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Rechte gegenüber dem Arbeitgeber

29. Mai 2012 um 10:05 Letzte Antwort: 6. April 2015 um 16:39

Hallo,

ich hoffe Ihr könnt mir hier etwas weiterhelfen. Ich bin erst seit 10 Monaten im Büro beschäftigt und bin jetzt in der 11 SSW. In der 8 SSW habe ich es meinen Chef bereits gesagt gehabt. Dieser war überhaupt nicht begeistert von der ganzen Sache. Meine sw verläuft momentan nicht so besonders toll. Habe extrem viel Übelkeit, ich war jetzt auch mehr als 2 Wochen krank geschrieben... Als ich jetzt wieder ins Geschäft bin, hat er sich einen Plan ausgedruckt, wo er meine Krankheitstage eingetragen hat. Was ich eine Frechheit von ihm finde. Vor paar Tagen kam er zu mir und meinte, dass ich während der Arbeitszeit nicht essen darf. Dann meinte ich, dass es mir nicht gut geht und mir sonst immer schlecht ist. So jetzt habe ich das Gefühl, dass er mich irgendwie runter drücken will. Er hat sich schon beim Steuerberater erkundigt. Ich arbeite 8 Std am Tag und habe nur 45 min. Pause. Jetzt wollte ich mal fragen, wo ich meine Rechte gegenüber ihn habe.

1. Darf ich länger Pausen machen? Wenn ja, welcher wäre das?

2. Darf ich während der Arbeitszeit einen FA -Termin machen? Habe mitbekommen, dass er mich freistellen muss und ich die Zeit nicht nacharbeiten muss. Stimmt das?

3. Muss ich oder sollte ich nach der Entbindung, ab dem 3 Mon. wieder arbeiten? Er meinte ich kann nach der Entbindung nach 3 Mon. wieder arbeiten kommen?!Muss ich es machen wegen meinem Arbeitsverhältnis?

4. Ich habe mitbekommen, dass man aus Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss einen Recht hat? Stimmt das?

Sorry für die vielen Fragen, wenn ihr mir hier nicht weiterhilft, werde ich einen Anwalt fragen müssen. Sowie er seine Rechten sucht, möchte ich auch meine Rechte wissen... Die ich dann auch einsetzten werde sobald ich mich angegriffen fühle.

Danke im Voraus.

LG Babyx1987

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2. Juni 2012 um 15:33

Rechte und Pflichten
1) Nein, es gibt keine längeren Pausen.

2) Ja, das stimmt. Trotzdem soll frau sich bemühen, die Termine ausserhalb der Arbeitszeiten zu legen.

3) Nur während des Mutterschutzes besteht ein Beschäftigungsverbot. Und der endet ca 8 Wochen nach der Geburt. Danach gehst du wieder arbeiten oder du nimmst Elternzeit. Während des Mutterschutzes und während der Elternzeit bleibt dir dein Job erhalten (es sei denn, er ist befristet).

4) Während des Mutterschutzes bekommt man Mutterschaftsgeld und eine Aufstockung vom AG, so dass man am Ende auf das Nettogehalt kommt.

Gruß
Sabine

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4. Juni 2012 um 10:04

Nochmal zu 3.
Du musst natürlich nicht arbeiten gehen wenn du nicht möchtest. Wenn du dich für eine Auszeit, sprich Babyjahr(e) entscheidest kann er dich nicht dazu zwingen gleich wieder zu arbeiten!!! Das steht dir vom Gesetz her zu. Du musst es ihm nur rechtzeitig genug mitteilen, das ist alles.

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6. April 2015 um 16:39

Im Einzelnen:
".... Als ich jetzt wieder ins Geschäft bin, hat er sich einen Plan ausgedruckt, wo er meine Krankheitstage eingetragen hat. Was ich eine Frechheit von ihm finde."

Das ist sein gutes Recht, allerdings ist es nicht sehr diplomatisch, einer Schwangeren das unter die Nase zu halten. Er kann bei ärztlichen Attesten sogar verlangen, dass die Schwangere einen weiteren Arzt aufsucht und sich die Diagnose von diesem bestätigen läßt, oder er kann den medizinischen Dienst einschalten, wenn er anzweifelt, ob eine Krankschreibung oder ein BV rechtens ist. (Das sollten diejenigen auch bedenken, die gerne vom Arzt ein BV haben möchten, weil sie so vor Problemen am Arbeitsplatz flüchten.) Diese Rechte hat der Arbeitgeber.

"Vor paar Tagen kam er zu mir und meinte, dass ich während der Arbeitszeit nicht essen darf."

Das kann der Arbeitgeber schon verlangen, z.B. aus hygienischen Gründen, dass man auf jeden Fall nicht am Arbeitsplatz ißt.
Während der Arbeitszeit hat man ja normalerweise kein Recht auf zusätzliche Pausen. Als Schwangere darf man jederzeit eine kleine zusätzliche Pause einlegen, um sich kurzfristig z.B. auf einer Liege auszuruhen. Dieses Recht darf aber wiederum nicht mißbraucht werden. Wegens des Essens würde ich den Betriebsarzt fragen, denn wenn einem häufig übel ist, kann es hilfreich sein, zwischendurch kleinere Happen zu sich zu nehmen. Außerdem hat man als Schwangere einen größeren Energiebedarf, da kann eine einzige Pause zu wenig sein. Hier muß eine Regelung gefunden werden.

1. Darf ich länger Pausen machen? Wenn ja, welcher wäre das?

s.o. jederzeit eine kurze zusätzliche bezahlte Pause von 2-3 Min., längere Pause bedürfen der Absprache, und werden unbezahlt sein.

2. Darf ich während der Arbeitszeit einen FA -Termin machen? Habe mitbekommen, dass er mich freistellen muss und ich die Zeit nicht nacharbeiten muss. Stimmt das?

Wenn keine Gleitzeit im Betrieb ist, und die Arztbesuche nicht am Abend oder am freien Tag möglich sind, ja. Aber wenn es problemlos möglich ist, außerhalb der Arbeitszeit, dann muß man es in der Freizeit machen.

3. Muss ich oder sollte ich nach der Entbindung, ab dem 3 Mon. wieder arbeiten? Er meinte ich kann nach der Entbindung nach 3 Mon. wieder arbeiten kommen?!Muss ich es machen wegen meinem Arbeitsverhältnis?

Der Kündigungsschutz geht bis 4 Monate nach der Entbindung, danach kann man in Elternzeit gehen, wenn man möchte.

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