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Von daheim ausziehen (19)

22. Juli 2010 um 11:53 Letzte Antwort: 24. Juli 2010 um 9:51

Hallo,

ich bin vor kurzem 19 geworden und habe daheim Stress. Ich hab schon einige Beiträge über Ausziehen von daheim gelesen. Bei vielen die Ausziehen wollen handelt sich es um einen Konflikt mit den Eltern, der erst seit der Pubertät angefangen hat, bei mir ist das leider anders.
Meine Eltern haben mich schon in der Grundschule geschlagen, und zwar Mutter und Vater. Ein Kind kann noch so schlimm sein, das weiss ich heute, ich habe nicht dran Schuld, dass die mich geschlagen haben - sondern meine Eltern haben Schuld dran, dass sie mich immer verhätschelt und vertäschelt haben und mich nicht richtig erzogen haben. Ich vergleiche ein Kind immer gerne mit einem Hund. Wenn man einen Hund nicht richtig erzieht (nicht mit Schläge!) gehorcht er nicht und man regt sich über ihn auf und Menschen, die die Schuld in ihm suchen schlagen in. Für manche mag dieser Vergleich wohl etwas stupide klingen - für mich ist er aber einleuchtend. Ich hab schon immer die Schuld an allem bekommen - "Du musst dich ändern", "Du machst alles kaputt", "Entschuldige dich" (obwohl ich nichts dazu konnte" etc sind da noch in meinem Kopf. Es war die Hölle - daheim wurde ich geschlagen und alles war scheisse, in der Schule wars ebenfalls scheisse, da ich da richtig heftig geärgert wurde - da ich stark übergewichtig war. Die Schuld geb ich meiner Mutter- sie ist ebenfalls stark übergewichtig. Mit 11 bin ich dann eine Kur und ich war Normalgewichtig und hab es bis heute mit Willenskraft gehalten, würd es nach meiner Mutter gehen hätte sie mich wieder gefüttert! Mein Vater ist sportlich und hält sich von allem schön rauß. Er ist ruhig, nur wenn er explodiert, dann richtig. Ich erinnere mcih da an einen richtig heftigen blauen Fleck, da war ich gerade in der 2. oder 3. Klasse, irgendwo im Becken/Bauchbereich - welcher er mir mit seiner Faust (und mein Vater hat Kraft) zugefügt hat. Er saß auf mich drauf, damit ich nicht aufstehen konnte.....

Heute sieht meine Welt so aus - ich habe seit 1 1/2 Jahren einen Freund, den ich wirklich liebe. Nur leider gibt es öfters mal Stress und einiges, sicher nicht alles, schiebe ich auf meine Vergangenheit. z.B. dreh ich öfters mal bisschen am Rad und wenn er mich fest hält, damit ich nicht davon renne bekomme ich extreme Heulkrämpfe und kann nicht mehr richtig atmen, weil mich das an früher erinnert.... dass ich nicht entscheiden kann was ich mach. Mein Freund meint es nicht bös und er hat es inzwischen glaub kapiert, dass er das nicht machen soll,....
Ich habe eine 8-jährige Schwester, ebenfalls Übergewichtig. Sie isst so gut wie kein Gemüse und wenn ich nichts sage, bekomm ich von meiner Mutter gesagt "Du hast in dem Alter auch nicht viel Gemüse gegessen", dann sag ich darauf, ich wusst es nicht anders - und sie soll mich nicht als Beispiel nehmen - ich war DICK! - dann kommt Sie mit "Andere in dem Alter essen das auch nicht" - woher weiss sie das bitte? "Dein Freund ist auch nicht alles." mann mann... das regt mich so auf, warum nimmt diese frau meinen Freund als Beispiel? Findet ihr das nicht unverschämt? Mich regt es einfach auf, dass meine Eltern (v.a. meine Mutter - mein Vater mischt sich ja nicht ein, bzw. es bewirkt nichts, weil er sich nicht durchsetzen kann) nicht kapieren, dass sie bei mir sehr schlimme Fehler gemacht haben - die ebenfalls bei meiner Schwester machen.
Meine Schwester wird das Gleiche durchmachen wie ich, leider. Das macht mich wirklich traurig... und ich kann noch soviel sagen - es bringt nichts!
Ich bin nach der Grundschule auf die Hauptschule gekommen, da ich nie Lust hatte Hausaufgaben zu machen bei diesem Stress. Ich hab mich hochgearbeitet und bin momentan an meiner Fachhochschulreife,....
ich könnte noch viel erzählen. Das war leider nur ein Auszug. Ich hoffe, es gibt hier irgendwelche Menschen, die Verständnis für mich haben und nicht meine Eltern befürworten..
Desweitern bin ich momentan bei einer Psychologin, war jetzt erst zweimal - ob es was hilft weiss ich noch nicht. Klar könnte sie auch mit meiner Mutter mal reden, aber ich weiss jetzt schon -es bringt nichts! Meine Mutter ist ein Gewohnheitsmensch, d.h. sie kann nichts ändern. Sie behält es dann vielleicht ne Woche bei - aber dann ist es auch wieder vorbei,....

Jetzt zu meinem eigentlichen - ich steh hier extrem unter Stress und meine Mutter schreit immer nur rum, egal ob mit mir oder meiner Schwester(hab z.B. schon Tinitus-Pfeifen im Ohr, leider schon dauerhaft) und möchte ausziehen. Bloß wie? Meine Eltern verdienen nicht all zuviel Geld. Und sie würden mir niemals eine eigene Wohnung bezahlen, da ich ja hier mein Zimmer im eigenen Haus habe,.... aber ich will hier rauß! Für 2011 suche ich mir eine Ausbildung, wobei ich mir auch schon überlegt habe zu studieren, allerdings habe ich Angst durchzufallen (studieren ist nämlich kein Zuckerschlechen) und dann wieder ohne nichts dazustehn u. zu meinen Eltern zurückzumüssen und als Looser dazustehn....
Gibt es irgendwelche staatliche Hilfen? Wohngeld ist leider nicht viel und ich möchte nicht dauernt finanzielle Probleme haben, aber wenn ich mir überleg was mir lieber ist ... wenig Geld oder diesen wirklich schlimmen psychischen Stress für mich, da ist wohl klar was mir lieber ist.

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23. Juli 2010 um 8:14

Das geht n ur in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Diese müssen davon überzeugt werden, dass deien familiäre Situation so schlimm ist dass du dort nicht mehr bleiben kannst. Ansonsten musst du bis 25 zuhause aushalten, da dir bis dahin keinerlei Hilfe von stattlichen Stellen zusteht.

Vielleicht kann dir deinPsychologin dabei helfen. Rede mit ihr.

LG
Heiner

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24. Juli 2010 um 9:51
In Antwort auf heiner9999

Das geht n ur in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Diese müssen davon überzeugt werden, dass deien familiäre Situation so schlimm ist dass du dort nicht mehr bleiben kannst. Ansonsten musst du bis 25 zuhause aushalten, da dir bis dahin keinerlei Hilfe von stattlichen Stellen zusteht.

Vielleicht kann dir deinPsychologin dabei helfen. Rede mit ihr.

LG
Heiner

Schließe mich
meinem Vorredner an.

Sprich mit dem Jugendamt. Deine Erzählung sieht nicht nach normalen Teenagerproblemen aus. Du warst schon beim Psychologen, dessen Meinung hat sicherlich Gewicht beim Jugendamt.

Du könntest sogar noch weitergehen, und versuchen, deine Schwester da raus zu holen, dass sie nicht das gleiche durchmachen muss wie du.

Zum Thema Ausbildung oder Studium:

Ich weiß jetzt nicht wo du herkommst, aber hast du denn nächstes Jahr wirklich die Voraussetzungen fürs Studium?
ICh kenne es bei der Fachhochschulreife nur so, dass man neben dem schulischen Teil auch ein Praktikum machen muss..
Aber die generelle Entscheidung musst du treffen. Dass du dich so schon weiter hochgearbeitet hast, ist doch ein gutes Zeichen, dass du erreichst was du willst, warum sollte das im Studium anders sein?

Vorteil einer Ausbildung ist natürlich, dass du schneller Geld verdienst und somit schneller unabhäniger von allen bist...

Sprich doch mal mit deinem Freund darüber, was macht er?
Vielleicht könnt ihr euch zusammen eine kleine Wohnung leisten?

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