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Grenzbebauung bei Doppelhaus

4. Juli 2006 um 13:31

Hallo,
weiß nicht ob ich hier richtig bin, aber vielleicht kennt sich ja jemand aus.

Also, wir haben eine Doppelhaushälfte, und unser Nachbar hat letztes Jahr vom Haus nach vorne ne Kirschlorbeerhecke geplanzt, er hatte es mal vor zwei jahren erwähnt, aber solche Projekte dauern bei ihm immer ein wenig. Naja, auf jeden Fall wollen wir unsere Terrasse erweitern, an die Hecke ran und eigentlich denken wir, das es nicht in Ordnung ist, das er das Ding genau auf Grenze gepflanzt hat, denn sie wächst ja noch und nimmt uns dann ja Grundstück weg.
Gerade eben hat er mich nämlich angesprochen, wir würden so selten Rasen mähen (naja, wir stehen halt nicht auf 2xmal die Woche) ob wir da auch Rasenkantensteine vorsetzen, der Rasen der da reinwächst macht ihm die Hecke kaputt. Naja, er wurde grad ziemlich grellig und eklig und nun möchte ich doch gern mal wissen, was erlaubt ist und was nicht. Da die beiden erst Mitte 40 sind und wir jeweils die Hälften gekauft haben, werden wir wohl oder übel auch noch ein Weilchen miteinander auskommen müssen.

Kann mir jemand helfen ???

LG Carina

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4. Juli 2006 um 14:03

Ich bin jetzt...
... nicht vom Fach, aber ich könnte mir denken, da die Hecke schon eine Weile steht könnt Ihr da nachträglich schlecht kommen und drauf bestehen, dass die wieder wegkommt. Ihr hättet schreien müssen, als er die Aktion gestartet hat (zumal das angekündigt war). Einen Zaun würde man auch genau auf die Grenze setzen. Rasenkantensteine müsst Ihr natürlich nicht setzen, wenn Ihr das nicht wollt. Man hätte sich vorher einigen müssen, wer die Pflege der Hecke übernimmt (schneidet Ihr auf Eurer Seite selbst?). Wenn jeder seine Seite pflegt, solltet Ihr auf eurer Seite auch das Gras bändigen. Pflegt er sie komplett selbst ist das eher sein Problem, wobei er dazu in Euren Garten kommen müsste (unpraktisch). Siehs mal so: er hätte ja auch rumquengeln können, dass ein gemeinsamer Sichtschutz gebaut wird an dem Ihr Euch finanziell beteiligen sollt oder an einem Zaun oder sonstwas. Ihr habt die so Hecke kostenlos bekommen, habt den Sichtschutz und da würde ich jetzt halt das bisschen Gras da wegmachen und das Teil wie einen Zaun behandeln.
Aber vielleicht kennt sich ja hier noch jemand besser aus.
Ally

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4. Juli 2006 um 14:35

..und guckst Du hier:
http://recht.mein-schoener-garten.de/index.html?se-ite=content/200604/index.html

Vielleicht hilft Dir das weiter.
Ally

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4. Juli 2006 um 16:30

Hallo
Zunächst einmal kann ich Dir nur raten, Dich mit Euren Nachbarn gut zu stellen. Wenn Ihr noch einige Jahre miteinander verbringen müsst, ist nichts schlimmer als ein Nachbarschaftsstreit. Zumal die meist eskalieren.....

Rein rechtlich ist es so:
Man muss zwei Dinge unterscheiden, nämlich die Frage, wer die Hecke gepflanzt hat und wessen Eigentum sie ist.

Fangen wir mit dem Eigentum an: Eigentum bei Pflanzen geht danach, auf welchem Grundstück sie stehen. Stehen sie auf seinem Grundstück - sind sie seine. Auf Eurem Grundstück - Eure. Und wenn sie genau auf der Grenze stehen - gehören sie beiden Parteien. Insofern kann also ein Zentimer weiter rechts oder links entscheidend sein.

Wenn die Pflanzen Euer alleiniges Eigentum sind, könnt Ihr damit machen, was Ihr wollt.
Wenn die Pflanzen aber genau auf der Grenze stehen und damit beider Eigentum, müsst Ihr Euch einigen. Wenn das nicht geht, bleibt nur die gerichtliche Auseinandersetzung.

Es ist bei der Frage des Eigentums vollkommen egal, wer die Pflanzen gepflanzt hat - entscheidend ist allein der Standort der Pflanze.

Nun zur ersten Frage, wenn die Pflanzen wirklich auf der Grenze stehen: Indem Euer Nachbar die Pflanzen ohne Euer Einverständnis auf die Grenze gesetzt hat, beeinträchtigt er natürlich Euer Grundstück. Dagegen kann man sich natürlich wehren ( 1004 BGB). ABER: Da die Pflanzen ja schon einige Zeit stehen und Ihr dagegen nichts unternommen habt, dürftet Ihr diese Ansprüche - wie der Jurist sagt - "verwirkt" haben. Das heißt, Ihr könnt wohl diese Ansprüche nicht mehr durchsetzen, da Ihr einfach das schon am Anfang hättet machen können.

Mein Rat: Versucht eine gütliche Einigung.

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5. Juli 2006 um 8:52
In Antwort auf derpapa

Hallo
Zunächst einmal kann ich Dir nur raten, Dich mit Euren Nachbarn gut zu stellen. Wenn Ihr noch einige Jahre miteinander verbringen müsst, ist nichts schlimmer als ein Nachbarschaftsstreit. Zumal die meist eskalieren.....

Rein rechtlich ist es so:
Man muss zwei Dinge unterscheiden, nämlich die Frage, wer die Hecke gepflanzt hat und wessen Eigentum sie ist.

Fangen wir mit dem Eigentum an: Eigentum bei Pflanzen geht danach, auf welchem Grundstück sie stehen. Stehen sie auf seinem Grundstück - sind sie seine. Auf Eurem Grundstück - Eure. Und wenn sie genau auf der Grenze stehen - gehören sie beiden Parteien. Insofern kann also ein Zentimer weiter rechts oder links entscheidend sein.

Wenn die Pflanzen Euer alleiniges Eigentum sind, könnt Ihr damit machen, was Ihr wollt.
Wenn die Pflanzen aber genau auf der Grenze stehen und damit beider Eigentum, müsst Ihr Euch einigen. Wenn das nicht geht, bleibt nur die gerichtliche Auseinandersetzung.

Es ist bei der Frage des Eigentums vollkommen egal, wer die Pflanzen gepflanzt hat - entscheidend ist allein der Standort der Pflanze.

Nun zur ersten Frage, wenn die Pflanzen wirklich auf der Grenze stehen: Indem Euer Nachbar die Pflanzen ohne Euer Einverständnis auf die Grenze gesetzt hat, beeinträchtigt er natürlich Euer Grundstück. Dagegen kann man sich natürlich wehren ( 1004 BGB). ABER: Da die Pflanzen ja schon einige Zeit stehen und Ihr dagegen nichts unternommen habt, dürftet Ihr diese Ansprüche - wie der Jurist sagt - "verwirkt" haben. Das heißt, Ihr könnt wohl diese Ansprüche nicht mehr durchsetzen, da Ihr einfach das schon am Anfang hättet machen können.

Mein Rat: Versucht eine gütliche Einigung.

Einer der sich auskennt
danke für deine prompte antwort.

die pflanzen stehen genau, zwar ein wenig schief, genau auf grenze. achso, um eins vorauszuschicken, ich hab keine lust auf nachbarschaftsstreit, ich möchte nur gerne wissen, was rechtens ist. wir haben ansich auch kein problem mit dieser blöden hecke. wir wollen unsere terrasse vergrößern und wollten uns mit unseren nachbarn drüber reden, wie die die wachsen lassen wollen, damit wir wissen wieweit wir mit unserer terrasse an die hecke können.
aber da ja die pflanzen auf grenze stehen, gehört uns ja unsere seite und dann können wir ja rein theoretisch mit unserer terrasse ganz da ran, halt nur stabil, das wenn die irgendwann mal wachsen ( sind momentan nur 20 cm hoch, höchstens), das die mir das holz nicht kaputt drücken.

tja, wir haben wohl so einiges "verwirkt", das hat man davon wenn man keinen streit will und seine klappe hält. naja, mal gucken, erstmal ein paar tage ruhen lassen, damit unser nachbar wieder runterkommt, denn so nen ton muß ich mir echt nicht gefallen lasen

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5. Juli 2006 um 9:03
In Antwort auf carinabaa

Einer der sich auskennt
danke für deine prompte antwort.

die pflanzen stehen genau, zwar ein wenig schief, genau auf grenze. achso, um eins vorauszuschicken, ich hab keine lust auf nachbarschaftsstreit, ich möchte nur gerne wissen, was rechtens ist. wir haben ansich auch kein problem mit dieser blöden hecke. wir wollen unsere terrasse vergrößern und wollten uns mit unseren nachbarn drüber reden, wie die die wachsen lassen wollen, damit wir wissen wieweit wir mit unserer terrasse an die hecke können.
aber da ja die pflanzen auf grenze stehen, gehört uns ja unsere seite und dann können wir ja rein theoretisch mit unserer terrasse ganz da ran, halt nur stabil, das wenn die irgendwann mal wachsen ( sind momentan nur 20 cm hoch, höchstens), das die mir das holz nicht kaputt drücken.

tja, wir haben wohl so einiges "verwirkt", das hat man davon wenn man keinen streit will und seine klappe hält. naja, mal gucken, erstmal ein paar tage ruhen lassen, damit unser nachbar wieder runterkommt, denn so nen ton muß ich mir echt nicht gefallen lasen

Hab noch was gefunden
54 [Ausschluss des Anspruchs aus Beseitigung oder Zurückschneiden] - In Kraft bis 30.09.2006

(1) 1Der Anspruch auf Beseitigung von Anpflanzungen mit weniger als 0,25 m Grenzabstand ( 53 Abs. 1 Satz 1) ist ausgeschlossen, wenn der Nachbar nicht spätestens im fünften auf die Anpflanzung folgenden Kalenderjahr Klage auf Beseitigung erhebt. 2Diese Anpflanzungen müssen jedoch, wenn sie über 1,2 m Höhe hinauswachsen, auf Verlangen des Nachbarn zurückgeschnitten werden.


wenn ich das richtig lese, ist das noch nicht zu spät, der link unten von dem kollegen, da steht auch drin wieviel abstand er halten muß bei bäumen, je nachdem wie hoch die sind.

DANKE

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7. Juli 2006 um 21:02
In Antwort auf carinabaa

Einer der sich auskennt
danke für deine prompte antwort.

die pflanzen stehen genau, zwar ein wenig schief, genau auf grenze. achso, um eins vorauszuschicken, ich hab keine lust auf nachbarschaftsstreit, ich möchte nur gerne wissen, was rechtens ist. wir haben ansich auch kein problem mit dieser blöden hecke. wir wollen unsere terrasse vergrößern und wollten uns mit unseren nachbarn drüber reden, wie die die wachsen lassen wollen, damit wir wissen wieweit wir mit unserer terrasse an die hecke können.
aber da ja die pflanzen auf grenze stehen, gehört uns ja unsere seite und dann können wir ja rein theoretisch mit unserer terrasse ganz da ran, halt nur stabil, das wenn die irgendwann mal wachsen ( sind momentan nur 20 cm hoch, höchstens), das die mir das holz nicht kaputt drücken.

tja, wir haben wohl so einiges "verwirkt", das hat man davon wenn man keinen streit will und seine klappe hält. naja, mal gucken, erstmal ein paar tage ruhen lassen, damit unser nachbar wieder runterkommt, denn so nen ton muß ich mir echt nicht gefallen lasen

Ach ja
Es gibt natürlich in einzelnen Ländern Nachbarschaftsgesetze, die sowas regeln.

Hatte ich vergessen, da unser Bundesland so was nicht hat.

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