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Muss ein AG die Elternzeit verlängern?

16. Juni 2010 um 13:05

Hallo ,

ich habe eine Frage an euch. Ich habe eine Tochter die im August zwei Jahre alt wird und bin in der 8 Woche wieder schwanger. Ich habe drei Jahre Elternzeit beantragt. Mein zweites Kind kommt im Januar 2011 auf die Welt. Ich befinde mich zu diesem Zeitpunkt also immer noch in Elternzeit.
Folgende Fragen zu dem Sachverhalt:

A: Muss mein AG die Elternzeit auf drei Jahre verlängern?
B: Wann muss ich ihn über meine zweite Schwangerschaft informieren?
C: Kann er mir die Verlängerung auf drei Jahre ab Geburt des zweiten Kindes verwehren?

Ich hoffe das jemand solch eine Situation schon hatte und mir eine präzise Antwort geben kann.


Vielen Dank
Sonnige Grüße

Nana

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16. Juni 2010 um 13:52

Jap!!!
Hallo Nana, herzlichen Glückwunsch erstmal!!!

also mein Informationsstand ist wie folgt:

A: Dein AG muss für jedes Kind bis zu 3 Jahren Elternzeit gewähren. Also 3 Jahre pro Kind... in Deinem Fall wären es dann 3 Jahre fürs erste Kind und dann noch 2 Jahre fürs zweite Kind, da sich ein Jahr praktisch überschneidet (oder einige Monate, aber so genau rechne ich jetzt nicht)

B: über deine zweite SS musst du den AG eigentlich genau wie bei der ersten benachrichtigen. D.h. spätestens 7 Wochen vor dem ET

C: Er kann sagen, dass er weitere drei Jahre deinen Arbeitsplatz nicht freihalten kann und dich beim Wiedereintritt woanders versetzen muss. Aber er kann nicht NEIN sagen...

Hier findest du durch einige Klicks sehr viele Informationen dazu: http://www.kinder-aktuell.de/recht-sicherheit/schwangerschaft-arbeiten-mutterschutzgesetz-arbeit-1631/

Falls der Link nicht funktionieren sollte, überprüfe diesen bitte auf Leerzeichen - dürften eigentlich keine drin sein

LG und viel Erfolg

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17. Juni 2010 um 20:47


ERFURT. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat sich in seiner noch relativ jungen Rechtsprechung zur Elternzeit erneut auf die Seite der Arbeitnehmer gestellt. Nach einem am Dienstag gefällten Urteil der höchsten deutschen Arbeitsrichter brauchen die Arbeitgeber zukünftig besonders wichtige Gründe, wenn sie Arbeitnehmern mit zwei Kindern die sich überschneidenden Erziehungszeiten von jeweils drei Jahren nicht vollständig zubilligen wollen. (BAG, 9 AZR 391/08) Die Rechtsprechung bleibt damit elternfreundlich.

Obwohl vom Gesetz ausdrücklich vorgesehen, war höchstinstanzlich - bisher gab es nur ein Urteil des Landesarbeitsgerichts München - ungeklärt, ob und wie Arbeitnehmer bei zwei sich überschneidenden Elternzeiten dennoch die Dauer jeder einzelnen Elternzeit von drei Jahren komplett ausschöpfen können. Ein für Arbeitnehmer und Arbeitgeber unbefriedigender Zustand.

Das BAG entschied nun konkret, ob Arbeitnehmer nach Geburt eines weiteren Kindes während laufender Elternzeit die erste Elternzeit vorzeitig beenden dürfen, um den nicht verbrauchten "Rest" an das Ende der zweiten Elternzeit anhängen können. Zu klären war insbesondere, wann der Arbeitgeber seine Zustimmung verweigern kann.

Beispiel: Die klagende Reiseverkehrskauffrau nach Geburt eines weiteren Kindes insgesamt zweimal die volle Elternzeit auszuschöpfen, ohne dass sich die maximale Gesamtdauer wegen der Überschneidung der Zeiträume verkürzt. Sie hatte für ihr im Juli 2004 geborenes erstes Kind Elternzeit bis zum 3. Lebensjahr des Kindes beansprucht. Nach rund zwei Jahren wurde im Juli 2006 - während der Elternzeit - ein weiteres Kind geboren. Die Reiseverkehrskauffrau erklärte daraufhin ihrem Arbeitgeber, dass sie auch für dieses Kind die vollen drei Jahre Elternzeit in Anspruch nehmen und das nicht verbrauchte Jahr der ersten Elternzeit nach Ende der zweiten Elternzeit ab Juli 2009 "anhängen" wolle; für diese Übertragung bis Juli 2010 braucht sie die Zustimmung des Arbeitgebers. Das Bundesarbeitsgericht gab ihr jetzt Recht.

Saraa

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