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Getrennt lebend-wer kennt sich aus?

1. April 2005 um 21:09

Hallo an alle!

Ich hätte gern mal euren Rat zu einem Thema, was wir im Freundeskreis heiß diskutieren: Eine Freundin lebt seit 2 Monaten von ihrem Ehemann getrennt. Beide haben die entsprechende Erklärung unterzeichnet.Es gibt eine gemeinsame Tochter. Meiner Freundin gehört das Haus, in dem alle z.Z. noch wohnen. Beide verstehen sich auf freundschaftlicher Ebene sehr gut und wollen auch im Interesse der Tochter in dem Haus wohnen bleiben. Er hat völlig getrennte Räume (2 Zimmer, Bad), die Küche nutzen sie gemeinsam, es wurde ein zweiter Kühlschrank angeschafft. Um sich abzusichern, wurde ein Untermietvertrag unterzeichnet und eine Warmmiete von 260 Euro monatlich vereinbart.
Jetzt musste der Ex ALG II beantragen und der Antrag wurde abgelehnt, da er nicht nachweisen kann, dass sie tatsächlich getrennt leben (also keine Bedarfsgemeinschaft existiert), er ist nicht einmal mehr krankenversichert. Er bekam die Auskunft, wenn er sich eine andere Wohnung suchen würde, würde seinem Antrag stattgegeben! Die Kosten dafür wären aber mit Sicherheit viel höher. Kann so von amtswegen ein Auszug erzwungen werden? Die beiden leben tatsächlich getrennt, was ihre Ehe betrifft, also keine Abzocke o.ä.
Ich würde mich sehr über eure Meinungen/Erfahrungen zu dem Thema freuen!
Schönes WE, finki.

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1. April 2005 um 22:05

Wenn man verheiratet ist oder mit jemandem zusammen wohnt
bekommt man kein Arbeitslosengeld sondern der Partner muß dann aufkommen.
Ich denke hier liegt das Problem darin, daß sie zusammen wohnen und auch sonst nichts auf getrennt lebend schließen läßt. Solch eine Situation ist nicht üblich und für eine Behörde warscheinlich auch unglaubwürdig.Ich bezweifle, daß man dagegen ankommen kann denn die ganzen Vereinbarungen die getroffen wurden, könnte theoretisch ja jeder machen.
Außerdem finde ich das sie so wie sie jetzt leben auch nicht wirklich getrennt leben, hier kommt es natürlich auf die Definition dessen an.
Vielleicht wäre es ratsam das ganze einmal durch zu rechen.Was würde er bekommen, was hätte er für Ausgaben ect.
Ich gehen ja mal davon aus, daß er sich eine neue Arbeit sucht und die Zeit, bis er eine gefunden hat,kann man bestimmt auch so überbrücken.
Vielleicht kann er sich ja übergangsweise einen 400 Euro-Job suchen, die beiden könnten sich arrangieren,er ist bei ihr mitversichert, sie geht doch arbeiten, oder, da es ja Deinem Posting nach gut klappt.

Das ist meine Meinung, wie das rechtlich ist weiß ich nicht.

Gruß

equinox68

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1. April 2005 um 23:31
In Antwort auf shena_12375982

Wenn man verheiratet ist oder mit jemandem zusammen wohnt
bekommt man kein Arbeitslosengeld sondern der Partner muß dann aufkommen.
Ich denke hier liegt das Problem darin, daß sie zusammen wohnen und auch sonst nichts auf getrennt lebend schließen läßt. Solch eine Situation ist nicht üblich und für eine Behörde warscheinlich auch unglaubwürdig.Ich bezweifle, daß man dagegen ankommen kann denn die ganzen Vereinbarungen die getroffen wurden, könnte theoretisch ja jeder machen.
Außerdem finde ich das sie so wie sie jetzt leben auch nicht wirklich getrennt leben, hier kommt es natürlich auf die Definition dessen an.
Vielleicht wäre es ratsam das ganze einmal durch zu rechen.Was würde er bekommen, was hätte er für Ausgaben ect.
Ich gehen ja mal davon aus, daß er sich eine neue Arbeit sucht und die Zeit, bis er eine gefunden hat,kann man bestimmt auch so überbrücken.
Vielleicht kann er sich ja übergangsweise einen 400 Euro-Job suchen, die beiden könnten sich arrangieren,er ist bei ihr mitversichert, sie geht doch arbeiten, oder, da es ja Deinem Posting nach gut klappt.

Das ist meine Meinung, wie das rechtlich ist weiß ich nicht.

Gruß

equinox68

Sie ist
privat krankenversichert, da käme er ohnehin nicht rein!Die Wohnung ( auch ohne Küche) ist quasi als Einliegerwohnung deklariert. Eine vergleichbare Wohnung (Berliner Umland, 50 Quadratmeter, warm) kostet ca. 360 Euro, hinzu kämem noch die Kosten für Umzug, Einrichtung etc. , was jetzt alles entfällt. Er ist seit 18 Monaten auf Jobsuche (intensiv), aber leider ohne Erfolg. Dies ist ein nicht unwesentlicher Grund für die Trennung. Sie hat zwei Kinder aus erster Ehe und die Kosten für das Haus, da bleibt nichts, um den Ex-(Ehemann)durchzubringen.Leider interssierten das AA niemals die tatsächlichen Kosten für das Haus, es ging immer nur um ihren Verdienst. Auch das hat die beiden kaputt gemacht!
Danke für deine Meinung, finki.

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2. April 2005 um 9:37
In Antwort auf nadya_12038013

Sie ist
privat krankenversichert, da käme er ohnehin nicht rein!Die Wohnung ( auch ohne Küche) ist quasi als Einliegerwohnung deklariert. Eine vergleichbare Wohnung (Berliner Umland, 50 Quadratmeter, warm) kostet ca. 360 Euro, hinzu kämem noch die Kosten für Umzug, Einrichtung etc. , was jetzt alles entfällt. Er ist seit 18 Monaten auf Jobsuche (intensiv), aber leider ohne Erfolg. Dies ist ein nicht unwesentlicher Grund für die Trennung. Sie hat zwei Kinder aus erster Ehe und die Kosten für das Haus, da bleibt nichts, um den Ex-(Ehemann)durchzubringen.Leider interssierten das AA niemals die tatsächlichen Kosten für das Haus, es ging immer nur um ihren Verdienst. Auch das hat die beiden kaputt gemacht!
Danke für deine Meinung, finki.

Sie wohnen zusammen und sind verheiratet.
Wie schon gesagt, für ein Amt ist es nicht verständlich.Selbst wenn die Wohnung als Einliegerwohnung deklariert ist, erfüllt sie nicht die Anforderungen einer Einliegerwohnung, sie hat ja keinen Küche.
Seid 18 Monaten auf Jobsuche und möchte erst jetzt Arbeitslosengeld, das Amt wird zurecht fragen, was vorher war, anscheinend hat er finanziell ja hingehauen.
Wenn für die beiden klar ist, daß sie nicht mehr zusammen sein möchten, dann soll er doch ausziehen und sich scheiden lassen.
Einen Umzug kann man preisgünstig gestalten und es sind schon viele in nicht komplett eingerichtete Wohnungen gezogen.
Seinen Unterhalt finanziert er dann vom Arbeitslosengeld, was er ja dann bekommt und außerdem kann ihr das ja egal sein, wenn sie nicht mehr bereit ist ihn mit zu finanzieren, wie Du ja schreibst, es hätte die beiden auseinander gebracht.
So wie es jetzt ist, ist es vielleicht einfacher aber die Behörde wird nicht zahlen.

Gruß

equinox68

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2. April 2005 um 22:13
In Antwort auf shena_12375982

Sie wohnen zusammen und sind verheiratet.
Wie schon gesagt, für ein Amt ist es nicht verständlich.Selbst wenn die Wohnung als Einliegerwohnung deklariert ist, erfüllt sie nicht die Anforderungen einer Einliegerwohnung, sie hat ja keinen Küche.
Seid 18 Monaten auf Jobsuche und möchte erst jetzt Arbeitslosengeld, das Amt wird zurecht fragen, was vorher war, anscheinend hat er finanziell ja hingehauen.
Wenn für die beiden klar ist, daß sie nicht mehr zusammen sein möchten, dann soll er doch ausziehen und sich scheiden lassen.
Einen Umzug kann man preisgünstig gestalten und es sind schon viele in nicht komplett eingerichtete Wohnungen gezogen.
Seinen Unterhalt finanziert er dann vom Arbeitslosengeld, was er ja dann bekommt und außerdem kann ihr das ja egal sein, wenn sie nicht mehr bereit ist ihn mit zu finanzieren, wie Du ja schreibst, es hätte die beiden auseinander gebracht.
So wie es jetzt ist, ist es vielleicht einfacher aber die Behörde wird nicht zahlen.

Gruß

equinox68

Hallo equinox68
Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt: Er bekam Arbeitslosengeld, denn dafür spielte ihr Einkommen ja keine Rolle.Er hatte in den 12 Monaten auch zweimal befristete Jobs, kam aber insgesamt nur auf 9 Monate Erwerbstätigkeit, hat demzufolge keinen Anspruch auf AL-Geld. Bei ALG II wird ihr Einkommen mitberechnet, aber leider nicht ihre tatsächlichen Kosten (Kredit Haus u.ä) sondern nur ein Pauschalbetrag, der unter dem tatsächlichen bleibt. Ob ihre Trennung NUR eine Folge der beschriebenen Situation ist, weiß ich natürlich nicht genau.Neue Partner gibt es jedenfalls nicht. Du schreibst, er soll doch ausziehen, wer aber bitte vermietet an jemanden, der keinerlei Einkünfte nachweisen kann, keine Kaution hinterlegen kann??? Das Amt zahlt bestimmt nur, wenn er einen Mietvertrag vorlegt. Anderseits, wie sollte kontrolliert werden, ob er auch tatsächlich dort wohnt? Hier ist doch dem Missbrauch genau so Tor und Tür geöffnet... Es dreht sich scheinbar alles im Kreis. Mir tut nur leid, dass hier zwei Menschen, die sich gütlich trennen und gleichzeitig dem Kind gegenüber verantwortungsvoll sein wollen, Steine in den Weg gelegt werden.
Machs gut, finki.

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8. April 2005 um 21:17

Hallo Wolgang,
du bringst es auf den Punkt!
Deutschland!
Ich habe vor ein paar Stunden mit meiner Bekannten telefoniert, nach Auskunft des Amtes übernehmen die tatsächlich die gesamten Kosten (Miete, Kaution,Umzug...),was dann wirklich teurer wird und beide nicht wollten. Immer vorausgesetzt, es lässt sich ein Vermieter darauf ein. Er wird dann wohl "Dauergast" bei ihr werden.
In meinen Augen Verschwendung von Geldern! Naja.
Schönes WE dir und allen hier.

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15. Mai 2005 um 22:25

Entgegen aller Meinungen
Hallo ihr Lieben, heute rief mich meine Freundin an, ihr Ex hatte den Bescheid vom AA, er bekommt ALG II. Das Getrennt-Leben wurde anerkannt, beide hatten die entsprechende Erklärung unterzeichnet, einen Untermietvertrag (2 Zimmer, Bad, Küchenmitnutzung)vorgelegt und getrennte Konten nachgewiesen. Es geht also!
Das wirklich Gute ist aber, dass er zum 1.6. wieder Arbeit hat und beide ihre neue Art des Lebens dann ohne Zwänge gestalten können.
So traurig eine Trennung auch immer ist, ich würde mir wünschen, dass mehr Leute so miteinander umgehen könnten.
Euch noch einen schönen Pfingstmontag! finki

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