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Ist das noch normal?

28. Juni 2015 um 23:33

Ich habe leider ein sehr großes Problem. Nach einiger Zeit Obdachlosigkeit (Das heißt nicht bei "Freunden" wohnen sondern im Hochsitz schlafen) habe ich letztes Jahr nach sechs Monaten WG-Horror (Drogen, Prostitution) endlich eine eigene Wohnung gefunden. Aufgrund meines jungen Alters (20) und der Tatsache dass ich ALG-II beziehe war das in Köln sehr schwer möglich. Leider ist diese Wohnung auch nicht das Wahre und dürfte die Probleme "normaler" Vermieterstreits in den Schatten stellen.

Zur Wohnung: Von den Räumlichkeiten her wirkt das Ganze wie eine Art Lagerraum der in einen Wohnraum umgestaltet wurde. Aber nicht sonderlich professionell, da offensichtlich keinerlei wohnungsbauliche Planung dabei angewandt wurde. Dies passt perfekt zu dem 84-jährigen Vermieter, denn dieser stellt sich stur und bezichtigt mich dazu noch dass ich seine Wohnung zerstöre.

Ich denke ich lasse einfach mal Bilder sprechen bevor ich zum Wesentlichen komme:

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Mein Kühlschrank. Ca. 1970-80, man kann die Temperatur nicht mehr einstellen, weshalb er immer auf 100 % läuft. Dazu schimmelt alles auch im Innenraum ist Schimmel, eigentlich sollte es verboten sein hier Lebensmittel aufzubewahren.

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Unter der Spüle. Laut Vermieter sind das "Tapetenreste". Ich möchte gar nicht wissen wie es hinter der Spüle aussehen würde wenn man die Küche rausreißen würde... Ohnehin ist die schon sperrmüllreif.

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Das alte Rohr tropfte und hat den Schimmel zusätzich angeheißt, dieses ist erst ein paar Monate alt aber tropft immer noch leicht, da der Vermieter hier die billigste Lösung herangezogen hat.

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Meine Küche, die Beläge am Schrank kann man nicht entfernen. Wenn es sehr stark regnet fließt manchmal Wasser aus der Deckenlampe (Kein Scherz!).

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Blick zum Bett, an der Wand hing mal ein Bild welches ich entsorgt hatte nachdem es komplett schwarz verfärbt war. Das ist das Bett wo ich schlafen muss, es fällt bereits auseinander.

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Detail Bettecke, ich hoffe man kann die Beläge gut erkennen die hinter der Tapete durchscheinen. Das dürften gut 4 m sein, der Vermieter hat die Tapete bereits dreimal mit viel Leim wieder angeklebt weil er wohl insgeheim Angst hat dass ich das den Leuten vom Wohnungsamt zeige. Er meint, er "könne nichts dafür weil hinter dem Haus Bäume stehen", die ganze Wand ist dauerhaft feucht. Und ja, ich schlafe in der Ecke, täglich.

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Mein Kleiderschrank. Man beachte die "Wasserflecken" (Wortwahl des Vermieters) die dort seit Dezember gewachsen sind, die ganze Ecke ist voll und dort lagert meine Kleidung. Ich kann sie nirgendwo sonst hinlagern weil nirgendwo Platz oder kein Schimmel ist, denn in Ecken und Schränken fangen Dinge gerne mal an Schimmel zu fangen.

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Das Bad, winzig, ekelig versifft. Ich habe keine Idee wie man sich hier ordentlich waschen soll, es ist ja auch kein Platz da.

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Die Dusche, wie alle Abflüsse dauernd verstopft. Der Wasserhahn fällt gerne mal ab, besonders gut kommt das im Winter wenn dazu die Sicherung rausfliegt und man nackt im Dunkeln das eiskalte Wasser nicht abdrehen kann.

Diese Bilder habe ich auf die Schnelle gemacht, ich kann nochmal ein paar Detailaufnahmen machen wenn gewünscht.
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Ich bin exakt um diese Zeit im letzten Jahr hier eingezogen, dabei wurde mir über einen Förderverein zusätzlich eine Provision von 900 geschenkt, die notwendig war um dieses Drecksloch zu beziehen. Beim ersten Überblick sah ich dass es alt aber OK war, da ich ansonsten in Aussicht gehabt hätte wieder auf der Straße zu leben. Ich habe keine nennenswerten Ansprüche mehr, in erster Linie brauche ich nur funktionierendes Internet und meinen PC.

Mir war klar, dass es keine Endlösung wäre, aber ausreichend fürs Erste. Ursprünglich hatte ich unter anderem mal vor eine Ausbildung anzufangen, da ich sogar einen sehr guten Realschulabschluss habe. Ziemlich schnell nach dem Einzug ging der alte Durchlauferhitzer kaputt, den der Vermieter sofort ersetzte - Alles wie es muss. Gegen Winter allerdings verdichtete sich dann alles. Ich bemerkte das tropfende Abflussrohr unter der Spüle, bei den sinkenden Temperaturen kam auch die Heizung an ihre Grenzen. Ein Heizkörper ging gar nicht mehr. Es wurde extrem kalt (Ca. 15 ), doch dem Vermieter war das egal, da er der Ansicht war dass es bei ihm warm genug wäre. Erst zwei Monate später erkannte er es nachdem ein Heizungstechniker ihm erklärte dass bei dieser entfernteren Wohnung weniger Wärme ankommen würde. Ich zeige ihm auch den ganzen Schimmel, er spielte es herunter. Gegen Januar sagte er mir dann er würde es "wenn es wärmer ist" mit Folie abkleben. Ich erklärte ihm dass dies nicht ausreichen würde, aber er entgegnete mir lediglich dass er "der Profi" sei und ich mich damit nicht auskenne. Zudem sagt er es wäre kein Schimmel. Ich sprach ihn auch auf andere Details wie abfallende Armaturen und Lichtschalter an, er bezichtigte mich dann dass ich nach "Kleinigkeiten suche" (Wobei die ganzen Kleinigkeiten eher mich suchen) und später als "hinterlistigen Mieter, der nur eingezogen ist um ihn zu ruinieren" (Nachdem ich mit gerichtlichen Schritten drohte). Außerdem sagte er mir, ich würde seine Wohnung zerstören da ich nie lüften würde. Dies ist hier aber auch nicht möglich, da bei geöffneten Fenstern kein Durchzug entsteht und Ecken wie die am Bett oder die Küche keine Fenster haben.

Seit Dezember habe ich dazu noch gesundheitliche Beschwerden. Angefangen mit Ausschlägen und Schweißausbrüchen in der Nacht besserte es sich nachdem die Heizung ihre Arbeit leistete, ich habe allerdings nach wie vor eine Art "Dauererkältung" (Halsschmerzen, Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen) die bereits ein halbes Jahr anhält. Dies ist keine Infektion, da die Symptome sich verringern je länger ich nicht in der Wohnung war.

Ich habe Anfang des Jahres das Wohnungsamt informiert. Im Februar war mal jemand hier der Messungen vorgenommen hat, jedoch ist bis heute nichts passiert. Auf Nachfrage sagte man mir dass wohl so gegen Herbst was passieren soll, dann käme ich vorerst ins Hotel auf die Kosten des Vermieters und auch einen Maklerschein. Das kann doch nicht so lange dauern... Diese Zustände sind katastrophal und die Wohnung sollte am Besten direkt abgerissen werden. Von der Decke regnen Kellerasseln und anderes Getier, ich denke das komplette Gebäude ist marode. Es ist lebensgefährlich und gesundheitsschädlich sich hier aufzuhalten. Aber das interessiert niemanden, ich finde aufgrund meiner Situtation keine Wohnung und das Amt (auch das Jobcenter) ignorieren das. Dazu noch bemerkt dass die Wohnung monatlich 465 kostet und dies vom deutschen Steuerzahler getragen wird. Richtig, VIERHUNDERTFÜNFUNDSECHZIG EURO für diesen Saustall! Die meisten Möbel hier drin haben eine Qualität wie vom Sperrmüll, sie zerfallen, es gibt kaum eine Schublade die man ohne Gewalt rausziehen kann oder überhaupt noch nutzbar ist.

Hat jemand eine Idee was man hier machen kann? Ich weiß nicht ob dies das richtige Forum dafür ist. Ich habe mir überlegt mich mal ein ein paar Zeitungen zu wenden, damit die diese Story groß abdrucken - Ob die das machen würden ist eine andere Frage. Vom Wohnungsamt kommt nichts und eine neue Wohnung ist auch nicht in Aussicht, da die entweder zu teuer sind oder mich nicht nehmen würden. Dabei bin ich ein sehr ruhiger Mieter von dem man kaum etwas mitbekommt. Ich nehme auch nicht in Kauf in irgendwelche anderen Schrottwohnungen oder WGs einzuziehen, dann kann ich gleich wieder auf die Straße da ich dort zumindest meine Ruhe habe.

Um jede Hilfe bin ich sehr dankbar.

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7. September 2015 um 7:32

Masse an Mängeln
Dein VM ist einer der Sorte die die hilflose Lage von Bedürftigen noch ausnutzt um damit Kasse zu machen.
Besonders private VM sind öfter so. Die sehen nicht ein auch nur einen Euro in ihre Mietsache zu investieren und wiegeln immer erstmal alle Instandsetzungen ab deshalb. Bei uns sieht es ähnlich aus, nur ist das ein ganzes Reihenhaus.
Du kannst beim Mieterbund dich zu einem kostenlosen Erstberatungsgespräch melden und ausserdem würde ich raten, wenn du den Mitgliederbeitrag dann nicht zahlen kannst und weil dort die Rechtsschutz nicht greift bei schon bestehenden Mietstreitigkeiten ( greift erst nach 3 Monaten Mitgliedschaft) - ich würde mir einfach mal beim Amtsgericht einen Beratungsschein für einen Anwalt holen und dann einen der sich mit Mietangelegenheiten / Wohnrecht spezialisiert hat aufsuchen. Später bekommst du auch dann Prozesskostenhilfe. Das Amtsgericht bezahlt dir den Prozess. So wie du wohnst und bei deinen finanziellen Verhältnissen, bekommst du die Hilfe sofort. Alles weitere regelt dann der Anwalt für dich und der kennst sich besser aus.
Grundsätzlich wird der erstaml nachweislich schriftlich eine konkrete Frist setzten zur Behebung all der Mängel. Nachweislich heisst per Einschreiben und Kopie, und wenn dann nichts passiert mit Mietminderung drohen. Die Höhe der Mietminderung kann gen 100% gehen. Das heisst, du zahlst gar nichts mehr. Aber dabei muss man vorsichtig sein und das gut abwägen, was eh nur ein Anwalt kann. Wenn man selbst die Miete mindert und es stellt sich heraus, dass das zuviel gemindert war, kann es sein, dass das dann ein Grund liefert für eine fristlose Kündigung.
Bei uns versucht der sogar noch uns diese Schäden unterzuschieben derzeit. Das wird der auch bei dir noch versuchen, - spätestens , wenn du ausziehst.
Die Mietkaution muss er übrigens verzinst unabhängig von seinem privaten Konto angelegt haben und dir die Zinsen auch ausbezahlen, wenn du da weg ziehst. Dann nimm dir für die Übergabe einen Zeugen mit und liste alles auf.

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