hallo

Ich hoffe hier kann mir jemand helfen, denn ich habe einige Fragen zum Thema Arbeitslosengeld/Sozialhilfe.
Ich bin 24 und mache momentan noch eine schulische Ausbildung zur Erzieherin, die ich zum 31.07.06 abschließen werde. Momentan wohne ich allein, beziehe kein Bafög. Ab dem 01.08.06 ziehe ich in eine neue Wohnung, in einem anderen Bundesland, da ich dort ab dem 01.10.06 mein Anerkennungsjahr machen werde, was noch zur Ausbildung gehört. Aber vom 01.08. bis 01.10. bin ich arbeitslos und nicht in der Ausbildung, beziehe also für diesen Zeitraum auch kein Kindergeld. Auch bin ich mir nicht sicher, ob ich im Anerkennungsjahr Anspruch auf Kindergeld habe, jeder sagt da was Anderes. Das Anerkennungsjahr ist ein Teil der Ausbildung, ich habe in diesem Jahr auch Blockwochen in der Schule, verdiene in der Zeit auch nur 3/4 des vollen Gehaltes. Wie ist das in diesem Fall dann? Doch zum Thema Arbeitslosengeld habe ich viel mehr Fragen:

Meine Fragen sind nun Folgende:
1.) Habe ich Anspruch auf Arbeitslosenhilfe/Hartz IV oder irgendwelche Zuschüsse für den Zeitraum?
2.) Welche Bedingungen muss ich für die Unterstützung erfüllen?
3.) Wie hoch sind die gezahlten Beträge, bzw. wonach richtet sich die Höhe des Satzes?
4.) Wo muss ich das beantragen, in dem Bundesland in dem ich jetzt wohne, oder in dem, in dem ich in diesem Zeitraum wohnen werde?
5.) Wann muss ich es beantragen, und wie lange dauert ungefähr die Bearbeitung?
6.) Welche Unterlagen muss ich mitbringen?

Ich habe vor ca. 2 Jahren schon einmal Arbeitslosengeld für 3 Monate beantragt, wurde aber abgelehnt, da ich nur 11 Monate Vollzeit-Arbeit nachweisen konnte, und so kein Jahr gearbeitet hatte. Im Rahmen meiner Ausbildung musste ich jedoch mehrere längere Praktika absolvieren, unter anderem auch ein halbes Jahr Vollzeit. Addieren sich nun diese gearbeiteten Zeiten, oder muss man ein Jahr durchgängig Vollzeit beschäftigt gewesen sein? Existieren diese Reglungen eigentlich noch, oder hat sich das durch Hartz IV auch geändert? Ich blick da leider nicht ganz durch, obwohl ich schon oft im Internet recherchiert habe. Man findet zwar viel Allgemeines, aber nichts, was ich auf meinen persönlichen Fall übertragen kann.
Hoffe jemand kann mir helfen oder auch Seiten sagen, wo ich Genaueres finde, vielleicht auch einen Rechner etc. Wer kann mir helfen, wer weiß Rat, bitte posten! Danke Und wenn ihr für die Antworten noch genauere Daten zu meinem bisherigen Lebensverlauf braucht, scheut euch nicht zu fragen.

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21. Juni 2006 um 5:34

Wohngeld
erhält man z.B. seit geraumer Zeit bei Bezug sogenannter Transferleistungen nicht mehr.

Unterhaltzahlungen von Eltern kann man rechtlich gesehen nur durchsetzen, wenn man noch nicht das 25.Lebensjahr überschritten hat.

Soviel weiß ich zu dem thema

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12. Juli 2006 um 20:57

...
Normalerweise dürftest du Anspruch auf ALG II haben in der Zeit in der du arbeitslos bist. Allerdings wird dich die zuständige ARGE (Arbeitsgemeinschaft ALG II) auffordern, Unterhalt gegen deine Eltern durchzusetzen solange du noch keine 25 Jahre alt bist.
Die Höhe der Regelleistung ist mittlerweile in Ost und West angepasst worden und beträgt 345 EUR plus angemessene Kosten der Unterkunft, abzüglich jedoch Einkommen (Kindergeld, geringfügiger Job o.ä)
Du musst den Antrag dort stellen wo du dich in der Zeit der Arbeitslosigkeit tatsächlich aufhälst, das wäre dan in dem "neuen" Bundesland. Allerdings kann es sein das die dir erst einen Antrag aushändigen, wenn du dich dorthin umgemeldet hast (geht 2 Wochen vor dem Umzug).
Du solltest es ca. 3 -4 Wochen vor dem Tag der Arbeitslosigkeit beantragen (oder eben bei dir mit Tag der Ummeldung). Die Bearbeitung ist von Jobcenter (ARGE) zu Jobcenter unterschiedlich, geht von einem Tag in den "ländlichen" Regionen bis hin zu einigen Wochen in den "großen" Ämtern
Du musst auf jeden Fall deinen Personalausweis und die Ummeldung mitbringen. Alles weitere wird dir dann dort erklärt. Dann wird dir erstmal das Antragsformular ausgehändigt. Wenn du den Antrag abgeben willst musst du in der Regel folgendes auf jeden Fall mitbringen:
- Personalausweis
- Haushaltsbescheinigung (gibt es beim zuständigen Rathaus)
- Mietvertrag
- Mietbescheinigung (Vordruck wird dir bei Antragsstellung ausgehändigt)
- falls du Vermögen (Sparbücher, Bausparvertrage, Lebensversicherungen) hast musst du auch hierüber Nachweise vorlegen
- Kontoauszüge der letzten 3 Monate (ist von ARGE zu ARGE verschieden)

Falls du sonst noch etwas brauchst wird dich die Mitarbeiterin aber darauf hinweisen

Hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen

Ach ja: Anspruch auf Arbeitslosengeld wirst du meiner Meinung nach nicht haben, die die Praktikas in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig sind und somit nicht mit zur Anwartschaftszeit gerechnet werden. Ansonsten gilt es in den letzten 2 Jahren mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben zu müssen um einen Anspruch erworben zu haben

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19. Juli 2006 um 22:21
In Antwort auf thebe1

Wohngeld
erhält man z.B. seit geraumer Zeit bei Bezug sogenannter Transferleistungen nicht mehr.

Unterhaltzahlungen von Eltern kann man rechtlich gesehen nur durchsetzen, wenn man noch nicht das 25.Lebensjahr überschritten hat.

Soviel weiß ich zu dem thema

Unterhaltsleistungen
mit den Unterhaltsleistungen ist das gar nicht so einfach.

Bisher hat jede Person ab 18. Jahren einen eigenen Anspruch auf ALG II gehabt. Seit 01.07 jedoch gehören personen unter 25 Jahren (!) wieder zur Bedarfsgemeinschaft der Eltern.
Beziehen die Eltern keine Leistungen so muss ein Nachweis über das Einkommen bzw. Vermögen der Eltern bei Antragstellung vorgelegt werden. Erst dann wird entschieden ob die Person unter 25 Jahren Leistungsberechtigt ist.

Beziehen die Eltern selbst Leistungen nach dem SGB II so ist die Person unter 18 Jahren in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern aufzunehmen und erhält nur 90 % der Regelleistung (311 ). Kosten für Unterkunft gibt es dann keine mehr extra.

Ausnahmen gibt es natürlich auch. Hat die Person unter 25 Jahren schon vor dem 17.02 (Stichtag) eine eigene Wohnung gehabt, so bleibt sich auch weiterhin dort wohnen und bekommt die vollen Leistungen (345 ) + die Kosten der Unterkunft. Ist die Person U 25 JAhren verheiratet oder hat ein Kind so hat sich auch den vollen Anspruch.

Gruß

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23. Juli 2006 um 14:39
In Antwort auf sunbabe

Unterhaltsleistungen
mit den Unterhaltsleistungen ist das gar nicht so einfach.

Bisher hat jede Person ab 18. Jahren einen eigenen Anspruch auf ALG II gehabt. Seit 01.07 jedoch gehören personen unter 25 Jahren (!) wieder zur Bedarfsgemeinschaft der Eltern.
Beziehen die Eltern keine Leistungen so muss ein Nachweis über das Einkommen bzw. Vermögen der Eltern bei Antragstellung vorgelegt werden. Erst dann wird entschieden ob die Person unter 25 Jahren Leistungsberechtigt ist.

Beziehen die Eltern selbst Leistungen nach dem SGB II so ist die Person unter 18 Jahren in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern aufzunehmen und erhält nur 90 % der Regelleistung (311 ). Kosten für Unterkunft gibt es dann keine mehr extra.

Ausnahmen gibt es natürlich auch. Hat die Person unter 25 Jahren schon vor dem 17.02 (Stichtag) eine eigene Wohnung gehabt, so bleibt sich auch weiterhin dort wohnen und bekommt die vollen Leistungen (345 ) + die Kosten der Unterkunft. Ist die Person U 25 JAhren verheiratet oder hat ein Kind so hat sich auch den vollen Anspruch.

Gruß

...
Kleine Korrektur: Personen über 18 aber unter 25 Jahren die mit ihren Eltern eine Bedarfsgemeinschaft bilden, erhalten lediglich 80 % der Regelleistung, also 276 EUR. 311 EUR ist lediglich der Regelsatz für Partner. Sollte man in in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern mit reingerechnet werden, erhält man natürlich trotzdem anteilige Kosten der Unterkunft.

Es muss auch dazu gesagt werden, dass selbst wenn man zum Stichtag eine eigene Wohnung hatte trotzdem die Unterhaltspflicht der Eltern überprüft wird.

Aber da dies ein sehr weitläufiges Thema ist, ist es auf jeden Fall ratsam, sich mit dem zuständigen Jobcenter in Verbindung zu setzen und sich dort über alles genaustens zu informieren, da dort auch alle Fragen abschließend geklärt werden können (es ist ratsam, auch die entsprechenden Unterlagen der Eltern, also Einkommensnachweise und Nachweise über anfallende Ausgaben mitzunehmen, damit eine Unterhaltsprüfung durchgeführt werden kann)

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11. August 2006 um 13:12

ALG 2
Hilfe!
Ich mache gerade meine Ausbildung zur Erzieherin und habe gerade den theoretischen Teil dieser Ausbildung abgeschlossen. Bis einschließlich Juli habe ich Bafög bezogen und ab 1.9.06 beginne ich mein Anerkennungsjahr und bekomme somit wieder Geld.
Doch im August bekomme ich keinen Cent!
Das Arbeitslosengeld steht mir nicht zu (weil Anwartschaftszeit Alg 1 nicht erfüllt)und als ich mit meinem Sachbearbeiter wg. dem Arbeitslosengeld 2 Antrag gesprochen habe meinte er, ich solle mir den Antrag sparen und gefälligst einen Job suchen, da mir das Arbeitslosengeld nicht zusteht.
Könnt ihr mir helfen, oder habt ihr eine Idee wer für solche Fälle zuständig ist? Weder am Arbeitsamt noch im sozialen Bürgerhaus fühlte man sich zuständig.

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