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Keine Krankenversicherung mehr als Studentin, total verzweifelt

30. Mai 2012 um 21:07

Also, es ist etwas kompliziert, aber ich versuche alles zu schildern.
Ich bin 26 Jahre alt, im 14 Semester und bei meinem Vater beihilfeversichert (30 Euro im Monat) und somit von der gesetzlichen Krankenversicherung wärend meines Studiums befreit. Diese wäre normalerweise schon mit 25 weggefallen, aber irgendwie haben wir erreicht, dass diese aus Kulanz bis zum eigentlichen Ende bei Studienbeginn, verlängert wurde (27 Lebensjahr).

Jetzt werde ich 27, studiere immer noch und verliere meine Krankenversicherung.

Kann mich also nur privat weiter Krankenversichern.

Habe mir jetzt ein paar Angebote eingeholt und bin total schockiert
Das billigste Angebot liegt mit der Selbstbeteiligung bei monatlich 149,44 Euro und das ist einer der schlechtesten Tarife die es gibt (muss also total viel selbst bezahlen).

Dazu kommt, dass ich nur einen 400 Euro Job habe, in dem ich durchschnittlich 380 Euro im Monat verdiene.

Nach meinem Miet- und Nebenkostenbeitrag, sowie Essen und Trinken bleibt da eigentlich nix übrig.

Mein Vater ist seit 20 Jahren Frührentner (vor 20 Jahren war seine Rente viel Geld, heute liegt sie an der Armutsgrenze), meine Mutter arbeitet teilzeit als Reinigungskraft. Bruder lebt noch zuhause und macht ein Ausbildung.
Von meiner Familie habe ich also nichts zu erwarten

Ich lebe mit meinem Freund zusammen, er bezahlt schon alle sonstigen anfallenden Kosten für mich (Semestergebühr, Studiticket, etc.), also er kann mir auch nicht groß was bezahlen.

Wir wollten im August an unserem 10. Jahrestag heiraten, weil wir dachten, dass ich dann zu ihm in die gesetzliche Versicherung kann. Aber da wurde uns auch schon gesagt, dass mein Studentenstatus über der Ehe steht und das deshalb wärend meines Studiums nicht geht.

Jetzt bin ich total verzweifelt. So viel Geld kann ich nieeemals aufbringen und wenn ich keine Krankenversicherung habe, muss ich alle Beiträge irgendwann nachbezahlen.

Habe auch nur max. 500 Euro Arztkosten im Jahr und da seh ich es nicht ein im Jahr mind. 1800 Euro Beitrag zu bezahlen, bevor die Versicherung auch nur einen Cent übernimmt.

Bin total fertig deswegen.

Wenn jemand irgendeine Lösung, oder ein Schlupfloch, oder einen bezahlbares Angebot weiß, wäre ich sehr dankbar.

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14. Juni 2012 um 10:01

Freiwillig gesetzlich versichern
Hallo,
Ist das Thema noch aktuell?
Ich war als Studentin ab dem 25. Geburtstag "freiwillig gesetzlich krankenversichert" zum Studententarif. Da muss man seine Beträge zwar auch selbst bezahlen, aber die gehen an die gesetzliche Krankenkasse und kosten einheitlich bei allen gesetzlichen Krankenkassen so ca. 70 /Monat. Ist immerhin nur die Hälfte von dem, was es bei der billigsten privaten Kasse kostet, die du gefunden hast.

Warst du denn vorher gesetzlich oder privat versichert? Ich war vorher gesetzlich über meinen Vater familienversichert und die Krankenkasse hat mich dann auch vor meinem Geburtstag angeschrieben und mir diesen Studententarif angeboten.

Naja, ich hoffe, ich konnte dir ein bißchen weiterhelfen.

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12. Juli 2012 um 11:59

Wieso privat versichern?
du kannst dich freiwillig in der gesetzlichen versichern - im Studententarif. Das hat mich damals so um die 150 gekostet. Da fällt dann aber kein Selbsterhalt an.

Was macht dein Freund? Wenn ihr heiratet und er ist angestellt, dann kannst du dich auch über ihn familienversichern. Ach und zum Geld allgemein: wenn es mit dem Geld so knapp wird, dann beantrage doch einen Bildungskredit (KfW o.ä., da kann dich das Studentenwerk beraten), damit du einigermaßen stressfrei dein Studium zu Ende führen kannst.

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12. Juli 2012 um 14:26

Also,
erst mal Danke für eure Antworten.
Leider hat sich bisher keine Lösung gefunden, im Gegenteil. Durch eine Schilddrüsenerkrankung, wurde ich als Risikokunde eingestuft und darf jetzt noch mal 38 Euro mehr im Monat bezahlen.

Freiwillig gesetzlich versichern geht nicht, weil ich mich habe von der gesetztlichen befreien lassen und mit meinem Vater privat familienversichert war. Ich darf mich nur privat versichern (So lange ich Studentin, bzw. arbeitslos bin. Dazu später mehr).

Ich war bei der Krankenversicherung von meinem Freund (Angestellter, gesetzlich versichert) und die haben gesagt, dass es auf keinen Fall möglich ist, mich mit ihm familienzuversichern, auch nicht wenn wir verheiratet sind (So lange ich Studentin, bzw. arbeitslos bin. Dazu später mehr). Wie gesagt, Studentenstatus steht über der Ehe.

War dann noch auf der ARGE bzw. Arbeitsamt. Dort kam dann die Hammerbotschaft. Selbst wenn ich mit meinem Studium fertig bin, aber arbeitslos, komme ich nicht aus der Privaten raus und muss so lange dort drin bleiben, bis ich mich gesetztlich über meinen Arbeitgeber versichern kann.
Die Versicherung ist dann auch nicht mehr zum Studententarif (149 Euro + 38 Euro Risikozuschlag) sondern kostet dann mindestens 285 Euro im Monat. Normalerweiße zahlt das dann die ARGE/Arbeitsamt, ABER ich bin ja dann verheiratet und dann zahlen die NIX, sondern das muss dann mein Ehemann bezahlen, obwohl sich ja garnichts an unserer Lebenssituation ändert (die paar Euro Lohnsteuer, die wir sparen brauchen wir zum Leben).

Bildungskredit habe ich mir auch schon überlegt, aber ich kenne zwei, die das gemacht haben und die sind überhaupt nicht zufrieden. Am Ende mussten alles die Eltern bezahlen/zurückbezahlen/ablösen, weil es überhaupt nicht geklappt hat. Also ich glaub, da lass ich die Finger davon.

Naja, habe jetzt halt den Vertrag mit dem billigsten Anbieter gemacht (149 Euro + 38 Euro Risikozuschlag + 480 Euro Selbstbeteiligung). Werde wahrscheinlich in nächster Zeit dann nicht mehr zum Arzt gehen können und ob ich den Beitrag überhaupt zusammenbekomme ist fraglich.

Naja, so ist das halt in unserem deutschen Sozialstaat. Die jenigen, die was aus ihrem Leben machen und was erreichen wollen (schließlich bin ich hoffentlich irgendwann Dipl.ing. und darf ordentlich Steuern blechen), die werden nicht unterstützt und auch noch bestraft für das was sie tun.
Wenn ich Leute aus meiner Grundschulzeit sehe, die seit dem Hauptschulabschluss Hartz4 bekommen. Wohnung, Nebenkosten, Krankenkasse und Taschengeld fürs Nichtstun und ohne Perspektive umsonst erhalten (BaföG ist ja z.B. ein zinsloses Darlehen, das muss ich zurückbezahlen). Hartz4 ist nicht viel, aber wenn ich im Vergleich sehe, was ich Leiste (Vollzeitstudium, Nebenjob, etc.) und dafür bekomme...da werde ich einfach so wütend

Naja, es lässt sich nichts ändern. Da muss ich jetzt durch. Habe die Diplomarbeit angemeldet und muss bis spätestens 11.02.13 abgeben.
Jetzt darf ich nur nicht krank, oder schwanger werden (es gibt kein Mutterschaftsgeld und Kind wäre nicht mitversichert, kostet extra 150 Euro im Monat), sonst würde das endgültig der finanzielle Ruin bedeuten.

Leute drückt mir die Daumen. Ich muss einfach nur positiv denken, dann wird das schon

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13. Juli 2012 um 11:53

Ohje
das ist wirklich eine verzwickte Situation. Und auch wenn mir zum Thema Sozialsystem oft was einfällt, bin ich in deinem Fall ratlos. So wie ich das sehe, wäre es für dich, zumindest nach dem Studium, solltest du nicht direkt eine Anstellung finden, am günstigsten, wenn du eine eigene Wohnung hättest und nicht verheiratet wärst. Dann könntest du Hartz 4 beantragen - aber man möchte sein privates Glück ja nicht von solchen Dingen abhängig machen.

Du hast geschrieben, das du einen 400 Job hast, kannst du darüber vielleicht wieder in die GKV kommen?

"Grundvoraussetzung für einen Wechsel von der PKV in die GKV ist, dass sie in ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis wechseln bei dem sie über 400 Euro verdienen." - Wenn du also 401 verdienen würdest?! Allerdings bin ich mir hier nicht sicher, ob da wieder dein Studentenstatus dazwischen kommt...

Ja, manchmal ist unser Sozialsystem schon sehr ungerecht, würdest du dein Studium abbrechen, hättest du finanziell mehr davon, was jetzt keine Aufforderung sein soll.

Ich drücke dir die Daumen, dass du gleich etwas interessantes findest und bis dahin viel Glück und Erfolg.

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29. November 2013 um 10:27
In Antwort auf jennylein85

Also,
erst mal Danke für eure Antworten.
Leider hat sich bisher keine Lösung gefunden, im Gegenteil. Durch eine Schilddrüsenerkrankung, wurde ich als Risikokunde eingestuft und darf jetzt noch mal 38 Euro mehr im Monat bezahlen.

Freiwillig gesetzlich versichern geht nicht, weil ich mich habe von der gesetztlichen befreien lassen und mit meinem Vater privat familienversichert war. Ich darf mich nur privat versichern (So lange ich Studentin, bzw. arbeitslos bin. Dazu später mehr).

Ich war bei der Krankenversicherung von meinem Freund (Angestellter, gesetzlich versichert) und die haben gesagt, dass es auf keinen Fall möglich ist, mich mit ihm familienzuversichern, auch nicht wenn wir verheiratet sind (So lange ich Studentin, bzw. arbeitslos bin. Dazu später mehr). Wie gesagt, Studentenstatus steht über der Ehe.

War dann noch auf der ARGE bzw. Arbeitsamt. Dort kam dann die Hammerbotschaft. Selbst wenn ich mit meinem Studium fertig bin, aber arbeitslos, komme ich nicht aus der Privaten raus und muss so lange dort drin bleiben, bis ich mich gesetztlich über meinen Arbeitgeber versichern kann.
Die Versicherung ist dann auch nicht mehr zum Studententarif (149 Euro + 38 Euro Risikozuschlag) sondern kostet dann mindestens 285 Euro im Monat. Normalerweiße zahlt das dann die ARGE/Arbeitsamt, ABER ich bin ja dann verheiratet und dann zahlen die NIX, sondern das muss dann mein Ehemann bezahlen, obwohl sich ja garnichts an unserer Lebenssituation ändert (die paar Euro Lohnsteuer, die wir sparen brauchen wir zum Leben).

Bildungskredit habe ich mir auch schon überlegt, aber ich kenne zwei, die das gemacht haben und die sind überhaupt nicht zufrieden. Am Ende mussten alles die Eltern bezahlen/zurückbezahlen/ablösen, weil es überhaupt nicht geklappt hat. Also ich glaub, da lass ich die Finger davon.

Naja, habe jetzt halt den Vertrag mit dem billigsten Anbieter gemacht (149 Euro + 38 Euro Risikozuschlag + 480 Euro Selbstbeteiligung). Werde wahrscheinlich in nächster Zeit dann nicht mehr zum Arzt gehen können und ob ich den Beitrag überhaupt zusammenbekomme ist fraglich.

Naja, so ist das halt in unserem deutschen Sozialstaat. Die jenigen, die was aus ihrem Leben machen und was erreichen wollen (schließlich bin ich hoffentlich irgendwann Dipl.ing. und darf ordentlich Steuern blechen), die werden nicht unterstützt und auch noch bestraft für das was sie tun.
Wenn ich Leute aus meiner Grundschulzeit sehe, die seit dem Hauptschulabschluss Hartz4 bekommen. Wohnung, Nebenkosten, Krankenkasse und Taschengeld fürs Nichtstun und ohne Perspektive umsonst erhalten (BaföG ist ja z.B. ein zinsloses Darlehen, das muss ich zurückbezahlen). Hartz4 ist nicht viel, aber wenn ich im Vergleich sehe, was ich Leiste (Vollzeitstudium, Nebenjob, etc.) und dafür bekomme...da werde ich einfach so wütend

Naja, es lässt sich nichts ändern. Da muss ich jetzt durch. Habe die Diplomarbeit angemeldet und muss bis spätestens 11.02.13 abgeben.
Jetzt darf ich nur nicht krank, oder schwanger werden (es gibt kein Mutterschaftsgeld und Kind wäre nicht mitversichert, kostet extra 150 Euro im Monat), sonst würde das endgültig der finanzielle Ruin bedeuten.

Leute drückt mir die Daumen. Ich muss einfach nur positiv denken, dann wird das schon

Boah...
mir rollen die Tränen. Sorry warum immer das Geschimpfe auf den Sozialstaat, wenn man ihm vorher den Rücken kehrt:
"...weil ich mich habe von der gesetztlichen befreien lassen und mit meinem Vater privat familienversichert war. Ich darf mich nur privat versichern (So lange ich Studentin, bzw. arbeitslos bin. Dazu später mehr)...."
Achso, sozial ist man gerne, wenn man selber die Leistungen beziehen möchte, aber wenn man einzahlen soll, dann ist es mit der Sozialität plötzlich nicht weit her, oder?
Außerdem Sorry, wenn ich es mir nicht leisten kann bis über 27 hinaus zu studieren, dann schafft man es früher, das können andere auch. Oder arbeiten hauptberuflich und studieren nebenbei oder oder oder. Es gibt tausende Dinge, die man machen kann, wenn man sich das früher überlegt hätte. Alle Dinge, die Du aufgezählt hast, waren bekannt, als Du mit dem Studium angefangen hast (Frührentner, Reinigunskraft, Deine finanzielle Lage) warum plant man nicht DAMIT?
Wenn jemand plötzlich in eine Notsituation gerät, dem gehört mein Mitleid, aber wer wider besseren Wissens solche Entscheidungen trifft, nööö.

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