Home / Forum / Recht & Unrecht / Muss der AG den Urlaub auszahlen?

Muss der AG den Urlaub auszahlen?

18. Oktober 2010 um 18:36

Hallo zusammen,

ich habe in Juli meine Tochter bekommen. Vorher (im Februar) hatte ich mit meinem AG vereinbart, dass ich den mir zustehenden Urlaub nicht abfeiere, sondern ausgezahlt bekomme. Er hat darauf bestanden, dass er mir den Urlaub erst auszahlt, wenn die Kleine auf der Welt ist, damit wir den genauen Geburtstermin haben (wegen der Berechnung der Urlaubstage)

Inzwischen ist Oktober und ich habe immer noch keine Auszahlung der mir zustehenden 17 Tage nicht erhalten. Jetzt teilte mir mein AG plötzlich mit, dass kein Anspruch auf die Auszahlung des Urlaubes bestehen würde.

Habt ihr vielleicht schon ähnliche Erfahrungen? Wenn ich nach der Elternzeit nicht wieder zum alten AG will (also will ich den Urlaub nich verschieben bis nach der Elternzeit), muss er mir den Urlaub auszahlen oder muss ich ihm diese Tage schneken?

Über kompetente Antworten würde ich mich sehr freuen!!

LG

Mehr lesen

19. Oktober 2010 um 9:32

Schriftlich?
wurde es schriftlich vereinbart? oder hast du irgendwas über diese einigung in der hand, zeugen etc.?

bei krankheit z.b. verfällt urlaub oder nach jahren der elternzeit

Gefällt mir

19. Oktober 2010 um 12:48
In Antwort auf bernerle7

Schriftlich?
wurde es schriftlich vereinbart? oder hast du irgendwas über diese einigung in der hand, zeugen etc.?

bei krankheit z.b. verfällt urlaub oder nach jahren der elternzeit

Nein, weil
ich eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zum Chef hatte. Ich habe ihm vertraut, denn er hat bis dahin sich an alle Abmachungen gehalten ...

Das ist jetzt ganz schön doof, aber muss sein. Habe heute für Donnerstag einen Termin mit dem Rechtsanwalt ausgemacht. Mal schauen was er dazu sagt. Erst jetzt habe ich erfahren, dass der Kollege mit dem ich sehr eng gearbeitet habe (2er-Teams), ähnliche Probleme hatte. Dieser hat sogar eine Kündigung bekommen, weil der Chef schlechte Laune hatte. Jetzt streiten sich die beiden vor Gericht - wahrscheinlich werde ich dazu stoßen müssen

Also meinst du, dass ich das Geld vergessen kann?

Gefällt mir

20. Oktober 2010 um 7:05
In Antwort auf kareika

Nein, weil
ich eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zum Chef hatte. Ich habe ihm vertraut, denn er hat bis dahin sich an alle Abmachungen gehalten ...

Das ist jetzt ganz schön doof, aber muss sein. Habe heute für Donnerstag einen Termin mit dem Rechtsanwalt ausgemacht. Mal schauen was er dazu sagt. Erst jetzt habe ich erfahren, dass der Kollege mit dem ich sehr eng gearbeitet habe (2er-Teams), ähnliche Probleme hatte. Dieser hat sogar eine Kündigung bekommen, weil der Chef schlechte Laune hatte. Jetzt streiten sich die beiden vor Gericht - wahrscheinlich werde ich dazu stoßen müssen

Also meinst du, dass ich das Geld vergessen kann?

Nein, er verfällt definitiv nicht...
schau mal hier:

"...Was passiert mit dem Jahresurlaub?
Erholungsurlaub kann anteilig für jeden vollen Kalendermonat
Elternzeit um ein Zwölftel gekürzt werden. Dies
gilt nicht, wenn während der Elternzeit eine Teilzeittätigkeit
ausgeübt wird. Wird während der Elternzeit keine Teilzeit
beim eigenen Arbeitgeber geleistet, hat der Arbeitgeber
den restlichen Erholungsurlaub nach Ende der Elternzeit im
laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr zu gewähren. Er
erlischt nicht wie im Normalfall zu einem festen Zeitpunkt
des Folgejahres. Wird während der Elternzeit ein weiteres
Kind geboren, verlängert sich der Übertragungszeitraum.
Folglich werden Urlaubsansprüche aus dem Urlaubsjahr, in
dem die erste Elternzeit begonnen hat, weiter übertragen,
wenn der noch zustehende Erholungsurlaub nach dem
Ende der ersten Elternzeit aufgrund einer weiteren Elternzeit
nicht beansprucht werden konnte.
Hat die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer vor Beginn
der Elternzeit mehr Urlaub erhalten als ihr oder ihm zusteht,
kann der Arbeitgeber den nach dem Ende der Elternzeit
zustehenden Urlaub um die zu viel gewährten Urlaubstage
kürzen.
Wird während der Elternzeit eine Teilzeitbeschäftigung
ausgeübt, bedarf es keiner Übertragung auf den Zeitraum
nach der Elternzeit. In diesen Fällen kann die oder der Teilzeitbeschäftigte
von der reduzierten Arbeitsverpflichtung
freigestellt werden, also trotz der in Anspruch genommenen
Elternzeit Urlaub erhalten. Wenn das Arbeitsverhältnis
während oder mit Ablauf der Elternzeit endet, wird der
verbleibende Urlaub in Geld abgegolten.
..."

aus: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Elterngeld-und-Elternzeit,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

Gefällt mir

22. Oktober 2010 um 11:00
In Antwort auf flyingkat

Nein, er verfällt definitiv nicht...
schau mal hier:

"...Was passiert mit dem Jahresurlaub?
Erholungsurlaub kann anteilig für jeden vollen Kalendermonat
Elternzeit um ein Zwölftel gekürzt werden. Dies
gilt nicht, wenn während der Elternzeit eine Teilzeittätigkeit
ausgeübt wird. Wird während der Elternzeit keine Teilzeit
beim eigenen Arbeitgeber geleistet, hat der Arbeitgeber
den restlichen Erholungsurlaub nach Ende der Elternzeit im
laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr zu gewähren. Er
erlischt nicht wie im Normalfall zu einem festen Zeitpunkt
des Folgejahres. Wird während der Elternzeit ein weiteres
Kind geboren, verlängert sich der Übertragungszeitraum.
Folglich werden Urlaubsansprüche aus dem Urlaubsjahr, in
dem die erste Elternzeit begonnen hat, weiter übertragen,
wenn der noch zustehende Erholungsurlaub nach dem
Ende der ersten Elternzeit aufgrund einer weiteren Elternzeit
nicht beansprucht werden konnte.
Hat die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer vor Beginn
der Elternzeit mehr Urlaub erhalten als ihr oder ihm zusteht,
kann der Arbeitgeber den nach dem Ende der Elternzeit
zustehenden Urlaub um die zu viel gewährten Urlaubstage
kürzen.
Wird während der Elternzeit eine Teilzeitbeschäftigung
ausgeübt, bedarf es keiner Übertragung auf den Zeitraum
nach der Elternzeit. In diesen Fällen kann die oder der Teilzeitbeschäftigte
von der reduzierten Arbeitsverpflichtung
freigestellt werden, also trotz der in Anspruch genommenen
Elternzeit Urlaub erhalten. Wenn das Arbeitsverhältnis
während oder mit Ablauf der Elternzeit endet, wird der
verbleibende Urlaub in Geld abgegolten.
..."

aus: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Elterngeld-und-Elternzeit,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

Danke
Hallo ihr lieben,

danke für die Antworten. Gestern war ich beim Anwalt und dieser meinte, dass der AG mir den Urlaub, wenn ich es so möchte, auszahlen muss. Die Provision, die er eingesackt hat, weil ich einen BV bekommen hatte, muss er ebenfalls auszahlen. Dazu kommt noch die Differenz, die er mir aufgrund der nicht geänderten Steuerklasse und Kinderfreibetrag nicht ausgezahlt hat, auszahlen muss.

Tja da kann der Typ sich aber warm einpacken, denn für mich heißt es, dass er mir mehr als ein Monatseinkommen schuldet. Da ich eine Rechtschutzversicherung habe, werde ich bis zum letzten gehen um mein Geld zu bekommen. Ich vermutte, dass er gehofft hat, dass ich ihm das Geld einfach schenke - warum auch immer.

Ist schon traurig, dass wir Frauen fürs Kinderkriegen so bestrafft werden. Mein AG hat alle Frauen mit Kindern sofort abgelehnt und diese nicht mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen, also habe ich in dieser Firma sowieso keine Zukunft mehr

Danke euch nochmal

LG

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Diskussionen dieses Nutzers

  • "Das Mami Buch" ist ein perfekter Begleiter während und 10 Monate nach der

    29. März 2011 um 22:38

Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Long4Lashes

Teilen

Das könnte dir auch gefallen