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Heimlicher Auszug und die rechtlichen Folgen!

11. Mai 2005 um 21:08

Ich bin Mieterin!Wohne seit über 4 Jahren dort,habe aber einen Vertrag über 5 Jahre unterschrieben.

Da ich in einer anderen Stadt einen Umschulungsplatz bekommen habe,muss ich die Wohnung auflösen.Er verlangt das ich die Miete bis zum bitteren Ende zahle und er keinen Nachmieter akzeptiert.
Habe in einem Rechtsforum gelesen das sich das Sonderkündigungsrecht vor Gericht nur schwer durchsetzen lässt,eben recht zu bekommen weil man beruflich weg muss.

Renovieren schaff ich auch nicht mehr,dafür wollt ich ihm die Kaution überlassen.Das sieht er auch nicht ein.

Deshalb wollt ich heimlich raus.
Die Wohnung wär Besenrein also frisch geputzt und gewienert.Mietrückstände gibt es auch keine und für das Streichen überlass ich ihm dann eben die Kaution.

Habe ich rein rechtlich was zu befürchten??

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11. Mai 2005 um 21:59

Ob Du...
..rein rechtlich was zu befürchten hast, wenn du heimlich verschwindest?

Also, jedenfalls Zahlungsansprüche Deines Ex-Vermieters!

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11. Mai 2005 um 23:00

Ach...
.. dein vermiter würde sich strafbar machen, wenn er die wohnung gleich wieder vermietet- falls du früher raus wärest, da du ja noch miete bezahlen muß, hast du auch das nutzungsrecht.

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12. Mai 2005 um 16:10

Also
erstens musst Du unbedingt kündigen - wenn Du das nicht getan hast. Sonst läuft der Mietvertrag ewig. Es sei denn, der Mietvertrag läuft absolut nach 5 Jahren aus. Normalerweise verlängern die sich aber. Musst Du mal in Deinen Mietvertrag schauen.
Sinderkündigungsrecht: ich glaube nicht, dass es sowas gibt. Schließlich hast Du ja den Vertrag freiwillig unterschrieben und der Vermieter kann ja auch nichts dafür, dass Du umziehen willst. Hier solltest Du beim Mieterbund nachfragen.


Zweitens: heimlich ausziehen bringt entsprechend überhaupt nichts, im Gegenteil, es verschärft die Probleme nur. Zumal Du ja nicht spurlos verschwinden kannst, da Du Dich ja ummelden musst.

Drittens: Es kann sein, dass er einen Nachmieter akzeptieren muss. Frag da mal beim Mieterbund nach oder schau mal auf deren Homepage.

Viertens: Renovierungskosten. Die Kaution wird da kaum reichen. Wenn Du es nicht machst, kann er es machen lassen und zwar von einer Fachfirma. Das kann schnell in die Tausende Euro gehen.
Voraussetzung ist dafür aber, dass Du überhaupt zur Renovierung verpflichtet bist. Es gibt da viele verschiedene Klauseln in den Mietverträgen, einige sind rechtmäßig, andere rechtswidrig. Auch das wäre eine Sache für den Mieterbund.

Mein Tip also insgesamt: geh zum Mieterbund und lass Dich beraten. Gerade bei Mietverträgen summieren sich nämlich sonst die Kosten zum Teil enorm.

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12. Mai 2005 um 20:39
In Antwort auf wolf175

Also
erstens musst Du unbedingt kündigen - wenn Du das nicht getan hast. Sonst läuft der Mietvertrag ewig. Es sei denn, der Mietvertrag läuft absolut nach 5 Jahren aus. Normalerweise verlängern die sich aber. Musst Du mal in Deinen Mietvertrag schauen.
Sinderkündigungsrecht: ich glaube nicht, dass es sowas gibt. Schließlich hast Du ja den Vertrag freiwillig unterschrieben und der Vermieter kann ja auch nichts dafür, dass Du umziehen willst. Hier solltest Du beim Mieterbund nachfragen.


Zweitens: heimlich ausziehen bringt entsprechend überhaupt nichts, im Gegenteil, es verschärft die Probleme nur. Zumal Du ja nicht spurlos verschwinden kannst, da Du Dich ja ummelden musst.

Drittens: Es kann sein, dass er einen Nachmieter akzeptieren muss. Frag da mal beim Mieterbund nach oder schau mal auf deren Homepage.

Viertens: Renovierungskosten. Die Kaution wird da kaum reichen. Wenn Du es nicht machst, kann er es machen lassen und zwar von einer Fachfirma. Das kann schnell in die Tausende Euro gehen.
Voraussetzung ist dafür aber, dass Du überhaupt zur Renovierung verpflichtet bist. Es gibt da viele verschiedene Klauseln in den Mietverträgen, einige sind rechtmäßig, andere rechtswidrig. Auch das wäre eine Sache für den Mieterbund.

Mein Tip also insgesamt: geh zum Mieterbund und lass Dich beraten. Gerade bei Mietverträgen summieren sich nämlich sonst die Kosten zum Teil enorm.

Denke...
...dass er einen Nachmieter akzeptieren müsste.
--> Verpflichtung im Rahmen der allgemeinen Schadensminderungspflicht.

Sag mal, hast Du nicht promoviert in JurA? Wie lange hast Du dafür gebraucht und wie hast Du Deine Themenauswahl bewerkstelligt?

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13. Mai 2005 um 8:28

Steht in deinem Vertrag
irgendetwas gegen das untervermieten der Wohnung? Wenn nicht, würde ich eben jemand suchen, der für ein Jahr dort wohnt, die Miete an dich zahlt und du deine Miete ganz normal an deinen Vermieter weiterzahlst.
Aber gehe trotzdem mal zum Mieterschutzbund. Mir ist nämlich so, etwas gelesen zu haben, wenn man beruflich bedingt umziehen muß, ein Sonderkündigungsrecht besteht.

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13. Mai 2005 um 15:33
In Antwort auf tia23

Denke...
...dass er einen Nachmieter akzeptieren müsste.
--> Verpflichtung im Rahmen der allgemeinen Schadensminderungspflicht.

Sag mal, hast Du nicht promoviert in JurA? Wie lange hast Du dafür gebraucht und wie hast Du Deine Themenauswahl bewerkstelligt?

Glaube ich auch,
bin mir aber nicht sicher.
Und gerade bei Miete darf man nichts falsch machen, denn sonst muss man im schlimmsten Fall über ein Jahr oder so die Miete nachzahlen. Habe da vor Gericht schon üble Sachen erlebt... Ein dummer Fehler, der Mietvertrag läuft (unbemerkt vom Mieter) weiter und nach Jahren klagt der Vermieter plötzlich auf die Miete.

Zur Promotion: ja, habe ich.
Gebraucht habe ich für die Dissertation 9 Monate, 3 Monate davon ganztags, den Rest sozusagen halbtags. Das ist aber wirklich extrem schnell. Die meisten brauchen viel länger. Aber das ist auch die Gefahr: je länger man dran rumschreibt, umso unwahrscheinlicher wird es, dass man es zu Ende bringt.

Auf mein Mündliches musste ich dann noch ein halbes Jahr warten. Danach noch die Diss in einem Verlag herausgeben, kostet noch mal ein paar Monate. Erst dann darf man sich "Dr" nennen.

Themenauswahl: Ich hatte mich schon länger für ein Thema interessiert und hatte mir das als Promotionstheme überlegt. Und der Prof, der letztlich mein Doktorvater wurde, hat genau zu dem Thema einen Vortrag gehalten. Darauf habe ich ihn angesprochen (er kannte mich auch schon aus Übungen) und er hat sofort zugestimmt. Ich habe dann eine Art Konzept gemacht und er hat das abgenickt. Die einzelnen Teile meiner Promotion hat er immer zeitnah durchgesehen und mir gesagt, wo er nicht zufrieden ist.

Das war auch ein Grund, warum meine Diss so schnell fertig war, dass ich mit ihm einen Doktorvater hatte, der sich wirklich zeitnah drum gekümmert hat. Gerade bei großen Unis ist dann nicht unbedingt der Fall.

Außerdem hatte ich ein leichtes Thema - Verfassungsrecht, da kann man letztlich alles schreiben, wenn man es einigermaßen begründet. Hätte ich im Privatrecht oder so promoviert, hätte ich sicher viel länger gebraucht.

Ich hatte auch das Glück, dass das Thema gerade zur Zeit meiner Diss "hochkochte", es gab also viele Gerichtsurteile u.ä. und eine Reihe von sich widersprechenden Beiträgen aus der Literatur, die aber eben noch nicht "abgearbeitet" waren. Die konnte ich dann schön zusammenfassen und kommentieren.

Ach ja ein Grund noch für meine Schnelligkeit: klare familiäre Verhältnisse und geregeltes Einkommen, so dass man den Rücken frei hat.

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13. Mai 2005 um 21:02
In Antwort auf wolf175

Glaube ich auch,
bin mir aber nicht sicher.
Und gerade bei Miete darf man nichts falsch machen, denn sonst muss man im schlimmsten Fall über ein Jahr oder so die Miete nachzahlen. Habe da vor Gericht schon üble Sachen erlebt... Ein dummer Fehler, der Mietvertrag läuft (unbemerkt vom Mieter) weiter und nach Jahren klagt der Vermieter plötzlich auf die Miete.

Zur Promotion: ja, habe ich.
Gebraucht habe ich für die Dissertation 9 Monate, 3 Monate davon ganztags, den Rest sozusagen halbtags. Das ist aber wirklich extrem schnell. Die meisten brauchen viel länger. Aber das ist auch die Gefahr: je länger man dran rumschreibt, umso unwahrscheinlicher wird es, dass man es zu Ende bringt.

Auf mein Mündliches musste ich dann noch ein halbes Jahr warten. Danach noch die Diss in einem Verlag herausgeben, kostet noch mal ein paar Monate. Erst dann darf man sich "Dr" nennen.

Themenauswahl: Ich hatte mich schon länger für ein Thema interessiert und hatte mir das als Promotionstheme überlegt. Und der Prof, der letztlich mein Doktorvater wurde, hat genau zu dem Thema einen Vortrag gehalten. Darauf habe ich ihn angesprochen (er kannte mich auch schon aus Übungen) und er hat sofort zugestimmt. Ich habe dann eine Art Konzept gemacht und er hat das abgenickt. Die einzelnen Teile meiner Promotion hat er immer zeitnah durchgesehen und mir gesagt, wo er nicht zufrieden ist.

Das war auch ein Grund, warum meine Diss so schnell fertig war, dass ich mit ihm einen Doktorvater hatte, der sich wirklich zeitnah drum gekümmert hat. Gerade bei großen Unis ist dann nicht unbedingt der Fall.

Außerdem hatte ich ein leichtes Thema - Verfassungsrecht, da kann man letztlich alles schreiben, wenn man es einigermaßen begründet. Hätte ich im Privatrecht oder so promoviert, hätte ich sicher viel länger gebraucht.

Ich hatte auch das Glück, dass das Thema gerade zur Zeit meiner Diss "hochkochte", es gab also viele Gerichtsurteile u.ä. und eine Reihe von sich widersprechenden Beiträgen aus der Literatur, die aber eben noch nicht "abgearbeitet" waren. Die konnte ich dann schön zusammenfassen und kommentieren.

Ach ja ein Grund noch für meine Schnelligkeit: klare familiäre Verhältnisse und geregeltes Einkommen, so dass man den Rücken frei hat.

Danke,
für Deine Antwort.

Ich überlege nämlich neben dem Referendariat zu promovieren. Fände etwas strafrechtliches (kriminologisches oder jugenstrafrechtliches) mit internationalem Bezug sehr interessant. Da ich einen Teil meiner RA-Station in Australien absolvieren werde, hätte ich natürlich gerne etwas in dieser internationalen Richtung.

Auf der anderen Seite würde ich sehr gerne mein Examensergebnis aus dem 1.Examen (VB) im 2.Examen entweder verbessern oder zumindest halten...dahe r bin ich nicht ganz sicher, ob es so clever ist, das alles nebenher zu machen?!?!



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17. Mai 2005 um 9:32
In Antwort auf tia23

Danke,
für Deine Antwort.

Ich überlege nämlich neben dem Referendariat zu promovieren. Fände etwas strafrechtliches (kriminologisches oder jugenstrafrechtliches) mit internationalem Bezug sehr interessant. Da ich einen Teil meiner RA-Station in Australien absolvieren werde, hätte ich natürlich gerne etwas in dieser internationalen Richtung.

Auf der anderen Seite würde ich sehr gerne mein Examensergebnis aus dem 1.Examen (VB) im 2.Examen entweder verbessern oder zumindest halten...dahe r bin ich nicht ganz sicher, ob es so clever ist, das alles nebenher zu machen?!?!



Also
ich habe es neben dem Referendariat gemacht. Also direkt nach dem 1. Examen hatte ich zwei Monate frei und habe die insbesondere zur Recherche genutzt. Und dann während dem Referendariat immer nachmittags/abends und am Wochenende geschrieben.

Das ging auch, weil man im Referendariat zum Teil recht viel Leerlauf hat. Zumindest war das bei mir so. In der Gerichtsstation hatte ich z.B. 1-2 Tage die Woche wirklich zu tun. In der Verwaltungsstation hatte ich effektiv NIX zu tun.

Allerdings - wie gesagt - ich wusste, was ich schreiben wollte und das Thema war nicht richtig schwer.

Als sehr vorteilhaft hat sich auch folgende Arbeitsweise erwiesen: Ich habe mir vorher Gedanken gemacht, was ich etwa schreiben wollte und eine Art Gliederung aufgestellt.
Dann habe ich alle Quellen zusammengesucht und die durchnummeriert. Die gelesen und gleich die wichtigen Teile angemarkert.
Und dann auch sofort die einzelnen Quellen den einzelnen Gliederungspunkten zugeordnet. Also ein Blatt geschrieben mit "Problem 1: s. Quelle 18, Seite 143; Quelle 22, Seite 95" etc.
Wenn ich dann beim Schreiben an diesen Punkt der Gliederung kam, habe ich einfach das Blatt hervorgezogen und wusste sofort, wo ich was finden würde.

Wichtig ist halt wirklich, dass man die Sache zügig durchzieht. Ich kenne mehrere Leute, die das so nebenbei gemacht haben, aber eben so mit der Einstellung "Werde ich noch irgendwann machen" und das geht irgendwann schief, weil die Motivation fehlt. Man sollte sich klare Ziele setzen (Recherche: x Monate; Schreiben: x Monate) und das dann auch durchziehen.

Es lohnt sich übrigens. Man wird als "Dr." ganz anders angesehen als ohne Dr. Nicht nur im Beruf, sondern auch im Privatleben.

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