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In Wohnung ziehen, trotz eigenem Haus

12. Dezember 2004 um 16:21

Hallo an alle!

Ich (18, Schülerin) habe von meinem Vater bereits mit 16 Jahren ein eigenes Haus bekommen (Eintrag im Grundbuch, dass ich die alleinige Hauseigentümerin bin). Grund: Er ist schon älter und naja, wir wissen nicht, wie lange ihm noch bleibt... aber auch, um mich finanziell für die Zukunft zu unterstützen.

Er hat das Wohn - und Nieß (?) - recht, d.h. er darf bis zu seinem Lebensende im Haus wohnen und ist auch der "Boss".

Jetzt habe ich bereits seit längerer Zeit (3, 4 Jahre) erhebliche private Probleme mit ihm, die sich in letzter Zeit immer mehr häufen.

Ich habe deshalb daran gedacht, zu meinem Freund in die Wohnung zu ziehen. Neben der Schule möchte ich arbeiten gehen, damit wir uns die Miete und Wohnnebenkosten und alles anfallende teilen können.

Mein Vater will mir allerdings einen Strich durch die Rechnung machen: bisher bezahlte er durch sein eigenes Vermögen und Rente die Versicherungen, Steuern etc. etc. für mein Haus.

Ziehe ich aber aus, wird er die Zahlungen für mich einstellen, d.h. ich werde für alles, bis auf die Wohnnebenkosten, aufkommen müssen, inkl. "meiner" eigenen Wohnung.

Ich komme mir vor, als ob ich richtig in der Klemme sitze. Bin ich durch mein eigenes Haus nun zuhause gebunden, oder gibt es irgendwelche Möglichkeiten, doch noch "wegzugehen"?

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13. Dezember 2004 um 13:10

Nicht unter Druck setzen lassen!
Ich kenne mich zwar nicht so gut aus, aber er kann meiner Meinung nach nicht alle Kosten auf Dich abschieben, vor allem da Du ja noch zur Schule gehst. Evtl. Versich.

Aber das Wichtigste ist, er versucht sich ja Deine Nähe zu erpressen, und das geht meiner Meinung nach überhaupt nicht!!!!!!!!
Versuch doch mal mit ihm vernünftig zu reden. Erklär ihm, dass Deine Liebe zu ihm nichts mit dem ausziehen zu tun hat. Du bist jetzt erwachsen und möchtes nun mal anfangen Dein eigenes Leben zu leben. Versprich ihm auch, ihn so oft es geht zu besuchen.
Ihr könnt es ja mal versuchsweise testen!!!
Vielleicht (ja sogar höchstwahrscheinlich) wird Eure Beziehung nach dem Auszug viel besser!
Viel Glück und hoffentlich findest Du jemanden der Dir auch rechtlich weiterhelfen kann. (Vielleicht auch mal beim Finanzamt und sonst. Ämtern nachfragen)

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14. Dezember 2004 um 16:10

Lass Dich
durch einen Notar beraten.
Wenn Dein Vater den Nießbrauch hat, so ist dieser im Grundbuch festgeschrieben.
Das bedeutet, er hat das Recht auf den Nutzen und eventuelle Gewinne durch das Haus.
Du bist zwar der Besitzer, aber er hat die Nutzrechte.
Alle Besitzerpflichten fallen somit auf Dich. Du kannst nicht einmal eine Miete fordern, denn er hat sowieso das Recht das Haus auch zum Wohnen zu nutzen.
Bei einem Hausverkauf, den Du natürlich tätigen kannst, bleibt aber das Nutzrecht im Grundbuch erhalten. Das heißt, für ihn würde alles beim Alten bleiben.
Und wer kauft schon ein Haus, dass von jemand anderem genutz wird??
Also wirst Du wohl kaum einen Käufer finden.
Genaue Auskünfte zu diesem Thema kann Dir wirklich nur ein Notar geben, den die Beschäftigen sich mit solchen Dingen.

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22. Dezember 2004 um 13:33

Du solltest
wirklich mit einem Anwalt reden.
Selbst als Volljurist ist mir die Rechtslage da nicht klar.

Insbesondere soll er prüfen, ob Du damals rechtmäßig Eigentümerin des Hauses geworden bist. Schließlich hat das ja damals Dein Vater gemacht ohne Deine Zustimmung (wie auch).
Möglicherweise hätte damals eine Genehmigung des Vormundschaftsgerichts eingeholt werden müssen.

Was mir noch einfällt: Du kannst zur Not das Eigentum an dem Grundstück und damit an dem Haus aufgeben. Es fällt dann an die Staatskasse ( 928).

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22. Dezember 2004 um 13:35

Meine natürlich
928 BGB

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5. Januar 2005 um 16:50

Mich würde
interessieren, was passiert, wenn (vorausgesetzt es ist ein haus mit 2 seperaten wohnungen) deine eigene wohnung vermietest.
was du natürlich nicht wissen kannst, die versicherungen und grundsteuer vom haus werden so oder so auf die mietparteien "umgelegt".
das heißt in der abrechnung am ende vom jahr, wo wasser, strom, gas, schornsteinfeger, hauswart, gartenpflege und so abgerechnet wird, da werden dann anteilig die steuer und die versicherung verteilt. jede wohnung bzw. mieter muß also so oder so seinen teil dazubeitragen.

ich gebe dir mal ein beispiel bei und kostet für eine wohnung 57qm die grundsteuer ca. 80 im jahr.
bei einem haus könnte es evtl. noch etwas mehr sein, wegen der zusätzlichen fläche ums haus.


erkundige dich mal auch in diese richtung- du könntest dir ja eine wohnung mit deinem freund nehmen und deine im haus vermieten.

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