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Habe versehentlich Fortzahlung des Kindergeldes nicht im Antrag angegeben - jetzt Schulden beim Amt?

20. Februar 2006 um 22:11

Hallo!

habe Riesen-Kummer!
ich bin 27, zu 50% behindert, eh schon Probleme beim täglichen leben, z.B. bei Glätte geh ich nicht raus und ich bin kälteempfindlich bei unter 20 Cund habe Platzangst vor öffentlichen Verkehsmitteln und kann nicht sehr schwer heben,z.B. keinen Schrank abbauen oder selbst streichen!


Letztes jahr wurde mir über 900 Euro zuviel ALG II gezahlt, da ich versehentlich die Weiterzahlung des kindergeldes (154 Euro) nicht im Antrag auf ALGII angegeben hatte.

Heute erhielt ich ein Schreiben de Arbeitsamtes, das mich darauf aufmerksam machte, dass es eben so wäre und ich folglich pro Monat mit 30% Einbußen des ALGII zu rechnen hätte(!)

Hinzu kommt, dass ich bloß noch bis einschließlich Ende April Arbeitslosengeld in Anspruch nehmen will, da ich danach meinen eigenen Haushalt aufgeben werde (Wohnung bereits Ende April gekündigt)und zu den Eltern zurück ziehen möchte.
Was geschieht, wenn ich dort kein ALGII beantrage?
Wie wollen die überhaupt zu ihrem geld kommen, was ich denen Schulde?
Kann es passieren, dass ich Zwangsarbeit leisten muss oder gar im Knast lande??






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20. Februar 2006 um 22:37

Hallo,
nach dem gesetz hast du geld erhalten, was dir nicht zustand, da ja das kindergeld versehentlich nicht berücksichtigt worden ist. bis einschließlich april wird das amt also dein ALGII kürzen. Die restliche Forderung besteht weiter gegen dich, auch wenn du am Wohnort deiner Eltern keine ALGII beantragst.
Weigerst du dich zu zahlen und hast einkünfte, kann von amtsseite ein Mahnbescheid beantragt werden. Widersprichst du diesem, kommt es zur Gerichtsverhandlung(die du wahrscheinlich verlieren wirst, da die Forderung ja "rechtens" ist). Mit Rechtskraft des Urteils hat das Amt dann einen sogenannten Titel. Selbst wenn du jetzt nichts verdienst, kann dass Amt mit diesem titel(rechtskräftigem Urteil) immer wieder bei dir per Gerichtsvollzieher vorstellig werden, sobald du zu einkommen oder vermögen (Schenkung,Erbschaft) gekommen bist.
Warum willst du, wenn du wieder bei deinen Eltern wohnst nicht noch einmal ALGII beantragen(so hast du zwar einen monatlichen Abzug, doch die zurückzuzahlende Summe verringert sich ja auch entsprechend). Ob deine Eltern - solange du kein eigenes Einkommen hast - zur Zahlung herangezogen werden können weiß ich nicht, halte ich jedoch nicht für wahrscheinlich.

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20. Februar 2006 um 22:50
In Antwort auf redcorner

Hallo,
nach dem gesetz hast du geld erhalten, was dir nicht zustand, da ja das kindergeld versehentlich nicht berücksichtigt worden ist. bis einschließlich april wird das amt also dein ALGII kürzen. Die restliche Forderung besteht weiter gegen dich, auch wenn du am Wohnort deiner Eltern keine ALGII beantragst.
Weigerst du dich zu zahlen und hast einkünfte, kann von amtsseite ein Mahnbescheid beantragt werden. Widersprichst du diesem, kommt es zur Gerichtsverhandlung(die du wahrscheinlich verlieren wirst, da die Forderung ja "rechtens" ist). Mit Rechtskraft des Urteils hat das Amt dann einen sogenannten Titel. Selbst wenn du jetzt nichts verdienst, kann dass Amt mit diesem titel(rechtskräftigem Urteil) immer wieder bei dir per Gerichtsvollzieher vorstellig werden, sobald du zu einkommen oder vermögen (Schenkung,Erbschaft) gekommen bist.
Warum willst du, wenn du wieder bei deinen Eltern wohnst nicht noch einmal ALGII beantragen(so hast du zwar einen monatlichen Abzug, doch die zurückzuzahlende Summe verringert sich ja auch entsprechend). Ob deine Eltern - solange du kein eigenes Einkommen hast - zur Zahlung herangezogen werden können weiß ich nicht, halte ich jedoch nicht für wahrscheinlich.

Danke für die rasche Antwort
Wie sieht sowas aus, per Gerichtsvollzieher immer wieder vor der Tür stehen?
Wie oft?
Durchsucht er die Wohnung?
Was ist Schenkung?
Dürfen mir Leute nix schenken dann?
Werden meine Eltern z.B. abgemahnt, wenn sie mich mit ernähren?

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20. Februar 2006 um 23:11
In Antwort auf kybele1

Danke für die rasche Antwort
Wie sieht sowas aus, per Gerichtsvollzieher immer wieder vor der Tür stehen?
Wie oft?
Durchsucht er die Wohnung?
Was ist Schenkung?
Dürfen mir Leute nix schenken dann?
Werden meine Eltern z.B. abgemahnt, wenn sie mich mit ernähren?

Bleib bitte ruhig....
ich wollte dir nur mal aufzeigen, was passieren k a n n.
Ich wollte dich damit nicht konfus machen, sorry!
Knackpunkt ist einfach der: Ganz egal, ob du ab April nach Leistungen (in deinem Fall ALGII) vom Amt beziehst oder nicht,
du wirst ihnen das zuviel gezahlte Geld zurückzahlen müssen.
Es dauert seine Zeit, bis mal ein Gerichtsvollzieher kommt, keine Angst. Und natürlich dürfen dir deine Eltern, Verwandte und Freunde etwas Schenken! Es ist rechtlich einfach so, dass wenn du Vermögen erhälst, nachdem jemand gestorben ist, nennt sich dass Erbschaft. Bekommst du z.B. von deinem Onkel 2000,- Euro für den Führerschein (z.B.), dann nennt sich das eine Schenkung und wird nicht mit Erbschaftssteuer belegt.

Oje, ich möchte dich lieber nicht noch mehr verwirren. Vielleicht wäre es bessser, diese Angelegenheit noch vor deinem Umzug mit dem zuständigen Amt zu klären bzw. nachzufragen, ob du die verbleibende Summe in Raten zurückzahlen kannst und was geschieht, solange du kein eigenes Einkommen und kein ALGII mehr hast. Vielleicht kann dir ja auch die Rückzahlung eine gewisse zeit gestundest werden. (d.h. sie liegt quasi auf eis, bis zu wieder in der lage bist geld ratenweise zurückzuzahlen).
Solche Gespräche sind vielleicht nicht immer die angenehmsten, du weisst du im Anschluss daran, woran du bist bzw. was auf dich von Amtsseite zukommt.

gruss


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