Forum / Recht & Unrecht

Verpfuschte Brust OP(?)

Letzte Nachricht: 28. April um 23:47
23.02.21 um 10:30


Ich wurde am 02.02.2021 das erste Mal in einer Klinik in Heidelberg operiert. Ich hatte eine Brustvergrößerung mit 355ccl Motiva Implantaten. Die ersten Tage war alles gut, danach begann sich meine rechte Brust zu entzünden. Nach ein paar Tagen hatte ich Fieber und höllische Schmerzen, es bildete sich ein eitriges Sekret und dieses floss aus der Wunde. In meiner Klinik wurde ich nicht gut betreut, obwohl es mir sehr schlecht ging wurde mir nur gesagt, dass das nicht schlimm sei und dass ich zum nächsten Termin kommen soll. Der wäre zwei Tage später gewesen. Erst aufgrund meiner Beharrlichkeit durfte ich am selben Tag noch kommen. Unter Schmerzen wurde ich grob behandelt, in eine Privatumkleide für Ärzte geschickt und ich musste mich selbst OP-fertig machen ohne jegliche Hilfe. Allgemein war der Umgang mit mir sehr unprofessionell. Der Arzt hat das Sekret aus meiner Brust gewaltsam herausgedrückt, ich habe geschrien vor Schmerzen. Mir wurde gesagt, das Implantat müsste entnommen werden, was für mich auch in Ordnung war. Als ich nach der Operation erwacht bin, wunderte ich mich, dass ich noch beide Implantate hatte. Auf Nachfrage meinte der Arzt, dass er die Brust gespült hat und mir ein neues Implantat eingesetzt hätte, obwohl meine gesamte Brust infiziert war. Ich wurde mit Drainage entlassen, und der Arzt hat mir verordnet Zuhause diese dann mit  der Lavanid Wundspülung 5 Tage lang durchzuspülen. Das kam mir schon etwas seltsam vor. Am 5. Tag musste ich morgens feststellen, dass die Drainage über Nacht verrutscht war und mir die eingespülte Lösung aus der Eintrittsöffnung floss. Außerdem hatte ich Schmerzen. Da dies ein Sonntag war, versuchte ich die Notfallnummer der Klinik zu erreichen, ohne Erfolg. Es hob niemand ab. Nachdem ich dann in die Notaufnahme gefahren war, in der ich jedoch nicht behandelt wurde, erreichte ich doch jemanden. Es hob eine Dame aus der kaufmännischen Abteilung ab, die keinerlei medizinische Ausbildung besitzt, mir jedoch versicherte, dass alles gut sei und sie versuche, den Arzt zu erreichen. Am Abend schrieb mir dann eine Krankenschwester auf WhatsApp, diese forderte Bilder und meinte daraufhin, dass alles ok sei und ich die Drainage einfach selbst wieder ein Stück hineinschieben könnte (!), was ich selbstverständlich nicht getan habe. Am nächsten Tag bin ich in die Klinik gefahren, wo mir eine Schwester die Drainage gezogen hat. Ich bestand darauf, dass mein Chirurg nochmal über die OP-Wunde schaut, die am Tag zuvor von einer Freundin aus dem medizinischem Bereich versorgt wurde und sehr gut aussah. Die Wunde schien gut zu verheilen und zeigte keine Entzündungszeichen. Der Arzt riss daraufhin sehr grob die Pflaster ab und meinte, die Naht wäre aufgeplatzt und er könnte das Implantat sehen, was ich mir jedoch nicht vorstellen konnte, da ich keinerlei Schmerzen verspürte und am Tag vorher noch alles gut aussah. Er zeigte mir die Wunde nicht und bestand sofort auf eine weitere OP unter Vollnarkose (die dritte in fast 3 Wochen), was ich jedoch ablehnte und auf eine ambulante Behandlung unter örtlicher Betäubung bestand, da ich das Gefühl hatte, eine weitere OP nicht zu überstehen. Der Eingriff war extrem schmerzhaft und die örtliche Betäubung hatte nicht richtig gewirkt, was ich den Ärzten auch gesagt habe. Nun ist das Implantat aus der rechten Brust raus, die linke Brust hat seit fast drei Wochen die Nähte drin, denen auch nach Aufforderung keiner Beachtung geschenkt hat. 

Ich fühle mich in der Klinik absolut nicht gut aufgehoben, ich wurde extrem unprofessionell behandelt und möchte mir auf jeden Fall eine andere Klinik zur weiteren Behandlung suchen. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass es sich um einen Kunstfehler handelt und die Klinik versucht, etwas zu vertuschen. 

Ich hoffe, eine fachliche Zweitmeinung einholen zu können und dass die Behandlung von nun an besser weiterläuft. Außerdem werde ich rechtliche Schritte gegen die Klinik erwägen und stehe hier bereits im Austausch mit meinem Anwalt...

Was denkt ihr darüber? Wie kann ich am besten vorgehen? Und hat man überhaupt eine Chance?

Danke im voraus für Antworten ♡

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28.04.21 um 23:47

Ich habe bisher nur in einem Krankenhaus gearbeitet aber ich vermute mal, dass es sich mit privaten Eingriffen ähnlich verhält, deshalb würde ich dir raten, dir deine (Kranken) Akte (also die Dokumentation über den Eingriff) zu besorgen.
Diese MÜSSEN sie dir aushändigen bzw, zumindest einen Einblick gewähren und dann kannst du die Unterlagen abfotografieren oder kopieren (komplett mitnehmen wird wohl nicht gehen).

Im Idealfall hast du auch noch Bilder über den Verlauf der Wundheilungsstörungen gemacht und alle Gespräche (auch per WhatsApp) behalten und dokumentiert (am besten mit Namen der Schwestern bzw. Personen, mit denen du auch am Telefon gesprochen hast).

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