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Trotz Arbeit als Krankenschwester in der Intensiv kein Beschäftigungsverbot

5. August 2013 um 12:30

Hallo meine Lieben,
nach tagelanger Suche im Internet und bei beginnender Verzweiflung suche ich mal einen Rat bei Euch.

Ich bin in der 13 Woche schwanger und arbeite als Krankenschwester auf einer Intensivstation. Wie ich hier und in anderen Foren lese, war es für andere in ähnlicher Situation kein Problem ein BV zu bekommen.

Das Baby war geplannt, mein Frauenarzt hat mir schon bei der Planung erzählt er wäre dafür dass ich sofort wenn ich schwanger werde dann zuhause bleibe, und jetzt wo es soweit ist will er mir kein Beschäftigungsverbot ausstellen und verweist mich an den Betriebsarzt. Dieser meint mein Frauenarzt wäre dafür zuständig und was ich denn will, es hätten ja so viele Frauen vor mir da gearbeitet und es wär alles in Orndung. Sie schicken mich hin und her, untersttellen mir ich wäre faul und wolle nicht arbeiten und ich sitze heulend zuhause mit Angst um mein Kind

Mit dem Baby ist wohl alles in Orndung. Momentan bin ich noch krankgeschrieben weil ich mit wahnsinniger Übelkeit/Erbrechen/Geruchsempfindlichkeit kämpfe. In paar Tagen muss ich aber wieder hin.

Meine Arbeit macht mir normalerweise total Spaß, aber jetzt finde ich es zu gefährlich. Wurde auch schon 2 mal durch ein mobiles Röntgengerät, was bei uns täglich mehrmals auf Station erscheint, miterfasst
Mein tägliches Geschäft ist voller Stress und Hektik, Infektionsgefahr durch Kontakt mit Blut, Ausscheidungen, schweres Heben beim Lagern von Pat, die meistens bewusstlos und teilw. übergewichtig sind. Ich muss beim Transport Bett oder Beatmungsmaschine schieben die weit über die zugelassene 10kg gehen. Meine Chefin und die Kollegen erwarten praktisch dass ich alles wie bisher mache: "für die Lagerung kommt schon jemand, du wirst keine Dicken und so nehmen..." oder "Was willst du, du bist doch nicht krank?!"

Was soll ich dem Frauenarzt erzählen damit er mir endlich ein BV ausstellt? Ich würde ihn nur ungern wechseln wenns drauf ankommen würde,er hat meine erste Schwangerschaft betreut,ich kenne ihn seit Jahren und hab Vertrauen zu ihm.HIlfe!

LG

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6. August 2013 um 0:57

...
http://www.aerzteblatt.de/archiv/134526/Beschaeftigungsverbote-in-der-Schwangerschaft-Nach-Recht-und-Gesetz

dein Frauenarzt ist dafür nicht zuständig, sondern der Betriebsarzt.

ich selbst hätte mit der Infektionsgefahr, außer hep c und hiv, kein Problem. arbeite auch im medizinischen Bereich. eine Freundin hat bis in den 4 Monat nachtdienste gehabt, obwohl es eigentlich verboten ist. es ist alles halb so wild! nur lagern solltest du nicht unbedingt und das röntgen geht gar nicht, v.a. da du ja noch am anfang der ss bist und sich die Organe noch entwickeln. sprich doch noch mal mit deinem Team.

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8. August 2013 um 10:11

Liebe Mädels
danke für Eure Nachrichten. Inzwischen ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, endlich hab ich das BV bekommen!

Das erste mal wo ich beim Betriebsarzt war, hab ich mit einer neuen B-ärztin gesprochen,diese hatte anscheinend keine Ahnung da sie erst angefangen hat. Unser "alte" hat es sofort angesehen dass die Arbeit zu gefährlich wäre, hat mir ein Attest mit Gefährdungsbeurteilung ausgestellt. Damit bin ich zu meiner SL gegangen. Die hat mit der Bereichsleitung gesprochen und nachdem sie nichts anderes für mich gefunden hatten, haben sie dem BV zugestimmt. Meine SL hat im Gespräch sogar mehr Verständnis gezeigt, als ich erwartet hätte. Sie meinte die Kollegen hätten schon immer mitaufgepasst und mir geholfen, aber wenn ich Angst habe ist es besser ich bleibe zuhause. (bla bla... )


Nun darf ich mich in Ruhe auf das Baby freuen, ohne Angst... Eine gute Freundin von mir, auch Krankenschwester hat ihr Baby vor zwei Tagen im Dienst verloren... Sie hat einen Patienten mobilisiert...

Noch eine letzte Frage hätt ich: um den Verdienstausgleich bei der Krankenkasse kümmert sich schon der Arbeitgeber selber oder? Beim BV vom Gyn bekommt man ein Schreiben für die KK, aber vom BA hab ich nichts bekommen. D.h. die melden es selber weiter oder hab ich da noch was zu erledigen?

Liebe Grüße

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4. Oktober 2013 um 11:32

Du musst nichts machen,
Ich habe einfach trotzdem eine Kopie an die Kasse geschickt, aber nur damit ich mich besser fühle (bin so ein Korrektheitsfanatiker)!

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4. Oktober 2013 um 11:34
In Antwort auf adzina30

Liebe Mädels
danke für Eure Nachrichten. Inzwischen ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, endlich hab ich das BV bekommen!

Das erste mal wo ich beim Betriebsarzt war, hab ich mit einer neuen B-ärztin gesprochen,diese hatte anscheinend keine Ahnung da sie erst angefangen hat. Unser "alte" hat es sofort angesehen dass die Arbeit zu gefährlich wäre, hat mir ein Attest mit Gefährdungsbeurteilung ausgestellt. Damit bin ich zu meiner SL gegangen. Die hat mit der Bereichsleitung gesprochen und nachdem sie nichts anderes für mich gefunden hatten, haben sie dem BV zugestimmt. Meine SL hat im Gespräch sogar mehr Verständnis gezeigt, als ich erwartet hätte. Sie meinte die Kollegen hätten schon immer mitaufgepasst und mir geholfen, aber wenn ich Angst habe ist es besser ich bleibe zuhause. (bla bla... )


Nun darf ich mich in Ruhe auf das Baby freuen, ohne Angst... Eine gute Freundin von mir, auch Krankenschwester hat ihr Baby vor zwei Tagen im Dienst verloren... Sie hat einen Patienten mobilisiert...

Noch eine letzte Frage hätt ich: um den Verdienstausgleich bei der Krankenkasse kümmert sich schon der Arbeitgeber selber oder? Beim BV vom Gyn bekommt man ein Schreiben für die KK, aber vom BA hab ich nichts bekommen. D.h. die melden es selber weiter oder hab ich da noch was zu erledigen?

Liebe Grüße

Hat alles
geklappt?

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7. April 2015 um 20:22

Dumm gelaufen
"...arbeite als Krankenschwester auf einer Intensivstation. Wie ich hier und in anderen Foren lese, war es für andere in ähnlicher Situation kein Problem ein BV zu bekommen.

Das Baby war geplannt, mein Frauenarzt hat mir schon bei der Planung erzählt er wäre dafür dass ich sofort wenn ich schwanger werde dann zuhause bleibe"

Als Schwangere hat man kein Anrecht auf ein automatisches Beschäftigungsverbot quasi auf Abruf. Man hat nur ein Recht auf mutterschutzgerechte Arbeitsbedingungen, wenn die Schwangerschaft mitgeteilt wurde.

Schon seltsam, was der Frauenarzt gesagt haben soll.

"....und jetzt wo es soweit ist will er mir kein Beschäftigungsverbot ausstellen und verweist mich an den Betriebsarzt."

Der Frauenarzt kann nur bei medizinischen Gründen (z.B. vorzeitiger Wehentätigkeit) ein individuelles BV ausstellen, nicht wegen der Arbeitsbedingungen. Daher war die Auskunft des Frauenarztes korrekt. Für die Arbeitsbedingungen ist der Arbeitgeber zuständig, und kann durch den Betriebsarzt unterstützt werden.

"Dieser meint mein Frauenarzt wäre dafür zuständig und was ich denn will, es hätten ja so viele Frauen vor mir da gearbeitet und es wär alles in Orndung."

Der Arbeitgeber muss für jede einzelne Tätigkeit auf Intensiv die Gefährdung beurteilen und überlegen wie er diese ausschließen kann. In der Regel wird es auf eine Umsetzung hinauslaufen. Man kann auch als Krankenschwester mit administrativen Tätigkeiten beschäftigt werden, die nicht schädigend sind.

" Sie schicken mich hin und her, untersttellen mir ich wäre faul und wolle nicht arbeiten und ich sitze heulend zuhause mit Angst um mein Kind"

Schade, da hätte die Aufsichtsbehörde doch schnell helfen können.

"Mit dem Baby ist wohl alles in Orndung. Momentan bin ich noch krankgeschrieben weil ich mit wahnsinniger Übelkeit/Erbrechen/Geruchsempfindlichkeit kämpfe. In paar Tagen muss ich aber wieder hin. "

Das ist auch korrekt so. Die Übelkeit ist i.d.R. vorübergehend, daher wird auch die Krankschreibung immer nur kurzzeitig sein - ein BV wäre auch nur befristet.

"Meine Arbeit macht mir normalerweise total Spaß, aber jetzt finde ich es zu gefährlich. Wurde auch schon 2 mal durch ein mobiles Röntgengerät, was bei uns täglich mehrmals auf Station erscheint, miterfasst"

Ionisierende Strahlung ist für Schwangere absolut verboten. In dem Bereich darf eine werdende Mutter nicht beschäftigt werden! Das muss der Arbeitgeber regeln.

"Mein tägliches Geschäft ist voller Stress und Hektik, Infektionsgefahr durch Kontakt mit Blut, Ausscheidungen, schweres Heben beim Lagern von Pat, die meistens bewusstlos und teilw. übergewichtig sind. Ich muss beim Transport Bett oder Beatmungsmaschine schieben die weit über die zugelassene 10kg gehen."

Das sind alles verbotene Tätigkeiten, das muss der Arbeitgeber beurteilen und ändern. Wenn nichts geschieht, bitte die Aufsichtsbehörde kontaktieren.

"Meine Chefin und die Kollegen erwarten praktisch dass ich alles wie bisher mache: "für die Lagerung kommt schon jemand, du wirst keine Dicken und so nehmen..." oder "Was willst du, du bist doch nicht krank?!" "

Es gibt Alternativen im KKH auch für Krankenschwestern. Es ist einfach nicht ratsam, wenn eine Schwangere gleich zu Beginn oder überhaupt ein BV einfordert! Das stößt auf Widerstand, und zurecht kommt der Verdacht auf, die Schwangere wolle nicht arbeiten. Klüger wäre, man würde bereits sein mutterschutzgerecht zu arbeiten, und wenn dann doch ein BV nötig sein sollte, regelt das der verantwortliche Frauenarzt oder der AG oder die Behörde.

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