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Offene Rechnung bei Anwalt, was tun?

5. Mai 2005 um 21:40

Hallo,
für meine scheidung hatte ich eine anwältin beauftragt. leider habe ich erst nach einiger zeit festgestellt, dass die frau einfach geldgierig war, mich falsch beraten hat, und sogar mich gar nicht unterstützt hat, z.b. als mein ex-man z.b. mich nicht in die wohnung reingelassen hat....usw. also habe ich einen anderen anwalt beauftragt, der richtig gehandelt und die scheidung erreicht hat.
nun einige wochen später bekam ich die rechnung der anwältin: ich war total verzweifelt, weil der von ihr angeforderte betrag (gerichtliche und außergerichtliche kosten) so irrealistisch in bezug auf ihre unzufriedene geleistete arbeit war. ich habe diese rechnung dem anderen anwalt gezeigt und er hat mich geraten, nicht zu zahlen und es auf eine gebührenfestsetzung durch gericht ankommen zu lassen. jetzt ist es soweit: der gericht hat/wird die gerichtliche kosten festsetzten (sogar um ca.die hälfte reduziert).
nun bleibt jetzt die frage der außergerichtlichen kosten. laut ihrer rechnung betragen diese 2300. 1392 hatte ich ganz am anfang als vorschuss bezahlt. am liebsten würde ich den rest nicht bezahlen, weil durch ihre unkompetenz/ihr nichtstun habe ich viel geld verloren (die ganzen möbel, müsste miete zahlen, obwohl ich in der wg nicht wohnte und sogar keinen zugang dazu hatte); diese tatsachen bzw. meine unzufriedenheit habe ich ihr nicht schriftlich bekannt gegeben.
ich frage mich was auf mich kommen kann,:
- wenn ich nicht zahle, wird sie eine zivilklage vor gericht äußern, werde ich gezwungen die restlichen 908 und die gerichtskosten zu zahlen;
- kann ich noch gegen die rechnung argumentieren und um korrektur bitten.

kann jemand mir dazu ein paar tips geben? danke im voraus.
ich wäre ihnen so dankbar dafür, ich will endlich mit dieser (sehr schwierigen) scheidung abschließen.
gruß an allen und schönen abend
22blue

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6. Mai 2005 um 9:23

Ratenzahlung
Ich kann verstehe, daß Du mit der Arbeit der Anwältin nicht zufreiden bist, dennoch hat sie ja für Dich gearbeitet, Du hast bestimmt ganz zu Anfang so eine Erklärung oder Abtrettung unterschrieben, die sie bevollmächtigt sich für Dich einzusetzen hast ihr quasi damit den Auftrag erteilt.
Ich glaube nicht, daß Du damit vor Gericht durchkommst und es fallen dann ja noch mehr Koasten an.
Zahl doch in Raten.
Teile ihr mit (schriftlich, per Einschreiben), daß Du den Betrag nicht auf einmal zahlen kannst und bitte um Ratenzahlung, teile weiterhin mit, was Du zahlen wirst und überweise zeitgleich die erste Rate.
Normalerweise lassen sich Anwälte darauf ein, es ist schon fast Usus, viele Anwälte machen das.

Gruß

equinox68

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10. Mai 2005 um 12:48

Also
grundsätzlich muss jede Leistung auch bezahlt werden. Allerdings nur, wenn sie ordnungsgemäß erbracht wurde.

Das wäre halt bei Dir die Frage.
Erstens: ist die Rechnung überhaupt richtig in Bezug auf die Abrechnung der einzelnen Leistungen
Zweitens: kannst Du möglicherweise mit eigenen Schadensersatzforderungen gegen sie aufrechnen? Wenn es tatsächlich ist, dass sie Mist gebaut hat und Du deswegen Kosten hattest (und Du das auch beweisen kannst!!), kannst Du das abziehen. Allerdings gibt es hier eine Verjährungsfrist, die recht kurz ist.

Letztlich müsste Dein zweiter Anwalt wohl draufschauen - der kann Dich am besten beraten.

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17. Mai 2005 um 21:19

Was erhofft
sich Dein neuer Anwalt von der Titulierung der Forderung? Wenn er Dir rät, nicht zu zahlen, dann soll er sich doch darum kümmern und mit der Anwältin verhandeln bzw. eine Einigung für beide Seiten finden. Ist wohl das einfachste.

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26. Juni 2005 um 19:49

Offene Rechnung bei Anwalt
Hallo,

ich bin Rechtsanwaltfachangestellte und kenne dein Problem sehr gut, allerdings von der anderen Seite. Wir haben oft Schuldner, die früher Mandanten waren und die im Nachhinein die Gebührennoten nicht zahlen können/wollen. Auf dein Argument bezüglich der unrealistischen Gebührenhöhe muss ich dir leider sagen, dass sich die Anwältin das nicht ausdenkt. Die Gebühren werden nach ganz bestimmten Regeln berechnet. Die Gegenstandswerte aus denen sich dann die Gebühren berechnen, kann sie sich auch nicht einfach so ausdenken. Du bist sicherlich darüber belehrt worden.

Allerdings würde ich dir auch raten, das Gespräch mit ihr zu suchen und um eine Ratenzahlungsvereinbarung zu bitten. Wenn die Sache vor Gericht geht, muss du stichhaltige Beweise und Zeugen für deine Argumentation haben. Wenn sie die Kosten durch das Gericht hat festsetzen lassen, heißt das, sie hat einen vollstreckbaren Titel mit dem sie die Zwangsvollstreckung betreiben kann. Hier erwähne ich nur das Stichwort Kontopfändung.

Vielleicht solltest du nochmals eingehend mit deinem jetzigen Anwalt über alles sprechen. Der weiß am besten Bescheid, was jetzt zu unternehmen ist.

Alles Gute für dich

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17. Mai 2006 um 10:36
In Antwort auf cestra

Offene Rechnung bei Anwalt
Hallo,

ich bin Rechtsanwaltfachangestellte und kenne dein Problem sehr gut, allerdings von der anderen Seite. Wir haben oft Schuldner, die früher Mandanten waren und die im Nachhinein die Gebührennoten nicht zahlen können/wollen. Auf dein Argument bezüglich der unrealistischen Gebührenhöhe muss ich dir leider sagen, dass sich die Anwältin das nicht ausdenkt. Die Gebühren werden nach ganz bestimmten Regeln berechnet. Die Gegenstandswerte aus denen sich dann die Gebühren berechnen, kann sie sich auch nicht einfach so ausdenken. Du bist sicherlich darüber belehrt worden.

Allerdings würde ich dir auch raten, das Gespräch mit ihr zu suchen und um eine Ratenzahlungsvereinbarung zu bitten. Wenn die Sache vor Gericht geht, muss du stichhaltige Beweise und Zeugen für deine Argumentation haben. Wenn sie die Kosten durch das Gericht hat festsetzen lassen, heißt das, sie hat einen vollstreckbaren Titel mit dem sie die Zwangsvollstreckung betreiben kann. Hier erwähne ich nur das Stichwort Kontopfändung.

Vielleicht solltest du nochmals eingehend mit deinem jetzigen Anwalt über alles sprechen. Der weiß am besten Bescheid, was jetzt zu unternehmen ist.

Alles Gute für dich

Ratenzahlung/Vergleich bei Anwaltsrechnung
Hallo,

habe eine sehr hohe Anwaltsrechnung durch Erbauseinandersetzung.

Dem Anwalt wurde nie schriftlich Mandat erteilt, er vertrat meine Mutter, auf Wunsch von mir hat er mich in einer einzigen Sache vor Gericht vertreten, wobei Aufklärung fehlte, dass das nicht notwendig ist, dann Vertretung durch ihn automatisch in Erbstreit übergegangen (wobei dann die Honorarrechnung sehr hoch ausfiehl). Allerdings wußte er vorab, dass bei mir persönlich nichts zu holen ist, außer ich erbe. (Alleine mit zwei Kindern)

Nun ist es so, dass alles vor Gericht/Gerichtsvollzieher ist (Forderung der eidesstattlichen Versicherung ansonsten Haft)

Anwalt zu keinem Vergleich noch Ratenzahlung bereit (ich müßte einen Kredit aufnehmen)
Was tun???
Wäre nett, wenn ich von jemandem Hilfe bekomme, mir fällt nichts mehr ein.
Danke vorab und Grüße an alle

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15. November 2017 um 13:02
In Antwort auf cestra

Offene Rechnung bei Anwalt
Hallo,

ich bin Rechtsanwaltfachangestellte und kenne dein Problem sehr gut, allerdings von der anderen Seite. Wir haben oft Schuldner, die früher Mandanten waren und die im Nachhinein die Gebührennoten nicht zahlen können/wollen. Auf dein Argument bezüglich der unrealistischen Gebührenhöhe muss ich dir leider sagen, dass sich die Anwältin das nicht ausdenkt. Die Gebühren werden nach ganz bestimmten Regeln berechnet. Die Gegenstandswerte aus denen sich dann die Gebühren berechnen, kann sie sich auch nicht einfach so ausdenken. Du bist sicherlich darüber belehrt worden.

Allerdings würde ich dir auch raten, das Gespräch mit ihr zu suchen und um eine Ratenzahlungsvereinbarung zu bitten. Wenn die Sache vor Gericht geht, muss du stichhaltige Beweise und Zeugen für deine Argumentation haben. Wenn sie die Kosten durch das Gericht hat festsetzen lassen, heißt das, sie hat einen vollstreckbaren Titel mit dem sie die Zwangsvollstreckung betreiben kann. Hier erwähne ich nur das Stichwort Kontopfändung.

Vielleicht solltest du nochmals eingehend mit deinem jetzigen Anwalt über alles sprechen. Der weiß am besten Bescheid, was jetzt zu unternehmen ist.

Alles Gute für dich

Hallo Cestra,

ich war bei einem Rechtsanwalt wegen einer fristlosen Kündigung.
ich hatte null Ahnung über die Anwaltskosten und wollte bloß fragen, was mir seine Vertrettung beim Gütertermin kostet.
Ich habe ihm klar gesagt, dass ich eine Vertrettung nicht leisten kann und nicht unbedingt brauche, da ich finanzielle Schwierigkeiten habe.
Er hat mir eine Rechnung (für das 35 Minuten  Gespräch bzw. Beratung) in Höhe von ca. 249 € geschickt, wohlwissend dass ich die Erklärung bewusst nicht unterschrieben habe und die Beratung nicht wollte.
Ich war alleine am Gütertermin und der Richter stellte fest, dass die Kündigung unwirksam ist und hat mir eine Prozesskostenhilfe angeboten bzw. bewilligt und mir einen guten Rechtsanwalt empfohlen.

Soll ich dann ihm (dem ersten Anwalt) schreiben, dass ich mit der Rechnung nicht einverstanden bin?

ich bitte um Ihren Rat, da ich leider nicht wissen, wie ich das zahlen kann.

Danke im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen
Ben
 

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