Forum / Recht & Unrecht

Gleichstellung Anrede HERR/Frau

Letzte Nachricht: 8. Oktober 2021 um 14:49
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8491felix
15.06.21 um 0:19

Hallo ihr Lieben,

Mich beschäftigt schon seit längerer Zeit folgendes Thema und ich möchte gerne eure Meinung dazu hören. Ganz selbstverständlich wird bis heute die Anrede in Form von Herr/Frau verwendet. Meiner Meinung nach ist die Divergenz zwischen der Restpektvollen Anrede „Herr“ und der Geschlechtsbezeichnendnen Anrede „Frau“ unausgewogen. Empfindet ihr dies ähnlich? Gibt es unter euch Menschen die sich davon angegriffen fühlen und daraus resultierende Nachteile spüren? Insofern dies der Fall ist: Wäre Euer Meinung nach das Modell Herr/Dame oder Mann/Frau der richtige Weg? Tatsächlich brennt mir das Thema schon länger auf der Seele und ich möchte herausfinden, inwiefern es anderen Menschen genauso geht wie mir. Ich danke euch für die Rückmeldung.

Liebe Grüße 
Felix
 

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B
bruichladdich
16.06.21 um 23:45

"Guten Abend Mann Meier", "Auf Wiedersehen Dame Müller"...sorry...nein, passt schon so wie es ist 

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K
karla34.2
19.06.21 um 21:37
In Antwort auf 8491felix

Hallo ihr Lieben,

Mich beschäftigt schon seit längerer Zeit folgendes Thema und ich möchte gerne eure Meinung dazu hören. Ganz selbstverständlich wird bis heute die Anrede in Form von Herr/Frau verwendet. Meiner Meinung nach ist die Divergenz zwischen der Restpektvollen Anrede „Herr“ und der Geschlechtsbezeichnendnen Anrede „Frau“ unausgewogen. Empfindet ihr dies ähnlich? Gibt es unter euch Menschen die sich davon angegriffen fühlen und daraus resultierende Nachteile spüren? Insofern dies der Fall ist: Wäre Euer Meinung nach das Modell Herr/Dame oder Mann/Frau der richtige Weg? Tatsächlich brennt mir das Thema schon länger auf der Seele und ich möchte herausfinden, inwiefern es anderen Menschen genauso geht wie mir. Ich danke euch für die Rückmeldung.

Liebe Grüße 
Felix
 

Ich würde lieber Fräulein bevorzugen! Leider verwendet dies heutzutage niemand mehr. Finde ich sehr schade!

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H
habibi
08.07.21 um 21:04

Tut mir leid, aber ich (Frau) kann deine Gedanken nicht nachvollziehen. Man kann natürlich in allem irgendein Problem sehen. 

Wenn die Anrede unpersönlich ist, schreibt man ja schon längst "Sehr geehrte Damen und Herren". "Sehr geehrte Dame Meier" klingt einfach total blöd. Dasselbe gilt für "Guten Tag Mann Schmidt".

Ich finde es löblich, dass du dich mit der sprachlichen Gleichstellung der Geschlechter auseinandersetzt. Aber die Sprache ohne Not zu verhunzen geht für mich persönlich zu weit. Ich fühle mich jedenfalls nicht diskriminiert. Und ich bin sehr emanzipiert, das darfst du mir glauben. 

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V
vivalavida
15.07.21 um 20:32

Du hast natürlich recht, dass jemanden mit dem Titel Herr/Dame anzureden, respektvoller ist als mit der Geschlechtsbezeichnung Mann/Frau.
Dies geht vermutlich wirklich noch auf das alte Rollenbild zurück, wo die Ehefrau lediglich das Anhängsel des Hausherrn war.
(btw. 'Dame' geht zurück auf den römischen Titel 'domina', die Hausherrin)

Wir sind heutzutage daran gewöhnt, dass unsere Sprache staatlich oder von Aktivisten*innen vorgeschrieben wird, aber eigentlich ist Sprache etwas sehr lebendiges. Nimm zum Beispiel die Jugendsprache, die völlig eigene Ausdrücke hat, die wir Erwachsene nicht verstehen.
Es gibt keine Vorschrift, die besagt, dass es dir verboten wäre, eine Frau in einem Brief/E-Mail mit "Sehr geehrte Dame X" zu grüßen. Also leg dir keinen unnötigen Zwang auf, es nicht zu tun. Vielleicht startest du damit einen Trend und in ein paar Jahren benutzt jeder diese Anrede.
Das Problem ist nur, dass es zum jetzigen Zeitpunkt ungewohnt ist und es daher von der addressierten Person ohne Kontext wohl eher als Sarkasmus bis hin zur Lächerlichmachung wahrgenommen würde.

Bei den sprachlichen Änderungen, die in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren diskutiert werden, geht es um eine gendergerechte (und leider nicht um eine genderneutrale) Sprache. D.h. es geht um die Sichtbarkeit des weiblichen und diversen Geschlechts. Insofern ist meiner Meinung nach das Fehlen einer Anrede für jemanden des diversen Geschlechts in unserer Sprache das größere Problem, als der rangliche Unterschied zwischen 'Herr' und 'Frau'.

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seoultownroad
seoultownroad
12.08.21 um 13:21

Also ich finde man muss wieder ein bisschen cooler werden und nicht alles auf die Goldwage legen.

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schnuckweidev
schnuckweidev
21.08.21 um 10:48

Also ich meine ja, man kann sich an allem aufhängen, wenn man will.
Also: Nein, stört mich nicht die Bohne.

Was mich aber schon seit 20 Jahren beschäftigt, ist, dass es keine Anrede gibt, wenn man jemanden anspricht.
Also vielleicht wie Seniora/Miss oder so, wenn man eine Frau ansprechen will, was es in anderen Sprachen gibt.

Man bleibt immer beim umständlichen "Entschuldigen Sie bitte".

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julia050184
julia050184
23.08.21 um 21:10

Ich sehe diese ungleiche Stellung in der Anrede auch, wohl etwa so seit ich in die Grundschule gekommen bin.  Als ich Lehrer (es gab tatsächlich einen an der Schule) mit "Herr" und Lehrerinnen mit "Frau" ansprechen sollte.  Irgendwie komisch fand ich das schon, ungerecht eher nicht, und habe nie ein Problem darin gesehen.

Vielleicht ist es ein kleines Problem, da Sprache sehr oft auch das Denken unbewusst beeinflusst.  In ganz vielen Bereichen des Lebens, und manchmal auch ganz gezielt, denke ich.  Es gibt aber hunderte andere, viel größere Probleme in der ungleichen Behandlung von Frauen, deswegen finde ich diese Sache mit der Anrede ziemlich unwichtig und schon gar nicht würde ich mir Gedanken über Änderung der Sprache machen.  Das wird alles sehr schnell umständlich und unnatürlich.  Es ist ganz gut, sich darüber mal Gedanken zu machen, sich dessen bewusst zu werden; mehr nicht.  Das sage ich auch als sehr emanzipierte und selbstbewusste Frau.

Es war für mich sogar eher so, dass ich gar nicht mit Dame angeschrieben bzw. angesprochen werden wollte.  Für mich hatte Dame lange Zeit sowas von "feine Dame", so etwas etepetete, unnatürlich, vielleicht etwas eingebildet, hochnäsig, ängstlich vor Getier wie Spinnen und Mäusen, ich denke ihr versteht mein Bild, das ich da hatte.  Und das war so gar nicht ich.  Ich war ein Mädchen, dann eine Frau, aber keine Dame.  Mit 20 hatte ich mich dann doch daran gewöhnt

Dass wir das "Fräulein" losgeworden sind, finde ich wichtig.  Das war ja nicht nur eine saublöde Bezeichnung, sondern macht noch den Unterschied, unverheiratete Frauen seien irgendwie kleiner, weniger Frau.  Das finde ich echt abwertend.

LG Julia

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julia050184
julia050184
23.08.21 um 21:27
In Antwort auf vivalavida

Du hast natürlich recht, dass jemanden mit dem Titel Herr/Dame anzureden, respektvoller ist als mit der Geschlechtsbezeichnung Mann/Frau.
Dies geht vermutlich wirklich noch auf das alte Rollenbild zurück, wo die Ehefrau lediglich das Anhängsel des Hausherrn war.
(btw. 'Dame' geht zurück auf den römischen Titel 'domina', die Hausherrin)

Wir sind heutzutage daran gewöhnt, dass unsere Sprache staatlich oder von Aktivisten*innen vorgeschrieben wird, aber eigentlich ist Sprache etwas sehr lebendiges. Nimm zum Beispiel die Jugendsprache, die völlig eigene Ausdrücke hat, die wir Erwachsene nicht verstehen.
Es gibt keine Vorschrift, die besagt, dass es dir verboten wäre, eine Frau in einem Brief/E-Mail mit "Sehr geehrte Dame X" zu grüßen. Also leg dir keinen unnötigen Zwang auf, es nicht zu tun. Vielleicht startest du damit einen Trend und in ein paar Jahren benutzt jeder diese Anrede.
Das Problem ist nur, dass es zum jetzigen Zeitpunkt ungewohnt ist und es daher von der addressierten Person ohne Kontext wohl eher als Sarkasmus bis hin zur Lächerlichmachung wahrgenommen würde.

Bei den sprachlichen Änderungen, die in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren diskutiert werden, geht es um eine gendergerechte (und leider nicht um eine genderneutrale) Sprache. D.h. es geht um die Sichtbarkeit des weiblichen und diversen Geschlechts. Insofern ist meiner Meinung nach das Fehlen einer Anrede für jemanden des diversen Geschlechts in unserer Sprache das größere Problem, als der rangliche Unterschied zwischen 'Herr' und 'Frau'.

Deinen Aspekt gendergerechte vs. genderneutrale Sprache finde ich interessant.  Darüber hatte ich mal eine Diskussion mit einem Komilitonen, da haben wir aber diverses Geschlecht gar nicht berücksichtigt.  Es ging eher darum, wie eine Sprache aussehen könnte, in der der Unterschied zwischen Mann und Frau nicht mehr gemacht wird.  Ich finde diesen Unterschied aber schön, solange nicht wertend ein Geschlecht über das andere gestellt wird, und finde, das kann auch gern in der Sprache zum Ausdruck kommen.  Dass divers-geschlechtliche dann schwer berücksichtigt werden können, ist aber nicht schön.

Dass das Fehlen einer Anrede für divers-geschlechtliche das größere Problem als der rangliche Unterschied zwischen 'Herr' und 'Frau' ist, also nur der Sprache, kann ich mitgehen.  Aber den ranglichen Unterschied zwischen Mann und Frau in der Gesellschaft, der dem sprachlichen Unterschied ja zugrunde liegt, halte ich für ein noch größeres und sehr großes Problem.

LG Julia

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J
jana221
08.09.21 um 18:19

Hey,

also ich finde das einen interessanten Gedanken, der mir bisher nicht gekommen ist. Mich als Frau stört es tatsächlich nicht, ich finde die Bezeichnung Frau auch nicht abwertend. Ich finde durchaus, dass man auch dabei etwas ändern kann und sicherlich auch das Wort Dame etablieren könnte, wenn man es erstmal gewohnt ist, dann klingt es auch nicht mehr komisch. Allerdings halte ich bei soetwas die "gezwungene" Änderung für falsch, richtig finde ich es, so wie du es machst, fragen aufzuwerfen und wenn die Gesellschaft sich dazu entschließt aufgrund dessen ihren Sprachgebrauch zu ändern, dann ist das doch toll. Sprache ist Veränderung. Veränderung aus der Gesellschaft heraus und nicht durch Obrigkeiten aufoktruiert....

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C
claui95
26.09.21 um 18:54

Ernsthaft? Das ist mir sowas von egal, ich fühle mich absolut respektiert und habe mir noch niemals Gedanken über dieses Thema gemacht. Warum sollte ich mich eher respektiert fühlen, wenn ich mit Dame angeredet werde? Wir leben doch nicht im MIttelalter, jeder weiß, was er selbst wert ist und ob ich nun Dame, Frau oder mit was auch immer angesprochen werde, ist mir total egal.

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H
habibi
08.10.21 um 14:49
In Antwort auf claui95

Ernsthaft? Das ist mir sowas von egal, ich fühle mich absolut respektiert und habe mir noch niemals Gedanken über dieses Thema gemacht. Warum sollte ich mich eher respektiert fühlen, wenn ich mit Dame angeredet werde? Wir leben doch nicht im MIttelalter, jeder weiß, was er selbst wert ist und ob ich nun Dame, Frau oder mit was auch immer angesprochen werde, ist mir total egal.

Gesunde Einstellung!

Ein Mangel an Respekt wird nicht aufgehoben durch eine neue Sprachregelung. Nehmen wir als Beispiel die Putzfrau. Diese Bezeichnung ist ja mittlerweile verpönt. Man soll Reinigungsfachfrau sagen. Trotzdem ist das gesellschaftliche Ansehen dieses Berufs meiner Meinung nach nicht gestiegen. (Ich persönlich schätze Putzfrauen sehr und schaue auch nicht auf sie hinunter.)

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