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Selbstanzeige - Zwickmühle

19. August 2017 um 21:34 Letzte Antwort: 20. August 2017 um 12:32

Hallo liebe Community,
ich habe diese Frage bereits woanders gestellt, aber ich hoffe sehr, dass ihr hier mir auch noch weiterhelfen könnt. Ich bin zurzeit am Hin- und Herüberlegen.
(Ich bin 20 Jahre alt, weiblich und wohne noch bei meinen Eltern.)

Vorweg: Ich habe vor ca. 1,5 Jahren Straftaten begangen, für die ich mich sehr schäme. (Zudem habe ich in letzter Zeit einige Taten "begangen", von denen ich nicht weiß, ob sie illegal sind.)
Ich bin ein sehr ehrlicher Mensch und kann einfach nicht mit dem Gedanken leben, etwas Kriminelles getan zu haben, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Egal, was für eine Strafe mir das Gericht dafür verhängt (ich lebe ja in einem Rechtsstaat; z. B. in den USA oder Arabien hätte ich Angst vor einer völlig absurden und drakonischen Strafe) - mir würde ein riesiger Stein vom Herzen fallen, es ENDLICH gestanden zu haben... Ich war deswegen auch schon bei Anwälten, die mir jedoch eher davon abgeraten haben, da sie meinten, es könne eh nicht mehr rauskommen... Ich will mich jedoch trotzdem anzeigen; ich kann so nicht weiterleben.
Ein Problem habe ich jedoch: Meine Eltern hängen indirekt mit in der Sache drin... Ihnen würde zwar - wenn überhaupt - eine geringe Strafe drohen, jedoch könnte es für sie erheblich belastende berufsrechtliche Konsequenzen haben. (Meine Eltern üben einen sehr angesehenen Beruf aus; es könnte Ihnen theoretische etwas in Richtung eines Berufsverbotes drohen...) Das will ich natürlich nicht und erst recht will nicht ICH diejenige sein, die dann dafür verantwortlich ist. So doof es klingt, aber manchmal wünsche ich mir, die Sache würde einfach von selbst rauskommen; dann müsste ich mir nicht den Kopf zerbrechen, ob ich mich (und damit meine Eltern) anzeigen sollte oder nicht...
So, jetzt habe ich mir die Sache erstmal von der Seele geredet. Ihr kennt mich zwar nicht persönlich, aber ihr kennt meinen Sachverhalt. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Ich verzweifle.
Euch noch einen schönen Abend!

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20. August 2017 um 12:32
In Antwort auf luisa_12676944

Hallo liebe Community,
ich habe diese Frage bereits woanders gestellt, aber ich hoffe sehr, dass ihr hier mir auch noch weiterhelfen könnt. Ich bin zurzeit am Hin- und Herüberlegen.
(Ich bin 20 Jahre alt, weiblich und wohne noch bei meinen Eltern.)

Vorweg: Ich habe vor ca. 1,5 Jahren Straftaten begangen, für die ich mich sehr schäme. (Zudem habe ich in letzter Zeit einige Taten "begangen", von denen ich nicht weiß, ob sie illegal sind.)
Ich bin ein sehr ehrlicher Mensch und kann einfach nicht mit dem Gedanken leben, etwas Kriminelles getan zu haben, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Egal, was für eine Strafe mir das Gericht dafür verhängt (ich lebe ja in einem Rechtsstaat; z. B. in den USA oder Arabien hätte ich Angst vor einer völlig absurden und drakonischen Strafe) - mir würde ein riesiger Stein vom Herzen fallen, es ENDLICH gestanden zu haben... Ich war deswegen auch schon bei Anwälten, die mir jedoch eher davon abgeraten haben, da sie meinten, es könne eh nicht mehr rauskommen... Ich will mich jedoch trotzdem anzeigen; ich kann so nicht weiterleben.
Ein Problem habe ich jedoch: Meine Eltern hängen indirekt mit in der Sache drin... Ihnen würde zwar - wenn überhaupt - eine geringe Strafe drohen, jedoch könnte es für sie erheblich belastende berufsrechtliche Konsequenzen haben. (Meine Eltern üben einen sehr angesehenen Beruf aus; es könnte Ihnen theoretische etwas in Richtung eines Berufsverbotes drohen...) Das will ich natürlich nicht und erst recht will nicht ICH diejenige sein, die dann dafür verantwortlich ist. So doof es klingt, aber manchmal wünsche ich mir, die Sache würde einfach von selbst rauskommen; dann müsste ich mir nicht den Kopf zerbrechen, ob ich mich (und damit meine Eltern) anzeigen sollte oder nicht...
So, jetzt habe ich mir die Sache erstmal von der Seele geredet. Ihr kennt mich zwar nicht persönlich, aber ihr kennt meinen Sachverhalt. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Ich verzweifle.
Euch noch einen schönen Abend!

Hallo blaueblume,

ich muss dir zuerst einmal etwas sagen. Das damit Leben können eine kriminelle Handlung durchgeführt zu haben ist mit Abstand das schwerste daran. Das kann dir auch niemand nehmen... nicht einmal eine Verhandlung oder Strafe. Die Tat bleibt ja vorhanden. Du musst für dich einen Weg finden mit dir und der Tat ins reine zu kommen, nur das zählt. Meinst du das kann dir eine Strafe geben?  

Deine größte Sorge liegt ja bei deinen Eltern. Dazu hätte ich einige Fragen. Waren sie Mittäter oder siehst du das so schwer weil ihn ihrem beruflichen Darsein ein kriminelles Kind nicht geduldet wird? Wie kommst du auf das Berufsverbot oder kam das von dem Anwalt? Ein Berufsverbot wird nur in ganz seltenen Fällen ausgesprochen, da die Richter dem Angeklagten sonst oft jegliche Perspektive nehmen. Ich habe es erst 2 mal überhaupt erlebt, einmal bei nem Sittich der Kindergärtner war und einmal bei nem Betrüger der Kaufmann war. Bei letzterem war es glaube zeitlich begrenzt auf 10 Jahre wenn ich es richtig im Kopf habe.

Deine Zweifel sind nicht einfach, du willst ja deinen Eltern nicht schaden. Nun jedoch musst du auch an dich denken. Einge Möglichkeit wäre es das du nicht alles sagst. Als Angeklagte musst du weder dich noch Mittäter belasten. Du kannst also Dinge verschweigen. (anders als Zeugen) Das funktioniert natürlich nur wenn du dir Gedanken machst weil sie Mittäter waren.
Bei letzterem wird es nicht einfach, habe ich selbst erlebt. Meine Mutter war und ist Erzieherin... das passte so gar nicht zu dem kriminellen Sohn. Sie musste sich da durchbeißen und mit etwas Abstand ging das auch. Die Leute mussten erst mal lernen das sie nichts... aber auch gar nichts für meinen Unfug konnte. "Mit eingesperrt" hat sie sich jedoch immer Gefühlt, stigmatisiert wurde beide Elternteile auch immer mal wieder. Das ist halt das Risiko... diese Schuld trägt man als Täter. 

Andererseits, musst du mit dir Leben. Zerreißt es dich zu sehr ist der Gang zur Polizei vielleicht wirklich der Richtige. Du Fragst ja was wir tun würden... DIE ENTSCHEIDUNG kann dir jedoch niemand abnehmen, ebenso wenig kannst du vergleichen was wir tun würden mit dem was du tun solltest. Ich persönlich würde mich zurücklehnen und abwarten, ich gehe jedoch mit dieser Sache sicherlich anders um als die breite Masse. DAS jedoch wäre alleine meine Art mit dieser Sache umzugehen. 

Nun will ich jedoch auch noch mal zu dem Anwalt kommen mit dem du geredet hast. Das war sicherlich ne gute Entscheidung dich zuerst mit ihm hinzusetzen. Ich hoffe du hast gleich den richtigen gewählt? Jemand der sich speziallisiert hat auf Strafrecht? Wenn nicht dann höre dir erst einmal die Meinung eines speziallisierten Anwaltes an. Oft ist es nämlich erschreckend was Anwälte von sich geben wenn sie von der Thematik keine Ahnung haben. Sprech mit diesem alles durch. Was könnte deine Eltern erwarten... was dich und dann wäge ab was du tust. Handle bei so etwas auf keinen Fall zu voreilig. 
 

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