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Unterhaltspflicht bei schwangerer Tochter

20. Juli 2005 um 15:18

Hallo zusammen,
ich habe versucht im Internet zu folgender Frage Infos zu erhalten: Die Eltern sind geschieden, Vater zahlt Unterhalt für seine Kinder, Mutter erhält Sozialhilfe, Tocher (15 Jahre) ist jetzt schwanger geworden. Wer zahlt in diesem Fall später für die Tochter und das Baby? Falls der Vater gegenüber seiner Tochter weiterhin unterhaltspflichtig ist, wie lange? Sie kann ja mit dem Baby kaum arbeiten gehen, sprich auch keine Ausbildung machen. Hat irgendjemand eine Ahnung, wie sich das ganze auf die Unterhaltspflicht des Vaters auswirkt?
Vielen Dank im voraus!
LG Pumperl

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20. Juli 2005 um 22:09

Ich mache es mal ganz kurz:
Vater zahlt weiter für die Tochter, bis sie wirtschaftlich selbständig oder 26 ist. Für das Baby zahlt der Erzeuger, wenn der nicht kann, zahlt das Jugendamt Unterhaltsvorschuss bis das Kind 12 Jahre alt wird.
Was spricht gegen eine Ausbildung trotz Baby,z.B. wenn die Mutter 17 ist?finki

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21. Juli 2005 um 13:49
In Antwort auf nadya_12038013

Ich mache es mal ganz kurz:
Vater zahlt weiter für die Tochter, bis sie wirtschaftlich selbständig oder 26 ist. Für das Baby zahlt der Erzeuger, wenn der nicht kann, zahlt das Jugendamt Unterhaltsvorschuss bis das Kind 12 Jahre alt wird.
Was spricht gegen eine Ausbildung trotz Baby,z.B. wenn die Mutter 17 ist?finki

Stimmt nicht ganz.....
Für das Baby zahlt der Erzeuger, wenn dieser nicht kann, dann gibt es in der Tat den Unterhaltsvorschuß vom Jugendamt, den muß man beantragen und den bekommt man höchstens 72 Monate ober bis das Kind zwölf ist.

Beispiel :

Wenn der Unterhaltsvorschuß von der Geburt an beantrag wird, dann bekommt sie für das Kind bis es sechs Jahre ist das Geld.
Beantrag man den Unterhaltsvorschuß, wenn das Kind drei Jahre alt ist, dann endet es wenn das Kind neun Jahre ist.
Wenn man für ein 10 jähriges Kind den Unterhaltsvorschuß beantragt dann bekommt es diesen für zwei Jahre bis, es 12 Jahre alt ist.

Vielleicht noch ein Tipp, wenn es ganz knapp ist, kannst Du bei der Familienkasse, Arbeitsamt, dieses zweite Kindergeld beantragen, daß es jetzt für Menschen gibt, die wirtschaftlich wenig haben.

Generell bin ich ein Verfächter der "Auf Staatskostenleberei" aber manchmal kommen Leute, ob nun selbstverschuldet oder nicht in schwierige Lagen und ein neugeborenes Kind kann am wenigsten dafür.

Aber, sie sollte auf alle Fälle versuchen die Schule fertig zu machen und einen Ausbildungsplatz zu finden.

Gruß


equinox68

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21. Juli 2005 um 14:27
In Antwort auf shena_12375982

Stimmt nicht ganz.....
Für das Baby zahlt der Erzeuger, wenn dieser nicht kann, dann gibt es in der Tat den Unterhaltsvorschuß vom Jugendamt, den muß man beantragen und den bekommt man höchstens 72 Monate ober bis das Kind zwölf ist.

Beispiel :

Wenn der Unterhaltsvorschuß von der Geburt an beantrag wird, dann bekommt sie für das Kind bis es sechs Jahre ist das Geld.
Beantrag man den Unterhaltsvorschuß, wenn das Kind drei Jahre alt ist, dann endet es wenn das Kind neun Jahre ist.
Wenn man für ein 10 jähriges Kind den Unterhaltsvorschuß beantragt dann bekommt es diesen für zwei Jahre bis, es 12 Jahre alt ist.

Vielleicht noch ein Tipp, wenn es ganz knapp ist, kannst Du bei der Familienkasse, Arbeitsamt, dieses zweite Kindergeld beantragen, daß es jetzt für Menschen gibt, die wirtschaftlich wenig haben.

Generell bin ich ein Verfächter der "Auf Staatskostenleberei" aber manchmal kommen Leute, ob nun selbstverschuldet oder nicht in schwierige Lagen und ein neugeborenes Kind kann am wenigsten dafür.

Aber, sie sollte auf alle Fälle versuchen die Schule fertig zu machen und einen Ausbildungsplatz zu finden.

Gruß


equinox68

Ich vergas....
der Großvater mütterlicherseit, also der unterhaltspflichtige Vater der Mutter muß für seinen Enkel nicht aufkommen.
Der andere Großvater also der Vater des Erzeugers KÖNNTE , glaube ich zur Kasse gebeten werden, wenn der Erzeuger minderjährig ist.
Bin mir da aber nicht sicher, meine mal soetwas gelesen zu haben .

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21. Juli 2005 um 14:44

Danke!
Vielen Dank für Eure umgehenden Antworten. Ihr habt mir ein ganzes Stück weitergeholen!

LG Pumperl

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21. Juli 2005 um 16:24

Der werdende Vater
ist unterhaltspflichtig für das Baby und sogar bis zu 3 Jahre für das schwangere Mädchen; auch wenn die 2 nicht zusammen leben. Das ist so in den Gesetzen verankert. Die Unterhaltspflicht hat sich somit verlagert. Unterhaltsvorschuss wird vom Kindesvater (werdender Papi) zurückverlangt. Längstens für 72 Mon. gewährt und falls es zu AlgII-Zahlungen kommen sollte, weil der werdende Vater nicht zahlen kann, auch als Einkommen angerechnet. Der Vater der schwangeren Tochter ist somit eigentlich erstmal raus aus der Sache; allerdings erst ab Geburt des Kindes.

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21. Juli 2005 um 17:30
In Antwort auf shena_12375982

Ich vergas....
der Großvater mütterlicherseit, also der unterhaltspflichtige Vater der Mutter muß für seinen Enkel nicht aufkommen.
Der andere Großvater also der Vater des Erzeugers KÖNNTE , glaube ich zur Kasse gebeten werden, wenn der Erzeuger minderjährig ist.
Bin mir da aber nicht sicher, meine mal soetwas gelesen zu haben .

Grundsätzlich kann man bei Unterhaltsverpflichtungen sagen,
dass immer nur in "direkter gerader Linie" haftbar gemacht werden kann. Heißt: Verwandschaftsverhältnis Eltern-Kinder (Unterhalt bis man 18 ist, während Ausbildung, Studium...), bzw. Eltern- Kinder (z.B. bei Regress: Sozialamt holt sich, je nach Finanzlage der Kinder, Geld von ihnen zurück, wenn das Sozialamt an die Eltern Sozialhilfe zahlen muss...)

Im Umkehrschluss heisst das, das hier nur der Vater seiner schwangeren Tochter gegenüber Unterhaltspflichtig ist, aber nicht gegenüber deren (noch ungeborenem) Kind. Der Kindesvater wiederum ist aber natürlich seinem ungeborenen Kind gegenüber unterhaltspflichtig.

Grüsse von der kleinenRose

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21. Juli 2005 um 19:09
In Antwort auf runa_12074494

Grundsätzlich kann man bei Unterhaltsverpflichtungen sagen,
dass immer nur in "direkter gerader Linie" haftbar gemacht werden kann. Heißt: Verwandschaftsverhältnis Eltern-Kinder (Unterhalt bis man 18 ist, während Ausbildung, Studium...), bzw. Eltern- Kinder (z.B. bei Regress: Sozialamt holt sich, je nach Finanzlage der Kinder, Geld von ihnen zurück, wenn das Sozialamt an die Eltern Sozialhilfe zahlen muss...)

Im Umkehrschluss heisst das, das hier nur der Vater seiner schwangeren Tochter gegenüber Unterhaltspflichtig ist, aber nicht gegenüber deren (noch ungeborenem) Kind. Der Kindesvater wiederum ist aber natürlich seinem ungeborenen Kind gegenüber unterhaltspflichtig.

Grüsse von der kleinenRose

Gerader Linie
umfaßt aber auch Großelter also nicht nur Elter-Kinder sondern auch Großeltern.

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21. Juli 2005 um 20:02
In Antwort auf shena_12375982

Gerader Linie
umfaßt aber auch Großelter also nicht nur Elter-Kinder sondern auch Großeltern.

War vielleicht missverständlich von mir
meinte mit direkt, dass nur unmittelbar Verwandte in gerader Linie dran sind. Das Verhältnis Großeltern- Enkel ist nicht direkt, daher bestehen hier keine Unterhaltsverpflichtungen. Genauso wie quer (Geschwister) keine bestehen

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21. Juli 2005 um 20:24
In Antwort auf runa_12074494

War vielleicht missverständlich von mir
meinte mit direkt, dass nur unmittelbar Verwandte in gerader Linie dran sind. Das Verhältnis Großeltern- Enkel ist nicht direkt, daher bestehen hier keine Unterhaltsverpflichtungen. Genauso wie quer (Geschwister) keine bestehen

Anspruch auf Unterhalt- Kleinerose
Da hast Du eine Fehlinformation.Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ( 1607 BGB) müssen Verwandte in gerader Linie füreinander aufkommen. Das heißt: Erst einmal kann das Kind Unterhalt von den Eltern verlangen. Wenn die aber ausfallen, müssen die Großeltern einspringen.

Das gilt jedoch nur, wenn die Eltern nicht zahlen können zum Beispiel, weil sie selbst Sozialhilfe beziehen. Oder weil sie im Ausland wohnen, nicht greifbar sind und eine Klage daher sinnlos wäre.

Die Unterhaltspflicht besteht nur im kleinsten Familienkreis. Die Verwandten in der Seitenlinie, Geschwister, Onkel, Tanten, Neffen, Nichten, Schwäger und andere müssen nicht für das Kind zahlen.
In der Regel müssen die Kosten für das Enkelkind auf alle Großeltern verteilt werden. Selbst wenn zum Beispiel nur der Vater des Kindes nicht zahlen kann, haften beide, die Großeltern väterlicherseits und die Großeltern mütterlicherseits. Wie viel, hängt jeweils vom Einkommen ab.Der Selbstbehalt bei Großeltern ist höher als bei Eltern.

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21. Juli 2005 um 20:47
In Antwort auf shena_12375982

Anspruch auf Unterhalt- Kleinerose
Da hast Du eine Fehlinformation.Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ( 1607 BGB) müssen Verwandte in gerader Linie füreinander aufkommen. Das heißt: Erst einmal kann das Kind Unterhalt von den Eltern verlangen. Wenn die aber ausfallen, müssen die Großeltern einspringen.

Das gilt jedoch nur, wenn die Eltern nicht zahlen können zum Beispiel, weil sie selbst Sozialhilfe beziehen. Oder weil sie im Ausland wohnen, nicht greifbar sind und eine Klage daher sinnlos wäre.

Die Unterhaltspflicht besteht nur im kleinsten Familienkreis. Die Verwandten in der Seitenlinie, Geschwister, Onkel, Tanten, Neffen, Nichten, Schwäger und andere müssen nicht für das Kind zahlen.
In der Regel müssen die Kosten für das Enkelkind auf alle Großeltern verteilt werden. Selbst wenn zum Beispiel nur der Vater des Kindes nicht zahlen kann, haften beide, die Großeltern väterlicherseits und die Großeltern mütterlicherseits. Wie viel, hängt jeweils vom Einkommen ab.Der Selbstbehalt bei Großeltern ist höher als bei Eltern.

Hast Recht
Hab's mir gerade auch nochmal durchgelesen. Ist mir nur in der Praxis noch nicht begegnet. Aber: Hast Recht

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