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Unterhalt während Elternzeit

23. Juli 2014 um 18:45

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und wende mich an euch. Evtl. hat ja jemand die gleiche Erfahrungen gemacht oder kann mir mal seine Sichtweise schildern.
Wie der Titel schon sagt, geht es um Unterhalt während der Elternzeit.
Ich bin alleinerziehende Mutter einer 15-jährigen Tochter. Der Vater ist vor ein paar Monaten wieder Papa geworden und ist seitdem in Elternzeit. Seit Elterngeld ist sehr gering - unter dem Selbstbehalt.
Vor der Elternzeit hat er immer rechtzeitig Unterhalt gezahlt. Wir haben uns ohne großen Tamtam über einen Betrag selbst geeinigt. Als er aber in Elternzeit ging, hat er die Zahlung plötzlich eingestellt. Trotz Aufforderung kam nichts mehr. Laut ihm braucht er nichts zu zahlen, da er so wenig Elterngeld bekommt.
Ich bin dann zum Jugendamt und habe eine Beistandschaft beantragt, weil ich das so nicht hinnehmen wollte. Dann könnte sich ja jeder, der in Elternzeit geht, seiner Unterhaltsverpflichtung entziehen. Oder seh ich das falsch?? Bitte denkt nicht, dass ich ihm den letzten Cent aus der Tasche ziehen möchte. Aber es steht doch meiner Tochter zu.
Das Jugendamt hat dann den Unterhalt berechnet und ihn darüber informiert. Seine einzige Reaktion darauf war, dass er sich einen Anwalt nimmt, was er letztendlich dann auch tat. Zwischen Jugendamt und Anwalt wurde dann ein Betrag X vereinbart. Das ist nun 3 Monate her. Und was soll ich sagen: es kam immer noch keine Unterhaltszahlung.
Das Jugendamt hat jetzt nochmals den Anwalt angeschrieben und mich darauf vorbereitet, dass es evtl. dann vor Gericht gehen könnte *schluck*.
Eigentlich mag ich nicht vors Gericht, aber anders kommen wir ansonsten nicht weiter.
Wie seht ihr das? Wenn es eine Vereinbarung zwischen Jugendamt und Anwalt gibt, hat das dann vor Gericht überhaupt eine Rechtskraft? Könnte der Richter ihn darauf hinweisen, dass er doch mit der Vereinbarung einverstanden war und den Betrag X zu zahlen hat? Oder könnte evtl. das Gericht ihm sogar recht geben, weil er ja unter dem Selbstbehalt ist und somit nicht zahlen kann/braucht?
Im Internet liest man so viel unterschiedliche Aussagen. Daher würde mich mal interessieren, ob jemand in der ähnlichen Situation ist/war.
Danke fürs "zuhören"!

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24. Juli 2014 um 10:31

Also
liegt er nun unter dem Selbstbehalt oder nicht?

Ich bin zweigespalten. Ich verstehe Dich, ihn aber auch.

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5. August 2014 um 12:24

Mal von der rechtlichen Seite abgesehen,
ich bin zwiegespalten.

Unfair ist definitiv, dass er die Zahlung einfach so einstellt - ganz klar.

Aber andererseits verstehe ich nicht, dass die Gesellschaft in einem Mann immer nur den Ernährer und Unterhalter sieht.
Wir Frauen wollen einerseits die volle Gleichberechtigung und Emanzipation wird groß geschrieben, aber bitte nur den angenehmen Teil!

Man stelle sich die ganze Situation mal andersrum vor:
Eine Frau ist unterhaltpflichtig, kommt dieser Verpflichtung sorgsam nach und wird dann nochmal Mutter.

Man stelle sich mal diesen Aufschrei vor, wenn man nun sagen würde "interessiert nicht, weiterzahlen, Mutter und Baby müssen dann eben schauen wie sie es machen, das erste Kind bekommt weiterhin Unterhalt"!

Ich verstehe Deinen Unmut, aber irgendwie sind Väter in der Gesellschaft immer der Buhmann - jeder denkt sofort an die Pflicht!

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