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Wer erteilt mir das beschäftigungsverbot?

29. März 2015 um 5:21

Hallo ihr lieben. Hier etwas Vorgeschichte. Ich arbeite im offenen Wohnbereich, mit psychisch Kranken und Suchterkrankten. Eigentlich dürfte ich nicht mehr arbeiten. Da Ich allerdings gerne arbeite und auch nicht gleich Zuhause bleiben wollte, hat mein Arbeitgeber meinen Arbeitsplatz umstrukturiert. So arbeite ih nicht mehr allein und mache hauptsächlich Bürokram...wenn ich eine Auszeit brauche, kann ich diese von jetzt auf gleich nehmen. Nun zur eigentlichen Frage. Am Mittwoch hatte mein Schwiegervater einen schweren Motorradunfall. Nun sind meine Prioritäten etwas anders. Wir fahren täglich ins Klinikum, was eine Stunde entfernt ist. Die ganze Situation ist sehr schwer für mich und nimmt mich sehr mit. An wen muss ich mich wenden, um ein Beschäftigungsverbot zu bekommen? Die Meinungen sind unterschiedlich. Die einen sagen, mein Arbeitgeber kann mich frei stellen, da ich eh auf eigenen Wunsch geblieben bin und die anderen sagen der Frauenarzt. Ich Danke schonmal...

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29. März 2015 um 16:33

Dein Problem
.. ist eine private Ausnahmesituation, die mit deiner Beschäftigung nichts zu tun hat.

Dein Arbeitgeber hat völlig korrekt gehandelt, als er dir deinen Arbeitsplatz umgestaltet hat, so daß du gefahrlos weiter arbeiten kannst. Daher gibt es keinen Grund der ein generelles BV rechtfertigen könnte und somit kann auch keines erteilt werden.

Deine gesundheitliche schwangerschaftsbedingte Situation hat sich durch den Unfall des Schwiegervaters auch nicht geändert, von daher kann auch der Frauenarzt nichts veranlassen.

Lediglich deine privaten Prioritäten haben sich geändert. Das liegt in deiner eigenen Verantwortung. Vielleicht mußt du ja nicht jeden Tag mitfahren ins KKH? Vielleicht kannst du dein Arbeitsverhältnis vorübergehend herunterfahren, so daß du weniger Stunden arbeitest? Oder kannst du Urlaub nehmen? Vielleicht unbezahlten Urlaub?

In jeden Fall hat die Sache mit dem Mutterschutzgesetz nichts zu tun, und ein Beschäftigungsverbot kann leider nicht erteilt werden, da die privaten Belastungen weder direkt mit der Schwangerschaft noch mit den Arbeitsbedingungen zu tun haben.

Dennoch würde ich dir nahe legen, auf deine Grenzen zu achten und auch selber gut für dich zu sorgen. In diesem Fall mußt du selber die Verantwortung für deine Gesundheit und die deines Kindes übernehmen, auch wenn das vorübergehend ein kleines finanzielles Opfer bedeutet.

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29. März 2015 um 16:37
In Antwort auf petrabaur

Dein Problem
.. ist eine private Ausnahmesituation, die mit deiner Beschäftigung nichts zu tun hat.

Dein Arbeitgeber hat völlig korrekt gehandelt, als er dir deinen Arbeitsplatz umgestaltet hat, so daß du gefahrlos weiter arbeiten kannst. Daher gibt es keinen Grund der ein generelles BV rechtfertigen könnte und somit kann auch keines erteilt werden.

Deine gesundheitliche schwangerschaftsbedingte Situation hat sich durch den Unfall des Schwiegervaters auch nicht geändert, von daher kann auch der Frauenarzt nichts veranlassen.

Lediglich deine privaten Prioritäten haben sich geändert. Das liegt in deiner eigenen Verantwortung. Vielleicht mußt du ja nicht jeden Tag mitfahren ins KKH? Vielleicht kannst du dein Arbeitsverhältnis vorübergehend herunterfahren, so daß du weniger Stunden arbeitest? Oder kannst du Urlaub nehmen? Vielleicht unbezahlten Urlaub?

In jeden Fall hat die Sache mit dem Mutterschutzgesetz nichts zu tun, und ein Beschäftigungsverbot kann leider nicht erteilt werden, da die privaten Belastungen weder direkt mit der Schwangerschaft noch mit den Arbeitsbedingungen zu tun haben.

Dennoch würde ich dir nahe legen, auf deine Grenzen zu achten und auch selber gut für dich zu sorgen. In diesem Fall mußt du selber die Verantwortung für deine Gesundheit und die deines Kindes übernehmen, auch wenn das vorübergehend ein kleines finanzielles Opfer bedeutet.

Übrigens ...
"Eigentlich dürfte ich nicht mehr arbeiten. Da Ich allerdings gerne arbeite und auch nicht gleich Zuhause bleiben wollte, hat mein Arbeitgeber meinen Arbeitsplatz umstrukturiert."

Diese Auskunft "eigentlich dürfte ich nicht mehr arbeiten" war falsch. Der Arbeitgeber darf dich erst dann als letzte Option freistellen, wenn er keine Möglichkeit hat, den Arbeitsplatz mutterschutzgerecht umzugestalten. Es gibt also für eine Schwangere nicht die Wahl "ich arbeite, obwohl ich eigentlich nicht dürfte". Das entscheidet in jedem Fall der Arbeitgeber auf seine Verantwortung und ggf. gemeinsam mit der Aufsichtsbehörde. Wenn es wie in deinem Fall möglich ist, den Arbeitsplatz entsprechend zu gestalten, dann musst du arbeiten, sofern keine gesundheitlichen Gründe dagegen vorliegen.

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