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Wie kann sie das Sorgerecht zurückerhalten?

16. September 2013 um 11:45 Letzte Antwort: 16. September 2013 um 16:29

Hallo!
Ich weiss nicht ob es üblich ist, dass sich hier ein Mann hilfesuchend an das Forum wendet, aber ich denke es
ist einen Versuch wert.
Meine Lebenspartnerin hat vor ca. einem Jahr das Sorgerecht für ihre 3 Kinder (4, 6 und 9 Jahre) entzogen bekommen. Als Begründung wurde eine Kindeswohlgefährdung angeführt. Diese resultiert aus den Umständen ihrer Beziehung zum Kindsvater, der sie in den letzten Jahren mehrfach verprügelt hat und ihr das Leben zur Hölle gemacht hat. (Inzwischen rechtskräftig zu einer Geldstrafe wegen Körperverletzung verurteilt) In der Beziehung war sie mit der Erziehung der Kinder überfordert und hatte da vom Vater der Kinder keinerlei Unterstützung zu erwarten. Nachdem sie es endlich geschafft hatte, mit den Kindern aus der gemeinsamen Wohnung in ein Frauenschutzhaus zu flüchten, wurde sie auch dort von ihm belästigt und bedroht. Dadurch bekam sie massive Angstzustände, welche ihr später vor Gericht als "posttraumatische Belastungsstörung" ausgelegt wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kinder bereits in amtlicher Obhut, da die Mutter erkannt hatte, dass sie unter diesen Umständen nicht in der Lage war sich um ihre KInder selbst zu kümmern. Weitere Vernachlässigungen (wie in den Jahren der Beziehung mit dem Kindsvater) wollte sie so vermeiden.
Jetzt ist sie weg aus ihrer Heimatstadt und auf dem besten Wege ihr Leben für sich und ihre Kinder in geregelte Bahnen zu lenken. Sie hat sich in der Fremde innerhalb eines halben Jahres eine Zukunft aufgebaut. Sie ist in einer stabilen Beziehung, hat einen Vollzeitjob mit geregeltem Einkommen und ab 1. Oktober eine gemeinsame Wohnung mit mir.
Nachdem regelmäßige Besuchskontakte (alle 4 Wochen) zu den Kindern in ihrer "alten Heimat" stattgefunden haben (500km vom aktuellen Wohnort entfernt) wollten wir für Weihnachten einen 2-3 tägigen Besuch der Kinder bei uns anstreben. Fahrtkosten hätten wir komplett übernommen und in unserer 3-Zimmer-Wohnung mit 75 qm wäre auch genügend Platz gewesen. Das Jugendamt verweigerte dies jetzt mit der Begründung, die Besuchskontakte wären 1. nicht intensiv genug und 2. wäre da wegen ihrer PBS noch eine Therapie notwendig. Ausserdem müsse dann ein Betreuer der Kinder mit anwesend sein und das könne man ja keinem der Betreuer aus der Kinder-WG zumuten an Weihnachten. Die Kinder haben mehrfach und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie zur Mutter zurück wollen. (Gegenüber Jugendamt, Vormund und Betreuern.) Am liebsten wäre es dem Jugendamt, sie würde wieder zurück in die "alte Heimat ziehen", also zurück in die Hölle aus der sie entflohen ist, zurück in die Arbeitslosigkeit und zurück in ihr altes Leben. Denn vom Jugendamt werden ihre Bemühungen um ein geregeltes Leben mit Wohnung, Job und einem gesunden sozialen Umfeld, (auch als Perspektive für die Zukunft der Kinder) als Egoismus ausgelegt. Es würde hier nicht um das Wohl der Mutter gehen, sondern um das Wohl der Kinder. Wir spielen jetzt mit dem Gedanken einen Rechtsanwalt einzuschalten. Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. kann uns einen Rat geben wie wir weiter vorgehen sollen.
Danke

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16. September 2013 um 11:46

Noch etwas
Das Jugend amt spricht von mindestens 2-3 Jahren bis die Kinder wieder zurück zur Mutter können! Ist das noch normal?

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16. September 2013 um 16:29

Danke für deine Antwort glyzinie
Nein, ich bin dir nicht böse und Nein, sie ist nicht wegen mir umgezogen!
Sie ist hauptsächlich aus ihrer Heimatstadt weg, weil sie sich dort nicht mehr sicher gefühlt hat. Seit sie von dort weg ist, ist sie psychisch stabil! Die Behörden im Freistaat Sachsen sind etwas gewöhnungsbedürftig in Sachen häuslicher Gewalt. Ein Gewaltschutzantrag wurde abgelehnt mit der Begründung: 1. Sie lebt ja im Frauenhaus, 2. er ist doch verurteilt worden deswegen, 3. solange er sie nicht noch einmal schlägt kann man doch seine Freiheitsrechte nicht einschränken.
Jetzt ist sie 500km weit weg von ihm....leider auch von den Kindern, die sie zu ihrem eigenen Schutz in Obhut gegeben hat. Wir fahren alle 4 Wochen (Jugendamt wollte ihr zuerst nur alle 6 Wochen zugestehen) dorthin um die Kinder zu besuchen. Die Stunden mit ihnen geniessen wir beide sehr. Sie hat jetzt ihren neuen Arbeitgeber so sehr bekniet, dass sie wenigstens diesen Samstag im Monat frei bekommt. Sie ist jetzt berufstätig was ihr Ex immer verhindern wollte. Vor kurzem hat er eine Haftstrafe von 4 Monaten in Hessen abgesessen, weil er die Geldstrafe nicht bezahlen wollte die er wegen der Schläge bekommen hat. Sie hat inzwischen 6 x die Handynummer gewechselt, weil er es immer wieder schafft ihre Nummer herauszubekommen. Selbst ich wurde von ihm schon bedroht! Und um auf deine Aussage zurückzukommen "Millionen von Frauen müssen ihre Kinder allein aufziehen." Eine Frage dazu: Wieviele von diesen Frauen begehen Selbstmord oder bringen ihre Kinder um anstatt sich Hilfe zu holen bzw. sich einzugestehen dass es so nicht geht? Erst vor kurzem ist in München eine Frau von ihrem Lebenspartner vor den Augen der Kinder brutal erstochen worden weil sie sich von ihm trennen wollte! Sag also nicht dass alles mit ein bisschen Mutterliebe oder Mutterinstinkt zu schaffen ist. Ja, es gibt viele Frauen die das schaffen, aber nur wenn das entsprechende soziale Umfeld vorhanden ist. Das war in diesem Fall eben nicht vorhanden! Es mussten Menschen von ausserhalb kommen um ihr zu helfen! Jetzt hat sie einen neuen Freundeskreis, einen festen Arbeitsplatz, eine eigene Wohnung (Sie ist jetzt seit einem Jahr in dieser Stadt, seit einem halben Jahr sind wir zusammen und jetzt haben wir eine gemeinsame Wohnung! (vorher war sie in einer WG vom örtlichen Frauenschutzhaus untergebracht) Sie denkt nicht egoistisch, denn sie weiss nur wenn sie eine gute Grundlage schaffen kann für ein Familienleben, dann kann sie sich gut um ihre Kinder kümmern......diesen Weg beschreitet sie mit einem Ehrgeiz, den ich so noch nie bei einer Frau, oder einem Mann gesehen habe. Alle widrigen Umstände und Probleme löst sie mit einer unvorstellbaren Kraft und Ausdauer. Und immer wenn sie einen Schritt auf dem Weg nach vorne schafft, kommt das Jugendamt in Sachsen und sagt sie wäre egoistisch! Hätte sie mit den Kindern in der Gosse leben sollen? Die Kinder ihrem Alkohliker-Ex ausliefern sollen? Wir in unserer behüteten Welt tun uns da immer sehr leicht mit Urteilen....ich nehme mich da nicht davon aus. Ich merke es immer wieder wenn ich versuche ihr zu erzählen wie leicht doch alles sein müsste wenn man nur will! Wollen ist gut glyzinie, aber dazu gehört auch dass man kann und darf! Und wenn einen die Behörden im Stich lassen weil man noch nicht tief genug in der Gosse steckt, sich keiner zuständig fühlt und "Freunde" sich abwenden weil man keinen Nutzen für sie darstellt in diesem Zustand, dann möchte ich jede und jeden einzelnen von uns erleben! Ich trau mich nicht zu sagen, dass ich das schaffen würde!
Trotzdem danke ich dir noch einmal für deine Antwort.....sie ist ehrlich und dass ist leider viel zu selten geworden!

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