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Warum werden die Männer immer so geschröpft?

31. Dezember 2012 um 10:49 Letzte Antwort: 12. März 2013 um 11:51

Hallo,

ich bin selber alleinerziehen und da mein Ex-Mann Brite ist und seit 4 Jahren "unbekannt verzogen", muss ich allein mit meinem Sohn (8) klarkommen. Zurzeit bekommen wir noch Unterhaltsvorschuss, aber das ist ja auch irgendwann vorbei.
Wir kommen aber auch so klar und da es fast unmöglich ist, Forderungen in GB einzutreiben, habe ich mich damit abgefunden.
Vor 2 Jahren lernte ich einen tollen Mann kennen. Er hat selber zwei Töchter. Er wohnt mittlerweile bei mir und zahlt Unterhalt, holt die Mädels so oft es geht. Da er allerdings im Fernverkehr arbeitet, ist seine Zeit a) sehr begrenzt und b) verdient er leider nicht so gut. Sein netto liegt unter 1500 und die Spesen gehen komplett f.d. "Außendienst" drauf, obwohl er selber kocht unterwegs, aber allein der Toilettengang kostet ja schon ca. 80 Cent, duschen min. 5 usw.
Nun bekaman wir vor ein paar Tagen einen Brief vom Anwalt seiner Exfrau, die will nämlich mehr Unterhalt haben. Meinem Freund sollen letztlich 850 zum Leben übrig bleiben (Frohe Weihnachten...). Wie soll das bitte gehen? Sie begreift auch einfach nicht, dass er durch seinen Job nur sehr begrenzte Zeit hat und schon alles gibt um seine Mädels zu sehen. Aber er hat ja nunmal auch ein eigenes Leben und muss hier auch gewisse Pflichten tragen. Der Spagat, dass alles zu wuppen kostet viel Organisationsgeschick und von meiner Seite auch einiges an Verzicht.
Nun ist auch noch sein AG insolvent und er wir den AG wechseln. Da bekommt er aber weniger Geld (ca. 300 weniger).
Wie soll man denn das alles schaffen? Für den neuen Job wird er auch ein Auto benötigen. Wir haben ein wenig gespart, aber da sein AG auch schon angekündigt hat, dass aufgrund der Insolvenz die Gehälter erst am 10. des Monats kommen, müssen wir erstmal vorsichtig sein. Eigentlich hatten wir vor, für das Auto einen kleinen Kredit aufzunehmen, aber wer weiß, ob wir den überhaupt noch zahlen können.
Ich verdiene mein eigenes Geld und unterstütze meinen LG gerne, aber ich bin nicht bereit, seine Kinder oder seine Ex-Frau zu finanzieren. Das würde ich indirekt aber tun, da ihr Anwalt geschrieben hat, er hätte ja geringere Lebenshaltungkosten, weil wir in einer Lebensgemeinschaft wohnen und deswegen reichen auch 850 zum Leben.
Es wundert mich gar nicht, dass viele Männer unter solchen Umständen sagen, dann gehe ich gar nicht mehr arbeiten und sehe zu, dass ich lieber so was dazu verdiene. So wie dieser Staat die Männer schröpft.
Es kann doch auch nicht sein, dass die Unterhaltssätze angehoben werden, aber die Gehälter eben nicht. Mein LG verlässt Sonntagsnachts das Haus, kommt häufig erst Freitags spät zurück. Verdient unter 1500 und soll aber laut Düsseldorfer Tabelle fast 800 Unterhalt zahlen. Das hätten die Kinder doch auch nicht, wenn er noch mit der Mutter zusammen wäre. Wer denkt sich denn solche Sachen aus?
LG Pommello

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11. Januar 2013 um 13:05

Ich weiß, was du meinst
Vorweg habe ich eine Frage: Sind dein Freund und seine Frau geschieden oder leben sie "nur" in Trennung?

Soweit ich weiß (aber ohne Gewähr, ich bin kein Fachmensch!), muss "Mann" (oder auch Frau - je nachdem, wer besser verdient) nach der Scheidung nur noch in Ausnahmefällen und befristet nachehelichen Unterhalt bezahlen. Der Unterhalt für die gemeinsamen Kinder bleibt, das ist klar. Dieser richtet sich aber i.A. nach der Düsseldorfer Tabelle? Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, zahlt dein Freund deutlich mehr?

Habt ihr mal mit einem guten Anwalt gesprochen?

Der absolute Hammer ist, wenn die neuen Lebensgefährten die "alten" über den Selbstbehalt quasi mitfinanzieren sollen. Das empfinde ich als absolutes No-go - meine persönliche Meinung.

Aber ich empfinde das Familien- bzw. Scheidungsrecht sowieso als "seltsam". Mein Ex-Mann und ich haben das "Ehemodell" gelebt, dass jeder (und das auch mit Kindern) mehr oder weniger finanziell auf eigenen Beinen steht. Für ihn war das "praktisch" (Achtung, Ironie!): nach der Trennung habe ich auch im ersten Jahr nach der Trennung keinen Unterhalt für mich bekommen, obwohl ich mehr als genug mit allem zu tun hatte. Unterhalt für die Kinder zahlt er, muss er auch zahlen, aber an mir blieb quasi alles hängen. Ich hatte keine "ehebedingten Nachteile" - ha ha ha. Ich bin zwar immer gerne arbeiten gegangen - was aber nicht heißt, dass das "einfach" war.

Wäre ich Hausfrau gewesen, hätte das anders ausgesehen. Und da ärgere ich mich dann - übrigens nicht zum ersten Mal - dass ich so blöd war und immer arbeiten gegangen bin, Steuern und zeitweise horrende Kinderbetreuungsgebühren gezahlt habe etc. pp.. Meine Kinder und ich hätten es wesentlich einfacher haben können.

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22. Januar 2013 um 1:21

Hmmmm!!!!
Hallo Pommello,
ich habe mir deinen Thread durchgelesen und habe einige Fragen: Wie Alt sind den die Kinder seiner Exfrau??? Beziehen sich die Unterhaltszahlungen rein auf die Kinder oder ist da auch Unterhalt für die Ex mit dabei???
Grundprinzipiell gibt es einen Selbstbehalt für Unterhaltszahler, der wird hier Unterschritten!
Auch würde mich Interessieren WIE die Berechnung zustande gekommen ist.- Des weiteren wird natürlich NEU Berechnet, wenn sich die finanziellen Verhältnisse ändern, ich würde euch den Gang zum Anwalt empfehlen um dieses zu klären!
Was ich jetzt absolut nicht verstehe das du dich- ich formuliere jetzt mal Überspitzt- Beschwerst, dass die Situation, was die Organisation des Umgangs deines Partners mit seinen Kindern, von DIR einiges an Organisation und Verzicht bedeutet???!!!
Entschuldige Bitte, aber dir hat doch Klar sein müssen, wenn du eine Beziehung mit einem Mann führst, der weder einen Gutbezahlten Job (und das is ja nix negatives, nicht falsch verstehen!!!), noch Humane Arbeitszeiten hat, dass dies nun mal bedeutet, dass die Beziehung nicht laufen kann wie OHNE die berühmten Altlasten!!!!
Weder auf Finanzieller Ebene noch Zeitlich!!!
Versteh mich jetzt nicht Falsch, ich empfinde Überzogene Forderungen, wie du Sie von Seiten der Ex andeutest, ebenfalls für Kontraproduktiv, wobei es gut wäre zu Wissen wie die den nun Aussehen??!!
Im Allgemeinen hab ich das Gefühl, dass das Verhältniss der beiden Expartner nicht das Beste ist- wen man direkt nen Anwalt losschickt OHNE mal vorher abzuklären wie die Lage ist!
Die Tatsache, dass man dein Einkommen anrechnet, dass ist Gängige Praxis, passiert auch wenn man Arbeitslos wird und in Hartz4 rutscht, es ist nunmal Günstiger wenn man sich die Miete und sämtliche Kosten teilt!!!

Lg Sanchopancho

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12. März 2013 um 11:51

Gut
er verdient nicht viel, aber es ist doch vollkommen normal, das er das was abzüglich des Eigenbehaltes hat zu einem großen Teil zahlen muss.
Im Übrigen muss bei der Unterhaltsberechnung das Kindergeld hälftig abgezogen werden, das heisst von dem was in der Tabelle steht müsst ihr noch zweimal 50% des Kindergeldes abziehen.
Er hat nun mal die beiden Kinder in die Welt gesetzt und das heisst auch, das er eine finanzielle Verpflichtung ihnen gegenüber hat. gerade du solltest dich doch in die Mutter hineinversetzen können...oder soll sie die finanzielle Last alleine tragen ?
Und wegen deinem Fall...es ist ja wohl eher so, dass du Probleme hast, weil dein EX nicht auffindbar ist, denn das EURecht sieht eindeutig vor das eine Unterhaltsforderung möglich ist. Natürlich muss diese in GB erfolgen, was aber mit einem Anwalt ohne Probleme zu machen ist. Der Ex meiner besten Freundin lebt auch in GB und zahlt den Unterhalt, zu dem ihn ein britisches Gericht verpflichtet hat. Ich verstehe deine Problematik nicht, das es angeblich in GB nicht möglich ist Forderungen einzutreiben...vielleicht hattest du den falschen Anwalt, oder was auch immer.

Und die Unterhaltssätze sind NICHT angehoben worden, das ist die zweite Nullrunde für Trennungskinder, während die HartzIV Sätze angehoben wurden...noch dazu wurde der Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige angehoben.... erst informieren und dann meckern !

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