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Wohnungsübergabe ohne Übergabeprotokoll

13. Februar 2006 um 11:28

Hallo,

wir sind aus unserem gemieteten Haus ausgezogen und hatten zur Schlüsselübergabe einen Termin mit dem Eigentümer. Wir haben zusammen alle Räume, den Keller und den Garten angeschaut. Am Anfang hatte der Eigentümer noch zwei Mängel: wir hatten zwei zusätzliche Gartenzäune aufgestellt, die wieder entfernt werden sollten. Der Eigentümer war mit dem Zustand des Hauses (war sehr alt und als wir eingezogen sind in einem ziemlich schlechten Zustand) sehr zufrieden und hat gesagt, dass er sich um die zwei Zäune kümmert. Wir haben dann die Schlüssel übergeben und uns voneinander verabschiedet.

Jetzt haben wir nachgefragt, wann wir die Kaution zurückgezahlt bekommen und da hat er gesagt, dass er 6 Monate Zeit hat und ausserdem Mängel am Haus sind, die er von der Kaution abziehen will. Weiterhin hat der das Haus an einen Immobilenmakler "übergeben" und möchte dann alle Mängel, die der Makler bei der Hausübergabe an einen neuen Mieter bzw. Käufer erkennt von unserer Kaution abziehen.

Wir haben gedacht, dass die Kaution sofort fällig ist; aber da hat er ja anscheinend Recht, dass er sich bis zu 6 Monaten Zeit lassen kann. Aber kann er denn Mängel rückwirkend (es gab bei der Schlüsselübergabe ja keine bzw. er hat nichts bemängelt) geltend machen (es gab kein Übergabeprotokoll) und von unserer Kaution abziehen?

Hat vielleicht schon jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann uns weiterhelfen?

Grüße
Ursel

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13. Februar 2006 um 22:31

Kautionerstattung
Hallo, leider ist es richtig, dass der Vermieter bis 6 Monate Zeit hat, die Kaution plus aufgelaufene Zinsen zurückzuerstatten.
Leider habt Ihr da einen großen Fehler gemacht. Ein Übergabe- protokoll mit Unterschriften beider Parteien ist Pflicht!
Ich würde an Eurer Stelle darauf bestehen, dass es noch nachträglich gemacht wird. Am besten mit Zeugen. So wie es jetzt aussieht, steht Aussage gegen Aussage. Also nichts Schriftliches. Der Vermieter wäre nun auch in der Beweispflicht, dass eventuelle Schäden (die er womöglich noch erfinden wird) von Euch verursacht worden sind. Am besten werdet schon mal vorsorglich Mitglied in einem Mieterverein. Das kann nie schaden und ist eine große Stütze, wenn man zur Miete wohnt. Im Rechtsstreit wird auch der Fachanwalt gestellt, allerdings erst nach drei Moanten Zugehörigkeit.
Mehr fällt mir nicht ein.
Viel Erfolg jedenfalls.
rosaberg

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15. Februar 2006 um 15:13

Das Übergabeprotokoll
ist selbstverständlich keine Pflicht, es kann nur hilfreich sein.

Konkret kann sich der Vermieter tatsächlich bis zu 6 Monaten Zeit lassen. Wenn er Mängel geltend macht, muss er beweisen, dass die von Euch verursacht wurden. Hier reicht es für Euch aus, einfach zu bestreiten, dass die Mängel von Euch sind. Und schon läuft der Vermieter ins Leere.
Also: 6 Monate abwarten und wenn dann die Miete nur teilweise oder gar nicht kommt, Klage auf Rückzahlung erheben.

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16. Februar 2006 um 10:04

Die Kaution.....
.... kann der Vermieter 3 - 6 Monate eingehalten.

Dass er jetzt im nachhinein Mängel gefunden haben soll und Euch nicht angeboten hat diese selber zu beheben, finde ich sehr ungerecht.

An Eurer Stelle würde ich zum Mieterschutzbund gehen und Euch da beraten lassen. Die setzen dann auch Schreiben an Euren Vermeiter auf. Ich habe damals sehr gute Erfahrungen mit dem Meiterschutzbund gemacht.


LG
Pluster

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17. Februar 2006 um 22:47

Ach ja
stimmt ja. Wenn tatsächlich Mängel vorhanden wären, hätte er Euch eine Frist setzen müssen, um sie zu beseitigen.
Und auch das muss er beweisen, also dass ein entsprechender Brief bei Euch angekommen ist.

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