Home / Forum / Recht & Unrecht / Kündigung in der Schwangerschaft- BV möglich???

Kündigung in der Schwangerschaft- BV möglich???

21. September 2009 um 15:42 Letzte Antwort: 21. September 2009 um 18:38

Hallo zusammen,

juhu - wir sind nach vielen Übungszyklen endlich schwanger in der 7.ssw.
Aber jetzt kommts dicke! Ich bin wegen einer Blasenentzündung und der üblichen Übelkeit in der Schwangerschaft seit 1 Woche krank geschrieben. Heute kam dann ein Anruf von meinem Chef. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage und einer bereits getroffenen Sozialauswahl bin ich gekündigt. Da hab ich Ihm dann von meiner Schwangerschaft erzählt und er meinte ich sollte mich doch direkt krank schreiben lassen. Das wäre doch für mich das beste und er hätte totales Verständnis dafür wenn ich nicht mehr ins Büro kommen möchte. Ihm tat es auch voll leid mir diese Hiobsbotschaft per Telefon mitteilen zu müssen.
Meine Frage jetzt: Was soll ich tun und vor allem wie soll ich an ein Beschäftigungsverbot kommen mit welcher Begründung? Kann die auch der Hausarzt ausstellen?
Vielen Dank schon jetzt für Eure Antworten

Mehr lesen

21. September 2009 um 16:52

... würde auf meinen Kündigungsschutz bestehen!
Hallo! Es tut mir total leid, dass Du das hier durchmachen musst

Hier ein Ausschnitt aus dem Netz, der Dir vielleicht helfen kann:

"Kündigungsschutz bei Schwangerschaft - Auf was man unbedingt achten muss

Während der Dauer einer Schwangerschaft sind Sie vor dem Verlust des Arbeitsplatzes geschützt. Nach 9 Mutterschutzgesetz darf Ihnen der Arbeitgeber während der gesamten Dauer der Schwangerschaft und bis zu vier Monaten nach der Geburt nicht kündigen. Dieses Kündigungsverbot greift aber nur ein, wenn Ihr Arbeitgeber vom Vorliegen der Schwangerschaft weiß oder Sie ihm diese innerhalb von zwei Wochen nach Ausspruch der Kündigung mitteilen."

Somit wäre die Kündigung also unwirksam. Ich würde den Arbeitgeber schnellstmöglich schriftlich darüber informieren, dass eine Schwangerschaft besteht.

Das mit dem Kündigungsschutz kommt aber auch auf die Größe des Betriebes, etc. an. Wie groß ist denn die Firma in der Du arbeitest? Hattest Du einen unbefristeten Vertrag?

Ein BV wird vom Arzt nur dann ausgestellt, wenn es durch die Arbeit zu einer Gefährdung von Mutter oder dem ungeborenen Kind kommen kann. Und wenn Du krank geschrieben wirst, z. B. wegen der psychischen Belastung, die es für Dich bedeuten würde, wenn Du wieder zur Arbeit gehst, hast Du später Nachteile bei der Berechnung des Elterngeldes, da nach 6 Wochen Krankheit die KK ja Krankengeld (was ja viel weniger ist als Dein jetziges Gehalt) zahlt und dies (wenn die Erkrankung nicht auf die Schwangerschaft zurückzuführen ist, was bei einer psychischen Belastung ja der Fall wäre) in der Berechnung des ETG miteinbezogen wird.

Also alles in allem eine verzwickte Situation....

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

LG Sunny
.

Gefällt mir
21. September 2009 um 17:51
In Antwort auf sunny21021

... würde auf meinen Kündigungsschutz bestehen!
Hallo! Es tut mir total leid, dass Du das hier durchmachen musst

Hier ein Ausschnitt aus dem Netz, der Dir vielleicht helfen kann:

"Kündigungsschutz bei Schwangerschaft - Auf was man unbedingt achten muss

Während der Dauer einer Schwangerschaft sind Sie vor dem Verlust des Arbeitsplatzes geschützt. Nach 9 Mutterschutzgesetz darf Ihnen der Arbeitgeber während der gesamten Dauer der Schwangerschaft und bis zu vier Monaten nach der Geburt nicht kündigen. Dieses Kündigungsverbot greift aber nur ein, wenn Ihr Arbeitgeber vom Vorliegen der Schwangerschaft weiß oder Sie ihm diese innerhalb von zwei Wochen nach Ausspruch der Kündigung mitteilen."

Somit wäre die Kündigung also unwirksam. Ich würde den Arbeitgeber schnellstmöglich schriftlich darüber informieren, dass eine Schwangerschaft besteht.

Das mit dem Kündigungsschutz kommt aber auch auf die Größe des Betriebes, etc. an. Wie groß ist denn die Firma in der Du arbeitest? Hattest Du einen unbefristeten Vertrag?

Ein BV wird vom Arzt nur dann ausgestellt, wenn es durch die Arbeit zu einer Gefährdung von Mutter oder dem ungeborenen Kind kommen kann. Und wenn Du krank geschrieben wirst, z. B. wegen der psychischen Belastung, die es für Dich bedeuten würde, wenn Du wieder zur Arbeit gehst, hast Du später Nachteile bei der Berechnung des Elterngeldes, da nach 6 Wochen Krankheit die KK ja Krankengeld (was ja viel weniger ist als Dein jetziges Gehalt) zahlt und dies (wenn die Erkrankung nicht auf die Schwangerschaft zurückzuführen ist, was bei einer psychischen Belastung ja der Fall wäre) in der Berechnung des ETG miteinbezogen wird.

Also alles in allem eine verzwickte Situation....

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

LG Sunny
.

Gute Idee - aber ob ich da noch glücklich werde???
Hallo Sunny,

vielen lieben Dank für Deine Antwort.
Wenn ich nächste Woche wieder beim FA war werde ich offiziell meinem AG Bescheid geben können da ich ja dann auch meinen Mutterpass bekomme

ch werde am Mittwoch mal mit meinem Hausartz sprechen. Das ich nicht nur "Krank" sein kann ist mir eigentlich klar wegen dem Abzug beim Krankengeld. Also kommt Geld technisch ja wirklich nur das Beschäftigungsverbot in Frage!!
Nur da muss ja auch wirklich ein Grund angegeben werden. Da weiß ich halt nicht ob allein Stress und der weite Arbeitsweg (1,5 Stunden minimum -einfache Strecke) Grund genug ist.

Ich weiß echt nicht was ich nun tun soll - einerseits habe ich keinen Bock mich dahin zu quälen wo mich der Oberboss nicht mehr will, andererseits lasse ich ungern die kollegen im Stich.
Wir sind ein großes Unternehmen mit einer allerdings verhältnismässig kleinen Buchhaltung. In den 1.5 Jahren in denen ich da bin sind schon an unserem Standort 10 Mitarbeiter gegangen worden. War aufgrund unserer Umsatzsituation aber irgendwie auch klar das auch mal bei uns in der Buchhaltung gespart werden wird!

lg
Mamamia

Gefällt mir
21. September 2009 um 18:38
In Antwort auf pris_12300419

Gute Idee - aber ob ich da noch glücklich werde???
Hallo Sunny,

vielen lieben Dank für Deine Antwort.
Wenn ich nächste Woche wieder beim FA war werde ich offiziell meinem AG Bescheid geben können da ich ja dann auch meinen Mutterpass bekomme

ch werde am Mittwoch mal mit meinem Hausartz sprechen. Das ich nicht nur "Krank" sein kann ist mir eigentlich klar wegen dem Abzug beim Krankengeld. Also kommt Geld technisch ja wirklich nur das Beschäftigungsverbot in Frage!!
Nur da muss ja auch wirklich ein Grund angegeben werden. Da weiß ich halt nicht ob allein Stress und der weite Arbeitsweg (1,5 Stunden minimum -einfache Strecke) Grund genug ist.

Ich weiß echt nicht was ich nun tun soll - einerseits habe ich keinen Bock mich dahin zu quälen wo mich der Oberboss nicht mehr will, andererseits lasse ich ungern die kollegen im Stich.
Wir sind ein großes Unternehmen mit einer allerdings verhältnismässig kleinen Buchhaltung. In den 1.5 Jahren in denen ich da bin sind schon an unserem Standort 10 Mitarbeiter gegangen worden. War aufgrund unserer Umsatzsituation aber irgendwie auch klar das auch mal bei uns in der Buchhaltung gespart werden wird!

lg
Mamamia

... ist halt die Frage...
... ob Du dort noch glücklich wirst kann ich Dir leider auch nicht beantworten.

Dein Chef hatte ja aber gesagt, dass es ihm leid tue Dich kündigen zu müssen, aber die Sozialauswahl wäre getroffen. Vielleicht hätte er auch lieber jemand anderen gekündigt, was aber wegen dieser Regelung nicht möglich war... ich würde Dir vorschlagen nach dem Gespräch mit Deinem Arzt nochmal mit ihm zu reden.

Ich mein, ich kenne die Situation in der Firma zwar nicht, aber ich weiß genau, dass oftmals die Chefs lieber älteren Mitarbeitern kündigen würden, da diese nicht mehr so leistungsfähig sind wie junge, aber wegen dieser Sozialauswahl keine Möglichkeit hierzu haben.

Des weiteren ist es ja absehbar wie lange Du "die Firma noch Geld kostest", danach wirst Du ja bestimmt sowieso erstmal in Elternzeit gehen. Und wer weiß schon was bis dahin ist, oder?

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass sich alles vielleicht doch noch zum Guten wendet!!!

LG sunny

Gefällt mir